zur Navigation springen

Weitere Sportarten

05. Dezember 2016 | 21:39 Uhr

Frodeno-Herausforderer : Kienle: «Jan hat keine Schwäche mehr»

vom

Sebastian Kienle gewann 2014 den legendären Ironman auf Hawaii. Im Jahr danach wurde ein Duell mit Jan Frodeno erwartet. Doch das fiel aus. Während Frodeno siegte, wurde Kienle nur Achter. Jetzt ist er der große Herausforderer.

Sebastian Kienle ist für das Duell mit Jan Frodeno beim Ironman auf Hawaii bereit. Im Vergleich zu 2015 haben die beiden derzeit weltbesten Langstrecken-Triathleten ihre Rollen getauscht. Damals war Kienle der Titelverteidiger und Frodeno der Herausforderer.

Am Ende siegte 2008-Olympiasieger, Kienle wurde nur Achter. In diesem Jahr wird im Vorfeld wieder mit einem Zweikampf der beiden Kumpels gerechnet. «Ich hoffe, dass das Duell in diesem Jahr Erfüllung findet», meinte Kienle im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Alle reden vom Duell zwischen Ihnen und Jan Frodeno. Sie auch?

SebastianKienle:Das Rennen wird sicher von den deutschen Medien und der deutschen Triathlon-Community darauf zugespitzt. In anderen Ländern stehen vielleicht andere Athleten im Fokus. Gleichzeitig muss man sich aber nur die Fakten anschauen: 2014 habe ich gewonnen, 2015 hat Jan gewonnen. Jan hat in diesem Jahr die Weltbestzeit aufgestellt, ich bin Europameister in Frankfurt geworden. Wir sind auf dem Plätzen eins und zwei im Kona-Pro-Ranking. Es gibt schon Argumente, dass wir derzeit die mitbestimmenden Athleten sind.

Das heißt, dass sich die Fans auf den Zweikampf freuen dürfen?

Kienle:Wie man im letzten Jahr gesehen hat, gehören immer zwei zum Duell dazu. Im letzten Jahr bin ich da ausgefallen. Ich hoffe, dass das Duell in diesem Jahr Erfüllung findet.

Seit Ihrem WM-Rennen vor einem Jahr auf Hawaii sind Sie und Jan Frodeno sportlich nicht mehr aufeinander getroffen. Wie beurteilen Sie sein Wettkampf-Jahr und seine Form?

Kienle:Man kann über Jan sagen: Wenn er an der Starterlinie steht, gehört er zu den Mitfavoriten oder ist der Favorit. Das ist auch sicher hier so. Ich denke, er hat einen smarten Saisonaufbau gemacht. Am Anfang sah das für mich so aus, dass er auf allen Hochzeiten tanzen will. Ich denke, Jan hat selber gemerkt, dass das zuviel wird, und hat nach seiner Weltbestzeit in Roth die 70.3-WM ausgelassen. Das war sicher eine richtige Entscheidung. Um es zusammenzufassen: Jan hat keine Schwäche mehr. Für mich ist er der klare Favorit. 

Letztes Jahr lief das Rennen für Sie nicht so wie erhofft. Haben Sie in diesem Jahr in der Vorbereitung etwas anders gemacht? Manche sagen, Sie seien noch fokussierter.

Kienle:Ich glaube nicht, dass ich jetzt fokussierter bin. Im Gegenteil: vielleicht bin ich sogar ein bisschen entspannter. Ich habe in den letzten zwei Jahren Probleme gehabt, vor allem mit der Achillessehne. In diesem Jahr bin ich erkältungsfrei und verletzungsfrei durch die erste Saisonhälfte gekommen. Und das eröffnet mehr Möglichkeiten. Das sorgt dafür, dass man von außen vielleicht als etwas fokussierter wahrgenommen wird. Sicher lernt aber auch dazu, beispielsweise auch einmal nein zu sagen zu einem Termin. Ich habe da ein bisschen aus dem Jahr 2015 lernen können. Aber inwiefern sich das auszahlt, das weiß man erst nach dem Rennen.

Wie sieht Ihr Zeitplan in den Tagen vor dem Rennen aus?

Kienle:Training, öffentliche Termine, Entspannung, soweit es geht. Es ist schon deutlich weniger als 2015, was Verpflichtungen gegenüber Sponsoren und Medien angeht. Das ist vielleicht der Segen, dass es im letzten Jahr nicht ganz so  funktioniert hat. Es ballt sich schon sehr stark in der einen Woche im Jahr.

Ist das nicht auch eine willkommene Ablenkung zur Anspannung vor dem Rennen?

Kienle:Ich bin nicht so der megagroße Fan von was weiß ich vielen Presseterminen und Foto-Shootings in der Woche vor dem Rennen. Das kostet Kraft. Allein, wenn du vor die Tür gehst, kostet das schon Kraft. Entsprechend ist es ganz gut, dass es ein bisschen weniger ist.

ZUR PERSON: Sebastian Kienle zählt schon seit Jahren zu den weltbesten Triathleten auf der Langstrecke. Vor zwei Jahren gewann er den legendären Ironman auf Hawaii. In diesem Jahr holte er sich zum zweiten Mal den EM-Titel in Frankfurt/Main. Kienle ist verheiratet und lebt in Mühlacker in der Nähe von Pforzheim.

Ironman Hawaii

Kienle bei Facebook

zur Startseite

von
erstellt am 06.Okt.2016 | 13:11 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert