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03. Dezember 2016 | 14:49 Uhr

Schwimmen : Thiel ermöglicht DSV-Neuanfang: «16 Jahre sind genug»

vom

Christa Thiel will nicht weiter den Deutschen Schwimm-Verband führen. Nach 16 Jahren hört die DSV-Präsidentin auf. Eine Wiederwahl wäre ungewiss gewesen, Gegenkandidaten stehen bereit.

Nach 16 Jahren endet beim Deutschen Schwimm-Verband die Ära Christa Thiel. Die Präsidentin tritt beim DSV-Verbandstag am 5. November in Leipzig nicht mehr für eine weitere Amtszeit an und ermöglicht so den gebotenen Neuanfang nach den erneut enttäuschenden Olympia-Ergebnissen.

«Irgendwann muss dann mal Schluss sein», sagte Thiel am Mittwoch bei einer Pressekonferenz am Rande des Kurzbahn-Weltcups in Berlin. Die Rechtsanwältin aus Wiesbaden will dem Verband neben ihren internationalen Ämtern weiter mit Rat und Tat bereitstehen, falls dies gewünscht werde. «Es ist ja nicht so, dass ich im DSV zur Persona non grata erklärt wurde.»

Zuletzt hatte sich Kritik an ihrer Amtsführung gehäuft. Thiel kümmere sich mehr um ihre internationalen Ambitionen als um nötige interne Reformen, lautete einer der Vorwürfe. «Man kann es nicht jedem recht machen», sagte Thiel. Sie hatte den Verband von einer bevorstehenden Insolvenz wieder in finanziell ruhigere Fahrwasser geführt.

Bei ihrer Wiederwahl 2012 hatte Thiel als alleinige Kandidatin nur 57,1 Prozent Ja-Stimmen erhalten. Damals nutzten mächtige Landesverbände das Votum als Denkzettel für aus ihrer Sicht unliebsame Personalentscheidungen Thiels, die dem Verband so lange vorstand wie niemand sonst seit der DSV-Gründung 1886.

In Rio blieb die Schwimmsparte erstmals seit 1932 ohne Olympia-Medaille. Bereits vier Jahre zuvor hatten in London die Beckenschwimmer olympisches Edelmetall verpasst, Thomas Lurz gewann im Freiwasser Silber. DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow hatte bereits im Frühjahr angekündigt, zum Jahresende aufhören zu wollen. Schwimm-Chefbundestrainer Henning Lambertz soll den Neuaufbau bis 2020 weiter begleiten.

Für das Präsidentenamt gibt es bereits zwei Kandidaten: Die Schwimm-Fachspartenvorsitzende Gabi Dörries und den Vizepräsidenten Recht, Vico Kohlat. Die Elmshornerin Software-Unternehmerin Dörries tritt mit einem kompletten Präsidiums-Team an. Dazu gehören der Geschäftsführer der Mannesmann Röhrenwerke, Clemens Stewing, als vorgesehener Vizepräsident Recht und die Steuerfachwirtin Andrea Thielenhaus als Vizepräsidentin Finanzen.

Dazu sollen ehemalige Spitzenathleten wie Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen und Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz in die Verbandsarbeit einbezogen werden. «Jeder Athlet bringt Erfahrungen mit, die helfen können, die Schwimmer besser zu unterstützen. Ich wäre dabei, wenn man mich ruft», sagte Steffen der dpa. Auch Paul Biedermann will Dörries unterstützen. Kohlat, der 2012 gegen Thiels Widerstand als Vizepräsident Recht gewählt worden war, stützt sich bei seiner Kandidatur ebenfalls auf ehemalige Leistungssportler.

Thiel will auch nach ihrem Rückzug aus dem DSV ihre internationalen Ämter weiterführen. Im Mai erst wurde sie als Vizepräsidentin des Europäischen Verbandes LEN wiedergewählt, im Weltverband FINA führt sie die Disziplinarkommission. Zudem darf sie sich gute Chancen ausrechnen, 2017 in den FINA-Vorstand gewählt zu werden.

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erstellt am 31.Aug.2016 | 14:32 Uhr

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