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04. Dezember 2016 | 03:01 Uhr

Schwimmen : Koch siegt bei Kurzbahn-Weltcup

vom

Trotz Krankheit schwimmt Marco Koch nach der Olympia-Enttäuschung stark. Ein umstrittener Russe verbessert seinen Kurzbahn-Weltrekord. Die deutsche Verbandspräsidentin Christa Thiel wird sich an diesem Mittwoch über ihren möglichen Rückzug äußern.

Auch ein kranker Marco Koch zeigte seine Qualitäten. Geschwächt von einem Virus gelang Koch zwar kein Weltrekord wie dem Russen Wladimir Morosow, doch 2:01,92 Minuten beim Kurzbahn-Weltcup in Berlin waren besser als nach dem Vorlauf erwartet.

«Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut geht. Dafür, dass ich vor zwei Tagen noch im Krankenhaus lag, ist das ein super Ergebnis», sagte Koch. Der Weltmeister gehörte als Olympia-Siebter in Rio noch zu den deutschen Enttäuschungen. Die verpasste Olympia-Medaille ist für Koch «abgehakt. Ich kann's nicht ändern, ich habe alles gegeben und fertig».

Koch ging auf der Kurzbahn etwas die Luft aus und so wurde es nichts mit einem bis 150 Meter noch möglichen Weltrekord. Das gelang Morosow über die 100 Meter Lagen. In 50,30 Sekunden steigerte er seine erst vier Tage alte Bestmarke um drei Zehntel. Morosow war wegen Dopingvorwürfen zunächst nicht für die Spiele zugelassen worden, hatte sich dann aber wie andere russische Schwimmer nach Rio geklagt.

Über die 400 Meter Lagen lag Koch hinter seinem deutschen Teamkollegen Philip Heintz. Der Heidelberger schlug nach 4:02,84 Minuten an. Franziska Hentke gelang über 800 Meter Freistil in 8:22,83 Minuten ebenfalls ein deutscher Sieg. Über 200 Meter Schmetterling lag London-Olympiasieger Chad Le Clos bis zur letzten Wende ebenfalls auf Weltrekord-Kurs und schlug dann in guten 1:49,33 Minuten an. Heintz wurde auf seiner Nebenstrecke in respektablen 1:52,56 Zweiter. Als Olympia-Sechster hofft er auf einen weiteren deutschen Rekord über die 200 Meter Lagen am Mittwoch. Die dreimalige Olympiasiegerin Katinka Hosszu (Ungarn) gewann neben den 200 Metern Freistil auch die 200 Meter Lagen und die 200 Meter Rücken.

Lästereien über sein Gewicht lassen Koch kalt. «Immer, wenn ich langsam schwimme, liegt es an meiner Figur. Wenn ich schnell schwimme, ist alles okay, obwohl ich genauso aussehe. Mittlerweile geht's mir am Arsch vorbei», sagte Koch. Sein Heimtrainer Alexander Kreisel erklärte den ungewöhnlichen Körper so: «Eine Art Pinguinform, sehr weiche Haut, sehr außergewöhnlich, kein Schwabbel.»

An diesem Mittwoch will sich die Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes, Christa Thiel, über ihre Zukunft äußern. Bei einer Pressekonferenz (12.00 Uhr) wird erwartet, dass sich die Rechtsanwältin auch zu einer erneuten Kandidatur positioniert. Ein Rückzug Thiels nach 16 Jahren Amtszeit ist wahrscheinlicher als eine Kampfkandidatur mit ungewissem Ausgang.

Für den Verbandstag im November gibt es bereits zwei andere Bewerber: Die Fachspartenvorsitzende der Schwimmer, Gaby Dörries, kandidiert mit einem Team, zu dem auch ehemalige Spitzenathleten wie Olympiasiegerin Britta Steffen oder Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz gehören. Auch der Vizepräsident Recht, Vico Kohlat, will kandidieren. Thiel könnte sich auf ihre internationalen sportpolitischen Ambitionen im europäischen Verband LEN und künftig auch im Weltverband FINA konzentrieren.

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erstellt am 30.Aug.2016 | 20:07 Uhr

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