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03. Dezember 2016 | 16:48 Uhr

Alles auf Null : Heynen will mit VfB Friedrichshafen neue Ära prägen

vom

Der langjährige Volleyball-Bundestrainer Vital Heynen will als Nachfolger von Stelian Moculescu den VfB Friedrichshafen wieder zum Meister machen. Einen ersten Schritt zu Beginn einer neuen Zeitrechnung hat der Belgier schon im Supercup geschafft.

Vital Heynen hatte schon das Sagen und im Supercup bereits den ersten Titel mit dem VfB Friedrichshafen geholt, da war sein Vorgänger Stelian Moculescu bei den Volleyballern noch sehr präsent.

Bis drei Tage vor Beginn der Bundesliga-Saison hing irekt am Eingang ein riesiges Mannschaftsbild mit dem Volleyball-Macher, erst am 19. Oktober wurde es ausgetauscht. «Was vorbei ist, ist vorbei», stellte Heynen im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur vor dem Liga-Auftakt gegen den TV Rottenburg klar. «Ich habe großen Respekt für Stelian, aber es muss jetzt abgeschlossen sein. Die Geschichte ist schön, aber jetzt kommt eine neue Geschichte.»

Sonderlich viel Interesse an der Vergangenheit zeigt der 47-Jährige nicht. Die neue Zeitrechnung beim deutschen Rekordmeister nach zwei Jahrzehnten mit Moculescu begann mit einer eindrucksvollen Kampfansage an die Berlin Volleys und einem klaren Supercup-Premierensieg beim Dauerrivalen. Nun will der Belgier Heynen mit seinem neu formierten Team auch in der Bundesliga durchstarten.

«Dass ich das Erbe von Stelian noch nicht gespürt habe, liegt auch daran, dass ich mich nicht darum gekümmert habe», sagte der frühere Bundestrainer. «Ich frage hier nicht, wie es gelaufen ist. Ich frage nur, wie es nun läuft.» Er liebe die Herausforderung, das schwierige Erbe Moculescus anzutreten.

Heynen redet gern und viel, die deutschen Worte sprudeln nur so aus ihm heraus. Fast vier Jahre lang hatte er das deutsche Nationalteam trainiert und bei der Weltmeisterschaft 2014 zu Bronze geführt. Es war die erste deutsche WM-Medaille nach 44 Jahren. Seinen Abschied von der Auswahl kündigte der dreifache Familienvater im Januar nach der verpassten Olympia-Quali an. Ende September betreute er sie noch einmal erfolgreich in der Qualifikation zur Europameisterschaft. Dann stürzte er sich endgültig in die Arbeit beim VfB.

Beim Deutschen Volleyball-Verband gibt es noch immer keinen Nachfolger für ihn. Heynen hat zusätzlich beim belgischen Verband unterschrieben. «Durch seine Adern fließt kein Blut, sondern lauter kleine Volleybälle. Er lebt Volleyball», hatte der Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes, Thomas Krohne, einmal gesagt.

Beim früheren Champions-League-Sieger hat Heynen ein junges und überwiegend deutsches Team zusammengestellt. Nur vier Spieler aus der vergangenen Saison sind blieben. Dem Coach gefällt seine Mischung aus «netten und zuverlässigen Deutschen und den paar verrückten Ausländern», auch wenn er sich noch nicht ganz sicher ist, was sie leisten kann. «Vielleicht gewinnen wir dieses Jahr nicht, aber dann gewinnen wir im nächsten Jahr. Wir suchen Entwicklungspotenzial.»

Schnellstmöglich soll die Mannschaft den Berlinern die Favoritenstellung aber wieder abjagen. 13 Mal hat der Rekordmeister den Titel geholt, in den vergangenen fünf Jahren aber nur einmal.

Mit abwechslungsreichen, teils ungewöhnlichen Methoden versucht Heynen seine Spieler zu kitzeln, lässt sie etwa ihre Lebensziele aufschreiben. «Es ist jeden Tag aufs Neue interessant, was er sich einfallen lässt. Er ist sehr innovativ», beschrieb VfB-Kapitän Simon Tischer den neuen Coach.

Heynen selbst erklärt dazu: «Den Spielern sage ich immer, ihr könnt alles über mich sagen, außer dass ich ein Durchschnittstrainer bin.» Auf alles, was er als frühere Zuspieler nicht gemocht habe, wolle er als Trainer verzichten, zum Beispiel auf stupides Aufwärmen. «Wir machen immer Spielchen. Ich habe es dumme Spielchen genannt, die Deutschen haben daraus kreative Spielchen gemacht. Damit habe ich mir einen Namen gemacht, weil die Leute denken, ich bin verrückt.»

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erstellt am 20.Okt.2016 | 14:36 Uhr

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