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04. Dezember 2016 | 07:04 Uhr

Hacker-Angriff : IOC-Präsident Bach will Russland um Mithilfe bitten

vom

Russland soll bei der Unterbindung der Hacker-Angriffe auf die Datenbank der Welt-Anti-Doping-Agentur mithelfen. So will es IOC-Chef Thomas Bach. Russlands Staatschef findet die illegalen Veröffentlichungen aber gar nicht mal uninteressant.

Lausanne (dpa) - IOC-Präsident Thomas Bach will Russland um Mithilfe wegen des Hacker-Angriffs auf die Datenbank der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) bitten.

Das Internationale Olympische Komitee werde die WADA bei ihren Maßnahmen unterstützen, die Aktivitäten der russischen Hacker-Gruppierung zu stoppen. Dies sei ein inakzeptabler Vorgang, bei dem unschuldige Athleten mit Doping in Verbindung gebracht würden, so Bach.

Ob der IOC-Chef bei seinem Anliegen aber erfolgreich sein wird, ist zweifelhaft. Russlands Präsident Wladimir Putin verurteilte zwar den Hacker-Angriff, verfolgte aber gleichzeitig mit großem Interesse die Veröffentlichungen. «Wir lehnen ab, was Hacker tun. Aber was sie jetzt taten, kann für die Öffentlichkeit interessant sein. Vor allem für die Sportwelt. Scheinbar gesunde Sportler nehmen legal Medikamente, die für andere verboten sind», sagte Putin der Agentur Interfax zufolge bei einer Tagung in Kirgistan.

Die Hacker-Gruppierung mit dem Namen «Fancy Bears» hatte vertrauliche Daten von Sportlern aus dem WADA-System publik gemacht. So wurden von rund 25 Sportlern, darunter auch Diskus-Olympiasieger Robert Harting, Ex-Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll oder Tour-de-France-Sieger Chris Froome, medizinische Ausnahmegenehmigungen zur Einnahme von Medikamenten, die auf der Dopingliste stehen, publik gemacht.

Die internationalen Verbände hatten betont, dass die Sportler gegen keine Doping-Richtlinie verstoßen haben. Es gebe ärztlich begründete Atteste, die die Einnahme der Medikamente erlauben.

Putin zielte bei seinen Äußerungen auch auf den Ausschluss russischer Sportler bei den Paralympics ab. «Menschen, die an schweren Krankheiten leiden, an schweren Behinderungen, werden sogar auf den Verdacht hin, solche Präparate einzunehmen, von den Paralympics ausgeschlossen», ergänzte der Staatschef.

Viele Experten sehen in dem Hacker-Angriff eine Retourkutsche wegen der Anschuldigungen gegen Russland im Zuge der Staatsdoping-Affäre. Als Folge dessen waren russische Leichtathleten und Gewichtheber von den Sommerspielen in Rio ausgeschlossen worden, bei den Paralympics sind gar keine russischen Sportler zugelassen.

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erstellt am 16.Sep.2016 | 18:50 Uhr

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