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05. Dezember 2016 | 01:28 Uhr

Konzept steht : De Maizière stellt mehr Geld für Spitzensport in Aussicht

vom

Weltklasse ist der deutsche Sport beileibe nicht mehr in allen Disziplinen. Bei den Rio-Spielen hat sich gezeigt, dass deutsche Athleten teilweise deutlich von der Spitze entfernt sind. Eine neues, umstrittenes Förderkonzept soll das nun ändern.

Mehr Geld nur für echte Reformen: Innenminister Thomas de Maizière (CDU) stellt für 2018 mehr Förderung für den Spitzensport in Deutschenland in Aussicht. De Maizière nannte in Berlin zwar keine Zahlen, sprach aber von substanziellen und dauerhaften Beträgen.

Die Bedingung: Das von Innenministerium, Deutschem Olympischen Sportbund (DOSB) und Bundesländern gemeinsam vereinbarte und nun vorgestellte Reformpaket muss von den Verbänden auch tatsächlich umgesetzt werden. Die kontroverse Debatte über die Reform spielt vor dem Hintergrund ausbleibender Erfolge in Disziplinen wie beispielsweise Schwimmen und Leichtathletik bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

Zentrale Punkte des Konzepts sind: Gefördert wird mit dem Blick nach vorn. Athleten und Verbände müssen in einer sogenannten Potenzialanalyse nachweisen, dass sie auf Sicht von vier bis acht Jahren - dem Zeitraum der kommenden beiden Olympischen Spiele - international in der Spitze mithalten können. Sportarten, die nach dieser Einschätzung nicht auf Topniveau wettbewerbsfähig sind, bekommen auch weniger Förderung.

Die Kritik daran lautet: Erfolge kann man nicht per Computer berechnen. Verbände, die zuletzt wenig erfolgreich waren, fürchten drastische Einbußen. Allerdings soll keiner Sportart die staatliche Unterstützung vollständig entzogen werden.

«Wir brauchen die Reform, um uns zielstrebiger nach oben zu orientieren. Es gibt niemanden, der das anders sieht», sagte de Maizière. «Mein Ziel ist es, dass sich Deutschland als Sportnation noch besser präsentiert - erfolgreicher, aber zugleich fair und sauber.» Das Konzept soll in den kommenden beiden Jahren umgesetzt werden und von 2019 an greifen.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann verteidigte die umstrittene Potenzialanalyse und sagte, dass sich viele Sportler ausdrücklich eine nachvollziehbare Bewertung ihrer Leistung und der damit verbundenen Förderung wünschten. Auch dass sich die Zahl von Leistungsstützpunkten verringere, sei richtig. «Qualität statt Quantität», sagte Hörmann.

Der Sportetat für 2017 beträgt etwa gut 167 Millionen Euro. Auch wenn zuletzt bei Verhandlungen noch einmal gut fünf Millionen Euro dazukamen, ist der DOSB nicht zufrieden.

Das Konzept wird auch bei der DOSB-Mitgliederversammlung am 3. Dezember in Magdeburg diskutiert. Der Innenminister will die Pläne dann dem Bundeskabinett vorlegen.

Weitere wichtige Punkte der Reform sind:

- Sportler sollen früh parallel zum Leistungssport auf eine berufliche Laufbahn nach dem Karriereende vorbereitet werden.

- Trainer sollen sich künftig finanziell besser stellen, ihr Berufsbild klarer festgelegt sein.

- Die Talentsuche vor allem in den Ländern soll verbessert werden.

- Der Verwaltungsaufwand bei den 19 Olympia-Stützpunkten soll verringert werden, die Zahl anderer Leistungszentren um etwa ein Fünftel auf etwa 165 schrumpfen.

- Die bisherige wissenschaftliche Begleitung des Spitzensports soll gezielter in den Dienst von Trainern und Sportlern gestellt werden.

Konzept zur Reform des Spitzensports

Seite des DOSB zur Spitzensportrefom

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erstellt am 24.Nov.2016 | 15:53 Uhr

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