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Formel 1

04. Dezember 2016 | 00:59 Uhr

Großer Preis von Japan : Panne auf der Paraderunde: Vettels Dauerpech mit Ferrari

vom

Zum ersten Mal seit acht Jahren hat Sebastian Vettel einen Podiumsplatz beim Formel-1-Rennen in Japan verpasst. Schon vor dem Start muss der Deutsche Kritik vom Ferrari-Teamchef einstecken.

Sebastian Vettels Pech mit Ferrari nahm diesmal schon bei der Fahrerparade seinen Lauf. Mitten auf der Ehrenrunde der Formel-1-Piloten vor dem Rennen in Japan blieb sein Ferrari-Oldtimer mit einem Motorschaden liegen.

Das passende Bild zur Saison der Scuderia. Gut drei Stunden später musste Vettel erklären, warum er es auf seiner Lieblingsstrecke erstmals seit 2008 nicht aufs Podium geschafft hatte. «Unsere Strategie ist nicht aufgegangen. Wir haben es probiert, es hat leider nicht geklappt», sagte der Hesse nach Platz vier in Suzuka.

So verspritzten wieder einmal andere den Champagner. Vettels großer Rückstand auf Sieger Nico Rosberg, Red-Bull-Pilot Max Verstappen und Titelverteidiger Lewis Hamilton «war doch überraschend», wie der viermalige Champion später einräumte. Der Reifenpoker bei Ferrari brachte nichts, einmal mehr lagen die Strategen des Teams in ihren Berechnungen daneben. «Im Nachhinein ist man immer schlauer. Ich wollte es ja genauso wie die Jungs an der Box», sagte Vettel. Seit 23 Rennen ist er ohne Sieg, so lange wie noch nie in seiner Karriere.

Trotz der wachsenden Kritik aus Italien und der ersten öffentlichen Rüge von Teamchef Maurizio Arrivabene stellte sich der 29-Jährige auch in Japan brav vor seine Mannschaft. Mit den Zweifeln an seinem Talent als Heilsbringer aber wird Vettel weiter leben müssen. Da war es kaum hilfreich, dass Boss Arrivabene in Suzuka eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem Deutschen ausschloss. «Jeder von uns hat Ziele. Es ist nur richtig, dass jeder, egal wer, sich seinen Platz und sein Gehalt verdienen muss», sagte Arrivabene.

Zudem monierte der Italiener in einem TV-Interview, Vettel beschäftige sich zu sehr mit Themen außerhalb seiner Verantwortung. «Er muss sich nur auf das Auto konzentrieren. Manchmal müssen wir ihn daran erinnern», sagte der Teamchef. Vettel nahm auch das äußerlich gelassen. «Ich habe ein gutes Verhältnis zu ihm. Wenn mir etwas nicht passt, dann sage ich es ihm - und umgekehrt», sagte der Heppenheimer.

Seinen Frust ließ Vettel im Rennen mit wütenden Funksprüchen über die Hinterbänkler aus, die ihn trotz blauer Warnflaggen nicht schnell genug passieren ließen. «Ich hatte immer die Autos vor mir in den Kurven, in denen sie nicht Platz machen konnten», klagte er.

Auch die geplante Ferrari-Aufholjagd in der Teamwertung kommt nicht in Schwung. In Japan holte das Red-Bull-Duo Verstappen und Daniel Ricciardo erneut vier Zähler mehr als Vettel und Teamkollege Kimi Räikkönen. 50 Punkte liegt die Scuderia vor den verbleibenden vier Saisonläufen schon hinter Vettels ehemaligem Arbeitgeber, der Platz zwei hinter Weltmeister Mercedes fest im Blick hat. Die Wertung der Konstrukteure entscheidet über die Verteilung der Gelder.

Vettel spürt zunehmend den Druck der Erwartungen, die er und Ferrari in diesem Jahr nicht erfüllen konnten. «An schlechten Tagen ist das eine große Bürde - an guten Tagen gibt es dir einen unglaublichen Schub», sagte er der «Bild am Sonntag». Das Problem: Die guten Tage sind derzeit rar für Sebastian Vettel.

Rennbericht des Weltverbands

Ferrari-Rennbericht

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erstellt am 09.Okt.2016 | 12:03 Uhr

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