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Radsport

04. Dezember 2016 | 04:52 Uhr

Trennung von Giant : Alpecin wird Sponsor des Martin-Teams Katuscha

vom

Seit der Tour de France wird davon geredet, jetzt ist es offiziell. Der Rad-Sponsor Alpecin kooperiert mit dem umstrittenen russischen Katuscha-Team. Die Problem-Mannschaft, die einst Doping-Schlagzeilen am Fließband produzierte, soll sich zum Besseren gewandelt haben.

Der Rad-Sponsor Alpecin geht für zwei Jahre eine nicht risikoarme Partnerschaft mit dem russischen Rennstall Katuscha ein.

In der Bielefelder Zentrale des Shampoo-Herstellers, der mit dem Werbespruch «Doping für die Haare» warb, wurde die mit einer Millionenspritze verbundene Kooperation am 11. Oktober besiegelt. Katuscha-Alpecin fährt zukünftig unter Schweizer Lizenz, der Umfang der finanziellen Unterstützung wurde nicht beziffert.

«Wir wissen, dass das viele kritisch sehen, aber wir sind auch vor zwei Jahren kritisch beäugt worden», sagte der geschäftsführende Alpecin-Gesellschafter Eduard R. Dörrenberg, dessen Firma den Einstand ins Profigeschäft 2015 bei Giant gegeben hatte. Der neue Partner Katuscha habe aus der Vergangenheit «mehr gelernt als andere».

Wegen ihrer Doping-Vergangenheit ist das bisher von Wjatscheslaw Jekimow geführte Katuscha-Team, das sich die Dienste des dreifachen Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin gesichert hatte, umstritten. Laut Dörrenberg soll der Manager durch den Portugiesen José Azevedo ersetzt werden, der allerdings ebenfalls in Diensten des Groß-Dopers Lance Armstrong gestanden hatte. «Ich wechsle auf eigenem Wunsch in die Marketing-Abteilung», teilte Jekimow mit.

Das bis 2012 vom früheren Gerolsteiner-Chef Hans-Michael Holczer gemanagte Team der russischen Bekleidungskette produzierte regelmäßig Doping-Schlagzeilen. Vor drei Jahren hatte das Team nach diversen Dopingfällen vom Internationalen Radsport-Verband UCI keine Lizenz erhalten. Erst vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS wurde sie erstritten.

«Radsport ist nicht anders als Fußball, wo Spieler, Trainer und Sponsoren jedes Jahr wechseln können. Wir sehen große Möglichkeiten den Radsport noch populärer und erfolgreicher zu machen», sagte Dörrenberg auch vor dem Hintergrund des Tour-Starts im kommenden Juli in Düsseldorf und der Wiederbelebung der Deutschland-Tour ab 2018.

Alpecin hatte sich die vergangenen beiden Jahre beim Giant-Team engagiert. Der Abgang der deutschen Stars Marcel Kittel (2016 zu Etixx) und John Degenkolb (2017 zu Trek-Segafredo) leitete das Ende der Zusammenarbeit mit den Niederländern ein. Das zukünftige finanzielle Radsport-Engagement bewege sich etwa in der Höhe wie bisher, «plus Inflationsausgleich».

Die Leitung des Bielefelder Familienunternehmens hatte offensichtlich ebenso wenig wie das neue Aushängeschild Martin Bedenken vor dem neuen Miteinander. «Uns interessiert die Zukunft - nicht die Vergangenheit. Die Argumente und die Ausrichtung des Teams haben uns überzeugt. Der Anti-Doping-Kampf bleibt uns wichtig», hatte Martin-Manager Jörg Werner nach der Verpflichtung des Wahlschweizers im August erklärt.

Der neue Team-Vorstand Alexis Schoeps fand am Dienstag starke Worte: «Wir sprechen nicht über Anti-Doping, weil das kein Marketing-Thema ist. Wir reden nicht, wir handeln». Wie üblich existiere laut Dörrenberg «natürlich» auch eine Vertrags-Ausstiegsklausel bei Doping.

Firmen-Mitteilung

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erstellt am 11.Okt.2016 | 15:38 Uhr

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