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08. Dezember 2016 | 21:12 Uhr

Motorsport : Verschärfter Verhaltenskodex für Hamilton und Rosberg

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Letzte Warnung! Mit einem verschärften Verhaltenskodex will Mercedes die außer Kontrolle geratene Rivalität zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg in den Griff bekommen.

Nach dem folgenschweren Crash beim Formel-1-Rennen von Österreich droht die Silberpfeil-Führung offen mit drastischen Abschreckungsmaßnahmen, will ihre verkrachte Fahrerpaarung aber noch nicht komplett einbremsen.

«Wir hatten schon eine Warnung, das ist die letzte Warnung», sprach Motorsportchef Toto Wolff vom ultimativen Warnschuss für die beiden Piloten. Er bezeichnete die Diskussionen mit Hamilton, Rosberg und Technikdirektor Paddy Lowe im Teamsitz in Brackley als «sehr gut». Gleichwohl meinte er: «Wenn du eine Gelbe Karte hast, wird das deine Art des Tacklings ändern?» Mercedes verlangt aber auf jeden Fall Gehorsam. «Sie müssen die Werte des Teams respektieren», forderte die Teamführung in einer Mitteilung.

Nach drei Zusammenstößen in den vergangenen fünf Rennen musste beim Weltmeister-Rennstall der «Verhaltenskodex verstärkt» werden. «Er enthält nun drastischere Abschreckungsmaßnahmen bei Berührungen zwischen unseren beiden Autos. Wir vertrauen unseren Fahrern, dass sie sich künftig in solchen Situationen auf der Rennstrecke richtig verhalten. Ihr Schicksal liegt jetzt in ihren eigenen Händen.»

Ein knallharter letzter Satz. Mercedes will sich in dem Dauerstreit der ehemaligen Kart-Kumpels aber vorbehalten, während der Rennen «möglicherweise Anweisungen» auszugeben, «um uns vor einem potenziellen Verlust von Konstrukteurs-Punkten zu schützen. So wie dies bereits beim diesjährigen Monaco GP der Fall gewesen ist, als Nico angewiesen wurde, Lewis passieren zu lassen.»

Sollten Weltmeister Hamilton und der WM-Führende Rosberg «den überarbeiteten Verhaltenskodex nicht respektieren, behalten wir uns vor, eine Stallregie als letzten Ausweg auszusprechen», machte Mercedes in der Mitteilung vor dem Grand Prix von Großbritannien in Silverstone weiter deutlich.

Rosberg will nach dem Krisengespräch nur noch nach vorne schauen. «Sicher ist die Botschaft angekommen», sagte der Wiesbadener, dem schon in England der Verlust der WM-Führung droht. Er räumte jedoch ein: «Ich werde weiter um Rennsiege kämpfen, aber mit den modifizierten Spielregeln im Hinterkopf.»

Hamilton sieht sich nach eigener Aussage durch die verschärften Regeln nicht gehemmt. Es werde sich nichts ändern, sagte der Weltmeister. «Wir dürfen immer noch frei fahren.» Auf die Frage, ob er künftig eine Teamorder befolgen werde, antwortete der Brite: «Ich würde, denn das ist mein Job, dafür werde ich bezahlt.»

Hamilton und Rosberg gaben sich beide am Donnerstag bei den Pressekonferenzen locker. Auf dem Asphalt in direkten Zweikämpfen hatten sie sich eigentlich lange Zeit im Griff. Zwischen der ersten entscheidenden Berührung der beiden Kontrahenten auf der Strecke in Belgien am 24. August 2014 und dem nächsten einschneidenden Crash in Spanien am 15. Mai dieses Jahres lagen immerhin 30 Rennen.

Die Eskalation von Spielberg zwang Mercedes aber nun zum Handeln. Denn die jüngsten drei Zwischenfälle kosteten das Team nach eigenen Berechnungen «mehr als 50 Punkte in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft».

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erstellt am 07.Jul.2016 | 18:17 Uhr

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