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Sport

03. Dezember 2016 | 05:42 Uhr

DFB-Nationalmannschaft : Vertrag perfekt: Jogi Löw bleibt Bundestrainer bis 2020

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Unterschrift verändert wenig an der Position des Weltmeistertrainers. Er ist derzeit ohnehin unantastbar.

Frankfurt am Main | Bundestrainer Joachim Löw hat seinen Vertrag wie erwartet vorzeitig bis 2020 verlängert. Der Weltmeister-Coach plant mit der Fußball-Nationalmannschaft noch einmal einen Angriff auf den bislang dreimal knapp verfehlten EM-Titel. „Ich spüre das uneingeschränkte Vertrauen von Seiten des DFB“, sagte Löw am Montag bei einer Pressekonferenz in der Zentrale des Deutsche Fußball-Bundes in Frankfurt und betonte: „Wenn Kopf und Herz gemeinsam Ja sagen, dann gibt es nicht viel zu überlegen.“

DFB-Präsident Reinhard Grindel hob die „vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit“ hervor. „Joachim Löw ist der beste Trainer, den wir uns im DFB-Präsidium für die Nationalmannschaft vorstellen können“, sagte der Verbandschef.

Kurz vor der Pressekonferenz hatten der DFB und der 56 Jahre alte Löw den Vertrag unterzeichnet. Bislang galt die Arbeitsvereinbarung bis zum WM-Turnier in 20 Monaten in Russland, bei dem Löw mit Manuel Neuer, Mesut Özil und Co. die historische Titelverteidigung schaffen will. Löw arbeitet seit 2004 für den DFB, als ihn der damalige neue Bundestrainer Jürgen Klinsmann durchaus überraschend als Assistenten holte. 2006 übernahm Löw von Klinsmann den Job als Bundestrainer, als dieser nach dem Sommermärchen freiwillig aufhörte.

Seither gelang Löw der Rekord, ein Nationalteam bei fünf aufeinanderfolgenden Turnieren mindestens bis ins Halbfinale zu führen. Bleibt er nach der WM 2018 tatsächlich im Amt, würde er definitiv den Uralt-Spielerekord von Sepp Herberger (167 Spiele) brechen. Mit den meisten Siegen (94) als DFB-Chefcoach hat Löw bei 141 Spielen den Weltmeister-Trainer von 1954 schon eingeholt. Auch sieben Turniere als Bundestrainer wären eine Bestmarke.

Eine Überraschung ist das neue Arbeitspapier für Löw gerade zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. DFB-Chef Grindel hat seine Bewunderung für den Bundestrainer seit seinem Amtsantritt am 15. April immer wieder betont. Schon vor der EM in diesem Sommer wollte er Löw langfristig binden.

Joachim Löw hat mit dem neuen Vertrag als Bundestrainer bis zur EM 2020 bereits zum sechsten Mal seine Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) verlängert. Der 56-Jährige ist seit 2006 Cheftrainer der Nationalmannschaft. Zuvor war Löw zwei Jahre Assistent von Jürgen Klinsmann. Ein Selbstläufer waren die Vertragsverlängerungen in der Vergangenheit nicht immer.

Chronologie: Die Vertragsverlängerungen von Joachim Löw

August 2006: Das WM-Sommermärchen beflügelt noch die deutsche Fußball-Seele. Joachim Löw erhält als Nachfolger von Jürgen Klinsmann einen Vertrag als Bundestrainer bis zur EM 2008. Der Assistent wird zum Chef befördert und erklärt den EM-Titelgewinn zu seinem Ziel.

Oktober 2007: In feierlichem Rahmen verkündet DFB-Präsident Theo Zwanziger beim DFB-Bundestag die vorzeitige Vertragsverlängerung auf der Bühne des Staatstheaters in Mainz. Der Bundestrainer bekommt nach geglückter EM-Qualifikation einen neuen Kontrakt bis zur WM 2010.

Februar 2010: Nach Indiskretionen von Zwanziger in einem Boulevardblatt zu einer angeblichen fixen Verlängerung bis 2012 herrscht Eiszeit zwischen Löw und der DFB-Spitze. Das Thema wird vertagt und kocht bei der WM in Südafrika immer wieder hoch.

Juli 2010: Mit dem Schwung der guten Südafrika-WM kommt es zu einer Einigung. Löw bekommt einen neuen Vertrag bis zur EM 2012. Aus der Hängepartie lernte der damalige DFB-Generalsekretär und spätere DFB-Chef Niersbach: Diese Debatte dürfe ein Turnier nie mehr überlagern.

März 2011: Diesmal geht es schnell und geräuschlos. Nach Geheimverhandlungen wird der nur acht Monate zuvor geschlossene Vertrag vorzeitig bis zur WM 2014 verlängert - auch Zwanziger ist glücklich. „Wir haben noch einige Ziele vor uns“, sagte Löw.

Oktober 2013: Niersbach ist mittlerweile DFB-Chef und will ohne Vertragsdebatten zur WM 2014. Nach der Qualifikation für Brasilien wird das Arbeitspapier mit dem Bundestrainer bis zur EM 2016 ausgedehnt. Löw-Assistent Flick wird zum Sportdirektor befördert.

März 2015: Nach dem WM-Titel 2014 will der DFB den Weltmeister-Coach frühzeitig länger binden. Mitten in der Qualifikation zur EM 2016 einigt sich der Verband mit Löw auf eine Verlängerung des Vertrags bis zur WM 2018 in Russland. Auch Co-Trainer Thomas Schneider und Torwartcoach Andreas Köpke erhalten neue Arbeitspapiere.

Oktober 2016: Der neue DFB-Präsident Reinhard Grindel hätte mit Löw am liebsten schon vor der Europameisterschaft in Frankreich bis zum nächsten EM-Turnier 2020 verlängert. Löw ziert sich, stimmt dann aber schneller als gedacht dem Werben zu. Er gibt sein Ja-Wort bis 2020.

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erstellt am 31.Okt.2016 | 13:33 Uhr

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