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05. Dezember 2016 | 21:44 Uhr

Fechten : Ehemalige Säbel-Weltmeister ohne Medaille

vom

Dass der Deutsche Fechter-Bund das Abschneiden seiner Säbelcrew bei den Mannschafts-Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro in den sozialen Netzwerken mit einem dicken Online-Bizeps versah, mag nett gemeint sein.

Geplant war mehr: Die Herren, die derzeit die erfolgreichste Waffe im immer weniger erfolgreichen DFeB führen, sollten eigentlich eine Medaille mit nach Hause nehmen. Rang fünf ist nicht schlecht - aber eben auch nicht gut genug.

Was bedeutet es, dass die Säbelherren nach dem WM-Titel 2014 und Bronze 2015 ohne Medaille blieben?

Es ist schon ernüchternd. Denn das eigentlich starke Quartett aus Dormagen zeigte in Rio Schwächen und scheiterte trotz zeitweise hoher Führung (10:7, 15:10, 20:16) bereits im Viertelfinale am späteren WM-Zweiten Ungarn. «Trotz Niederlage bis zum Ende gekämpft! Verdienter 5ter Platz!» - so twitterte Matyas Szabo, der Sohn von Bundestrainer Vilmos Szabo weiß aber auch: Vom Europameister hatten auch ohne den früheren Einzel-Weltchampion Nicolas Limbach alle mehr erwartet.

Wie ist das Geschehen von Rio sportlich einzuordnen?

Die Verbands-Oberen und die Trainer werden - wie so oft in der jüngeren Vergangenheit - sagen: Die Weltspitze ist so eng, da kann jeder gegen jeden gewinnen. Stimmt irgendwie auch, wie die überraschend viertplatzierten Iraner bei ihrem bemerkenswerten Auftritt bewiesen. Aber eine enge Weltspitze darf keine Ausrede sein. Dass sich die deutschen Florettdamen, die auf Rang acht unter 13 Ländern endeten, wieder konkurrenzfähig präsentierten, ist aktuell sehr erfreulich - aber auch da muss künftig mehr kommen.

Wie geht der Verband mit der Situation um, dass es in Rio lediglich vier deutsche Einzelstarter und kein einziges olympisches Team gibt?

DFeB-Chef Dieter Lammer hatte schon bei seinem Amtsantritt am 30. Januar angekündigt, dass intern alles überprüft werden soll, was mit Spitzensport zu tun hat. Umgeplant wurde auch schon; so degradierte der Verband den Damendegen-Bundestrainer Piotr Sozanski und holte Britta Heidemanns Gold-Coach Manfred Kaspar zurück. Doch auch mit dieser Maßnahme verpasste die Olympiasiegerin von 2008 das Ticket für Rio.

Bietet die sportliche Misere auch eine Chance?

Ja - aber nur dann, wenn konsequent gehandelt wird. Sportdirektor Sven Ressel hatte bereits nach der in weiten Teilen daneben gegangenen Olympia-Qualifikation angekündigt, man wolle «die Zügel anziehen» und «quasi einen Neuanfang starten». Und sich «ganz, ganz stark» auf den Nachwuchs fokussieren. Jetzt ergibt sich die allerbeste Möglichkeit, Neues zu wagen. Es gebe «einige Baustellen», meint Lammer. Das ist untertrieben: Es sind viele. «Bis 2020 müssen wir wieder in die Erfolgsspur kommen» - dann aber muss jetzt der komplette Umbruch erfolgen.

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erstellt am 28.Apr.2016 | 11:36 Uhr

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