zur Navigation springen

Weitere Sportarten

10. Dezember 2016 | 23:22 Uhr

Ohne Hamburg Freezers : Eishockey: Die wichtigsten Fragen und Antworten vor dem Start der DEL

vom

Trotz der missglückten Rettung der Hamburg Freezers verspricht die neue Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ausgeglichener und spannender denn je zu werden.

Die Deutsche Eishockey Liga boomt. Auch in der am Freitag beginnenden 23. Saison soll ein Zuschauerrekord her – zum fünften Mal nacheinander. Zum ersten Mal dabei sind die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven, die nach dem Aus der Hamburg Freezers unverhofft in die eigentlich nach wie vor geschlossene Gesellschaft der DEL aufsteigen durften.

Für den Nordseeclub ist die Deutsche Eishockey Liga ein Abenteuer, der Club hat den mit Abstand geringsten Etat mit geschätzten 3,8 Millionen Euro. „Wer dieses Team unterschätzt, kann schnell eine böse Überraschung erleben“, meinte der „Trainer des Jahres“ Christof Kreutzer von der Düsseldorfer EG dennoch.

Für das „Abenteuer DEL“ haben die Pinguins ihre Mannschaft komplett umgekrempelt. Lediglich neun Profis sind aus der alten DEL2-Saison noch übrig, 18 neue Spieler wurden geholt. Am Freitag (19.30 Uhr) dürfen die Bremerhavener loslegen, Premierengast in der ausverkauften Eisarena ist Vizemeister Grizzlys Wolfsburg.

Welche Fragen sich vor dem Start noch stellen und auf was sich die Fans in der neuen Spielzeit freuen dürfen:

Wer ist der Favorit?

Der EHC Red Bull München ist der Titelverteidiger in der DEL.
Der EHC Red Bull München ist der Titelverteidiger in der DEL. Foto: Hermann Hay

Topfavoriten sind Titelverteidiger EHC Red Bull München und die Adler Mannheim, der Meister von 2015. Etat-Krösus ist laut Schätzungen München dank des Namenssponsors (12,5 Millionen Euro). Mannheim und Köln sollen mit je 11,5 Millionen Euro folgen.

Wer sind die gefährlichsten Konkurrenten?

Auf dem Papier dürften die Kölner Haie den größten Qualitätssprung gemacht haben. Vom Selbstverständnis her ist der Traditionsclub ohnehin jedes Jahr Titelkandidat, zuletzt wurden sie dem selten gerecht. In dieser Saison haben sie jedoch einige Trainer auf dem Zettel. Aber: Die Erfahrung zeigt, dass nur selten die Clubs mit den meisten vermeintlichen Top-Transfers auch um den Titel spielen. Die Liga ist ausgeglichen wie kaum eine andere in Europa.

Wer sind die größten Stars?

Hofft auf eine verletzungsfreie Saison: Nationalmannschaftskapitän Marcel Goc.
Hofft auf eine verletzungsfreie Saison: Nationalmannschaftskapitän Marcel Goc. Foto: Ronald Wittek

In Mannheim könnte Marcel Goc auftrumpfen. Der Kapitän der Nationalmannschaft kehrte vergangene Saison aus der NHL zurück, fiel aber mehr oder weniger die komplette Spielzeit verletzt aus. Nun ist er fit und spielte zuletzt im Nationalteam immer noch auf herausragendem NHL-Niveau. Münchens Michael Wolf, Nürnbergs Patrick Reimer und Düsseldorfs Daniel Kreutzer liefern sich einen Kampf um den inoffiziellen Titel des DEL-Rekordtorschützen. In Nürnberg spielt in Steven Reinprecht der Spieler mit der größten NHL-Erfahrung. Kölns neuer Kanadier Max Reinhart könnte der Top-Zugang sein.

Was ist neu in der Liga?

Neu ist neben den Fischtown Pinguins auch das Format der Verlängerung: Steht ein Spiel nach 60 Minuten unentschieden, wird die maximal fünfminütige Overtime künftig mit nur jeweils drei – und nicht mehr vier – Feldspielern pro Team gespielt. Bekommt eines der Teams eine Strafzeit, muss zwar kein Spieler auf die Bank, dafür darf die andere Mannschaft einen vierten Akteur aufs Eis holen. Von den neuen Regeln verspricht sich die DEL mehr Spannung und Tore in der Overtime.

Worauf können sich die Fans freuen?

In Sinsheim wird am 7. Januar 2017 das dritte Winter Game der DEL ausgetragen.
In Sinsheim wird am 7. Januar 2017 das dritte Winter Game der DEL ausgetragen. Foto: Kevin Kurek

Viermal nacheinander sorgte die DEL zuletzt für einen Zuschauerrekord. Mit durchschnittlich 6765 Zuschauern ist sie die beliebteste Liga außerhalb des Fußballs. Dies liegt auch an der Ausgeglichenheit. In den vergangenen zehn Jahren gab es fünf verschiedene Meister.

Ein besonderes Event steigt am 7. Januar: Dann spielen die Schwenninger Wild Wings in der Fußballarena von Sinsheim gegen die Adler Mannheim. Es ist das dritte sogenannte Winter Game, das unter freiem Himmel stattfindet. Zuletzt hatte das rheinische Derby zwischen Düsseldorf und Köln im Januar 2015 mit über 50.000 Zuschauern für einen DEL-Rekord gesorgt.

Gibt es Besonderheiten?

Die Saison ist wegen der Heim-WM im Mai 2017 um eine Woche verkürzt und dauert bis maximal zum 21. April. Selbst wenn der neue Meister erst nach sieben Finalspielen feststehen sollte, hätte Bundestrainer Marco Sturm noch zwei Wochen Zeit, sich mit seinem kompletten Kader auf die WM vorzubereiten. Dies liegt aber nicht am Entgegenkommen der DEL, sondern daran, dass Sturm auf die sonst übliche Länderspielpause im Februar verzichtet. In der Zeit spielt die Liga diesmal weiter.

Wo und wie sind die Spiele im Fernsehen zu sehen?

Erstmals in der DEL-Historie werden alle Spiele im Fernsehen übertragen. Der neue Medienpartner Telekom zeigt wie im Basketball alle Spiele live.

Für Telekomkunden - egal, ob TV- (Entertain), Internet- oder Mobilfunkkunden - ist dies zunächst kostenlos. Nicht-Telekomkunden bezahlen für einen Zugang 9,95 Euro im Monat im Jahresabo oder 16,95 Euro für Einzelmonate. Aus dem Free-TV verschwindet die DEL aber nicht. Auch Sport1 zeigt ein Spiel pro Woche live. Den Anfang machen an diesem Freitag die Kölner Haie gegen Champion München (19.30 Uhr).

zur Startseite

von
erstellt am 15.Sep.2016 | 15:56 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen