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10. Dezember 2016 | 02:15 Uhr

Basketball : Der «Nowitzki Neuseelands» macht Basketball salonfähig

vom

Wenn sich Basketballspieler Steven Adams in der US-Basketball-Liga NBA für sein Team Oklahoma City Thunder zum Korb reckt, geht in seiner alten Schule in Neuseeland nichts mehr.

Die Jungs am Scots College hingen dann am Fernsehen in der Aula, oder an ihren Laptops und Smartphones, um jeden Schritt live mitzuerleben, sagt Schulleiter Graeme Yule. So ist das momentan auch in den NBA-Playoffs, wenn Oklahoma gegen die Golden State Warriors um den Einzug ins Finale kämpft. OKC erwartet den Meister zum dritten Spiel in der Best-of-Seven-Serie. Es steht 1:1.

Der 22-jährige Adams ist eine Art «Dirk Nowitzki Neuseelands» - einer, der es in die Basketball-Königsklasse in den USA geschafft hat und einen bis dahin weniger bekannten Sport in seiner eigentlich Rugby-verrückten Heimat zum Renner macht. Bei allem Ruhm sei Adams aber mit den Füßen auf dem Boden geblieben, sagt Yule: «Er ist ein nach wie vor ein liebenswerter Kerl, der den Schalk im Nacken hat.»

Der 2,13 Meter große Adams ist mit wildem Haar, Pferdeschwanz, Bart und Riesentattoo auf dem rechten Arm eine imposante Gestalt in der NBA. Seine Geschichte klingt wie ein Märchen. «Man könnte kein besseres Filmscript schreiben», meinte sein früherer Basketballtrainer Kenny McFadden kürzlich im Fernsehen. «Das bemerkenswerte ist, dass dieser Junge im Prinzip mit nichts angefangen und sich alles in kürzester Zeit aufgebaut hat.»

Adams kommt aus einer bunten Familie: Er ist das jüngste von 18 Geschwistern, die sein britischer Vater in Neuseeland mit fünf Frauen zeugte. Seine Mutter stammt von der Pazifikinsel Tonga. Als junger Teenager drohte er auf die schiefe Bahn zu geraten. Nachdem sein Vater starb, begann er mit 14 die Schule zu schwänzen und hing mit der Straßengang «Mongrel Mob» (etwa: Bastard-Bande) in seiner Heimatstadt Rotorua herum, wie Yule erzählt.

Seine Rettung war ein älterer Halbbrüder, der den Jungen unter seine Fittiche nahm. Auch er spielte einst Basketball, wie überhaupt die ganze Familie sehr sportlich ist. Adams Halbschwester Valerie holte bei den Olympischen Spielen 2012 eine Goldmedaille im Kugelstoßen.

Der Halbbruder hatte einst mit dem Amerikaner McFadden Basketball gespielt. Der frühere Profi hatte sich in Neuseeland niedergelassen. Ihm legte er Adams als Talent ans Herz. Wie im richtigen Märchen taucht auch eine gute Fee in Adams Geschichte auf: eine Bekannte des Bruders, Blossom Cameron, nahm den Jungen auf und schickte ihn auf die Eliteschule Scots College in der Hauptstadt Wellington.

Die Jungensschule mit striktem Code und Schuluniform lenkte den Schüler wieder in die richtige Bahn. Coach McFadden wurde so etwas wie eine Vaterfigur. «Wir hatten eine Vereinbarung: Wir trainierten von 6 bis 8 Uhr morgens und ich setzte ihn dann an der Schule ab», erzählt McFadden. Als Adams für seine Riesenfüße keine Schuhe fand, organisierte der Coach ein Paar, das US-Spieler Bakari Hedrix einst in Wellington zurückgelassen hatte: Größe 18, etwa 55 in Deutschland.

Disziplin und harte Arbeit zahlten sich schließlich aus: Adams bekam ein Stipendium für ein US-College. In Pittsburgh wurde die NBA auf das Talent aufmerksam und Thunder machte ihm 2013 ein Angebot. Es heißt, er habe einen Vierjahresvertrag in Aussicht, der ihm 15 Millionen US-Dollar im Jahr einbringen und ihn damit zum höchstbezahlten neuseeländischen Sportler aller Zeiten machen könnte.

Nicht nur die Jungs vom Scot College sind glühende Adams-Verehrer. Die neuseeländische Sängerin Lorde bot dem Landsmann über Twitter zu Unterstützung neuseeländische Whittaker- Schokolade an, Geschmacksrichtung: Buttermilch, karamelisiert, weiß.

Und was ist aus den Schuhen von Hendrix geworden? Zu klein. Der 2,13-Meter-Mann Adams trägt inzwischen Schuhgröße 56.

Webesite der Oklahoma City Thunder

Video von Steven Adams in Aktion

Stuff website

Lorde auf Twitter

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erstellt am 20.Mai.2016 | 08:58 Uhr

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