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Sport

10. Dezember 2016 | 06:03 Uhr

Paralympics in Rio 2016 : Vier Medaillen für Deutschland: So erfolgreich war die Nacht in Rio

vom
Aus der Onlineredaktion

Gold für die 100-Meter-Staffel, Silber im Tischtennis, Silber über 400 und Bronze über 200 Meter - die Paralympics bleiben medaillenreich.

Rio de Janeiro | Der Montagabend in Rio de Janeiro hat der deutschen Paralympics-Mannschaft vier weitere Medaillen beschert. Dennoch rutschte das Team des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) in der Nationenwertung ab. Nach 238 von 528 Entscheidungen stand für fünfmal Gold, neunmal Silber und sechsmal Bronze Rang elf zu Buche. An der Spitze ist weiter unangefochten China (50/40/28) vor Großbritannien (28/16/19) und der Ukraine (22/19/20).

Gold für die 100-Meter-Staffel

Die deutsche 4x100-Meter-Staffel holte in Rio Gold.
Die deutsche 4x100-Meter-Staffel holte in Rio Gold. Foto: Jens Büttner
 

Angeführt von Ausnahme-Leichtathlet Markus Rehm ist die deutsche Sprint-Staffel Montagabend bei den Paralympics in Rio de Janeiro mit Europarekord auf Platz eins gestürmt. Rehm, David Behre, Felix Streng und Johannes Floors kamen in 40,82 Sekunden zwar als Zweite ins Ziel, profitierte aber von der Disqualifikation der USA. Für die deutsche Mannschaft war es die fünfte Goldmedaille unter dem Zuckerhut. „Das war ein super Lauf von den Jungs“, sagte Chef de Mission Karl Quade, „alle hatten auf diese Staffel gesetzt vorher. Daher war der Druck entsprechend groß. Das ist ein super Ergebnis.“

Wieder Silber im Tischtennis

<p>Brachte dem deutschen Team die zweite Silbermedaille im Tischtennis: Valentin Baus.</p>

Brachte dem deutschen Team die zweite Silbermedaille im Tischtennis: Valentin Baus.

Foto: dpa
 

Zuvor hatte es an der Tischtennisplatte erneut Silber geben. Einen Tag nach Thomas Schmidberger hat auch Valentin Baus den zweiten Platz belegt. Der Rollstuhl-Athlet aus Bochum verlor sein Finale gegen den Chinesen Ningning Cao in drei Sätzen mit 11:13, 10:12 und 8:11. „Ich wollte unbedingt gewinnen. Ich ärgere mich zwar ein bisschen, aber ich bin auch zufrieden mit Silber. Ich habe ein super Turnier gespielt“, sagte der Weltmeister und fügte kämpferisch hinzu: „Ich greife in Tokio neu an.“

Leichtathletin Irmgard Bensusan gewinnt Silber über 400 Meter

Silber über die 400 Meter: Irmgard Bensusan.
Silber über die 400 Meter: Irmgard Bensusan. Foto: Jens Büttner
 

Mit dem schnellsten Lauf ihrer Karriere hat sich Irmgard Bensusan die Silbermedaille über 400 gesichert. In 59,62 Sekunden musste die Leverkusenerin nur der Französin Marie-Amelie le Fur den Vortritt lassen, die in 59,27 Sekunden Weltrekord lief. Bei der WM 2015 in Katar war die gebürtige Südafrikanerin Bensusan, deren rechter Unterschenkel gelähmt ist, noch fast vier Sekunden langsamer gewesen.

David Behre ersprintet Bronzemedaille über 200 Meter

<p>Johannes Floors (li.) and David Behre nach dem 200-Meter-Finale der Männer.</p>

Johannes Floors (li.) and David Behre nach dem 200-Meter-Finale der Männer.

Foto: dpa
 

Die deutschen Sprinter waren nicht zu stoppen. Nicht einmal zwei Stunden nach Gold mit der Staffel lief David Behre über 200 Meter auf den dritten Platz. Der Leverkusener, dem beide Unterschenkel fehlen, stellte in 21,41 Sekunden einen Europarekord auf. „Das ist megamäßig. Einmal Gold und einmal Bronze an nur einem Abend - ich kann sehr zufrieden sein“, sagte Behre - und das am Tag vor seinem 30. Geburtstag. Sein Staffelkollege Johannes Floors wurde mit der persönlichen Bestleistung von 21,81 Sekunden Vierter. Felix Streng, der ebenfalls zum Gold-Quartett gehörte, gab das Rennen nach wenigen Metern auf.

Schwimmerinnen Schnittger und Schott jeweils Vierte

<p>Platz vier für Naomi Maike Schnittger über 400 Meter Freistil. </p>

Platz vier für Naomi Maike Schnittger über 400 Meter Freistil.

Foto: dpa
 

Schneller geschwommen und trotzdem zurückgefallen: Naomi Maike Schnittger musste über 400 Meter Freistil in 4:43,57 Minuten mit dem undankbaren vierten Platz vorliebnehmen. Am Ende fehlten der 22 Jahre alten sehbehinderten Potsdamerin acht Hundertstelsekunden zur Bronzemedaille. Dabei hatte sie sich gegenüber dem Vorlauf sogar noch gesteigert - um zwei Hundertstelsekunden. Auch Verena Schott verpasste eine Medaille im Schwimmbecken knapp. Über 200 Meter Lagen schlug die inkomplett querschnittgelähmte Athletin nach 3:10,44 Minuten als Vierte an. Tobias Pollap belegte über 50 Meter Schmetterling Rang acht.

Rollstuhl-Basketballer erreichen das Achtelfinale

Nach dem Frauen-Team haben auch die deutschen Rollstuhl-Basketballer das Viertelfinale erreicht. Das Team von Bundestrainer Nicolai Zeltinger zog durch ein 73:61 (33:27) im letzten Vorrundenspiel gegen Gastgeber Brasilien in die K.o.-Runde ein. Nach zwei Siegen und drei Niederlagen belegte die deutsche Mannschaft Platz vier in der Gruppe und trifft nun auf Spanien, den Sieger der Staffel A. Das Frauen-Team war als Gruppensieger ins Viertelfinale eingezogen.

Die Goalballer hingegen kassierten mit dem 5:9 gegen Schweden ihre zweite Niederlage im dritten Spiel. Sie haben trotzdem gute Chancen auf den Einzug in die K.o.-Runde.

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erstellt am 13.Sep.2016 | 07:38 Uhr

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