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Tennis

08. Dezember 2016 | 05:16 Uhr

Tennisspielerin aus Kiel : Angelique Kerber verliert Endspiel der WTA Finals

vom

2016 war ein sehr erfolgreiches Jahr für Kerber. Die Kielerin verdiente mehr als zehn Millionen Dollar Preisgeld.

Angelique Kerber hat die große Chance zum perfekten Abschluss ihrer herausragenden Saison nicht genutzt und den Titel bei den WTA Finals Überraschungssiegerin Dominika Cibulkova überlassen müssen. Im Endspiel verlor die Nummer eins im Damen-Tennis am Sonntag in Singapur nach einer spannenden Schlussphase 3:6, 4:6. Die 27-jährige Slowakin feierte den größten Erfolg ihrer Karriere, nachdem sie beim vierten Matchball von einem Netzroller profitierte. Für die erste deutsche WM-Finalistin seit Steffi Graf 1996 blieb die Krönung in ihrem letzten Match 2016 aus.

Der vor Energie strotzenden Powerfrau Cibulkova hatte Kerber vor rund 8000 Zuschauern nicht genügend entgegenzusetzen. Ihre Final-Erfahrung der vergangenen Monate reichte ihr nicht, um erste deutsche Masters-Siegerin seit 20 Jahren zu werden. Dennoch wird sich die Weltranglisten-Erste im nun anstehenden Urlaub an märchenhafte Momente eines Wahnsinnsjahres zurückerinnern.

Der Final-Einzug brachte ihr 1,1 Millionen Euro ein. Laut der WTA verdiente Kerber erst als Zweite nach Serena Williams mehr als zehn Millionen Dollar Preisgeld in einer Saison. Es ist eine beeindruckende Summe, die sich aus geschichtsträchtigen Matches zusammenaddiert hat. Nach der Sensation bei den Australian Open verlor die 28-Jährige in Wimbledon erst im Endspiel gegen Serena Williams. Bei den US Open stieg die Olympia-Zweite von Rio zur Nummer eins und zweifachen Grand-Slam-Siegerin auf.

Sportliche Höhepunkte von Kerber aus den vergangenen Monaten im Überblick:

Brisbane

Mit bester Laune beginnt für Kerber die neue Saison. Gleich bei ihrem ersten Turnier erreicht sie das Finale, weckt Hoffnungen.

In Brisbane unterliegt Kerber dann Victoria Asarenka.

Australian Open

Niemand rechnet mit einem Endspiel-Einzug der deutschen Nummer eins, nur wenige glauben dann an einen Triumph über Serena Williams. Doch die 28-Jährige feiert den bis dato größten Erfolg ihrer Karriere und krönt sich zur ersten deutschen Grand-Slam-Siegerin seit Steffi Graf 1999.

Stuttgart

Nach all dem Rummel folgt ein Auf und Ab, doch beim Heimturnier in Stuttgart heißt die Siegerin wie im Vorjahr Angelique Kerber. Im ersten deutschen Finale der Turnier-Geschichte bezwingt sie Qualifikantin Laura Siegemund.

Wimbledon

Das bittere Erstrunden-Aus bei den French Open in Paris will Kerber beim Rasen-Klassiker unbedingt vergessen machen. Das gelingt - und wie! In einem fantastischen Endspiel muss sie sich diesmal der Weltranglisten-Ersten Serena Williams geschlagen geben.

Rio de Janeiro

Bei den Olympischen Spielen in London kam sie 2012 bis ins Viertelfinale. In Rio schafft sie es ins Endspiel, verliert aber gegen Sensations-Olympiasiegerin Monica Puig aus Puerto Rico.

Nach dem ersten Ärger ist die Freude über Silber groß.

US Open

Die ständigen Fragen nach der erneuten Chance auf Platz eins in der Weltrangliste wehrt Kerber ab. Doch im Halbfinale scheidet Serena Williams aus und macht die Kielerin damit zur Nummer eins. Im Finale spielt Kerber gegen die Williams-Bezwingerin Karolina Pliskova. Kerber gewinnt nach mehr als zwei Stunden 6:3, 4:6, 6:4 und holt den Titel.

Singapur

Serena Williams sagt ihre Teilnahme beim Saisonfinale der besten Acht ab. Kerber hat Weltranglistenplatz eins zum Jahresende sicher und ist das Gesicht der WTA Finals. Unbesiegt übersteht sie erstmals die Gruppenphase, setzt sich im Halbfinale locker gegen Vorjahressiegerin Agnieszka Radwanska durch. Im Endspiel zieht sie mit 3:6, 4:6 aber den Kürzeren gegen Dominika Cibulkova, die sie in der Vorrunde noch in drei Sätzen bezwungen hatte.

 

Im Halbfinale von Singapur am Samstag hatte Cibulkova, die in der Vorrunde nur einmal erfolgreich gewesen war, die Russin Swetlana Kusnezowa in drei Sätzen niedergekämpft. Kerber fertigte die polnische Vorjahressiegerin Agnieszka Radwanska mühelos 6:2, 6:1 ab.

Bei einer Lichtershow und mit einem Einlaufmädchen an der Hand betrat die Schleswig-Holsteinerin für ihr achtes Finale der Saison den Centre Court. Furchtlos legte WM-Debütantin Cibulkova los und hämmerte für Kerber unerreichbare Bälle ins Feld. Nach nur acht Minuten stand es 0:3, dann holte die Favoritin ihr erstes Spiel. Doch immer wieder ließ Cibulkova die Nummer eins schlecht aussehen.

Sieben direkte Gewinnschläge führte die Statistik nach dem ersten Satz für die Wimbledon-Finalistin auf, doppelt so viele für Cibulkova. „Den Fight annehmen und richtig Gas geben“, forderte Trainer Torben Beltz beim Seitenwechsel nach dem 3:6.

Am ersten Turniertag war die slowakische Australian-Open-Finalistin von 2014, die sich auf Weltranglistenplatz fünf verbessern wird, Kerbers schwierigste Hürde gewesen und hatte die Topgesetzte in einen dritten Satz gezwungen. Diesmal war es die Kielerin, die versuchte, zurückzukehren. Als sie sich beim 1:1 im zweiten Satz den Vorteil holte, schrie sie ihre Anspannung heraus. Beim 2:1 ballte die Olympia-Zweite die Fäuste in Richtung Box.

Doch zum 3:4 verlor Kerber erneut ihren Aufschlag. Beltz eilte ein zweites Mal auf den Platz und redete auf seinen Schützling ein.

Kerber haderte - und musste kurz darauf ihrer Kontrahentin zum Titel gratulieren, nachdem Cibulkova die ersten drei Matchbälle vergeben hatte. Den vierten nutzte sie dann mit etwas Glück.

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erstellt am 30.Okt.2016 | 14:09 Uhr

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