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Sportticker

07. Dezember 2016 | 21:28 Uhr

Bundesliga-Kolumne : Schritt-Macher, Feindes-Land, Trainer-Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Markus Gisdol erzählt das Blaue vom Himmel, kommentiert Jürgen Muhl.

Mehr Redner als Trainer: Der Mann erzählt das Blaue vom Himmel. Jede Woche neu. Man sei einen Schritt weitergekommen, sagte Markus Gisdol nach dem glücklichen Unentschieden in Mönchengladbach. Nach dem Remis in Hoffenheim wiederholte er sich. Wie auch am Sonnabend nach nur einem Punkt im Nordderby gegen Werder. Der „Schrittmacher“ veränderte seine Wortspielereien nur leicht.

„Das Pflänzchen wächst so langsam. Wir haben mittlerweile mehr als Ansätze“, fabulierte der HSV-Trainer. Was auch immer Gisdol damit meint. Und: Neuzugänge in der Winterpause seien „unabdingbar“. Mit anderen Worten: Herr Kühne möge seine Schatulle wieder einmal öffnen. Neue Leute, so der überschätzte Trainer, brauche der HSV. Einkaufen, am besten in Brasilien, wo man mit Cleber und Santos für viel Geld wenig Qualität geholt hat.

Wintereinkäufe helfen in der Regel kaum. Tummelt sich zwischen Weihnachten und Ende Januar doch meistens mehr Masse als Klasse auf dem Markt. Aber auf diesem Gebiet kennen sich die HSV-Einkäufer ja bestens aus.

Als „Schicksalsspiel“ war das Nordderby angekündigt worden. In einem Trainingslager sollten die Profis auf die Bedeutung der Partie eingeschworen werden. Die Herren müssten sich besser kennenlernen, signalisierte Gisdol. Was ja auch wirklich Zeit wird nach einem halben Jahr, in dem nicht viel funktionierte.

Die Mannschaft appellierte zudem an die Fans, doch bitteschön nicht zu pfeifen, sondern zu applaudieren. Die meisten der zahlenden Zuschauer folgten überraschend den Wünschen der spielenden Millionäre. All dies half auch nicht so recht. Vielleicht ja beim nächsten Schritt, den Gisdol geht.

Münchner Attacke: Erst der plumpe Angriff in kriegsähnlicher Militärsprache, dann die Entschuldigung. „Wir haben neben Dortmund einen zweiten Feind, den wir jetzt endlich wieder attackieren können.“ Bayerns Abteilung Attacke ist wieder im Spiel. Uli Hoeneß greift RB Leipzig an. Einen Tag später entschuldigte sich Hoeneß für seinen unsportlichen Aussetzer. Aus Feind wird Rivale. Ja, einen neuen Rivalen haben die Bayern in der Tat. Leipzig aber lässt sich nicht einschüchtern und gibt der Liga einen frischen Anstrich.

Abzuwarten bleibt, wie die Bayern neben dem Spielfeld reagieren. So wie in früheren Zeiten, als sie die aufmüpfige Konkurrenz – teilweise noch in der Winterpause – mit dem Abwerben der besten Spieler schwächen konnten. Dies wird im Fall Leipzig aber nicht so einfach. An Geld mangelt es dort nicht. Eine neue Art des Wettbewerbs. Daran müssen sich die Bayern erst gewöhnen. Ihre Abteilung Attacke steht vor neuen Herausforderungen. Hoeneß wird sich wieder zu Wort melden. In seiner eigenen Art. Deftig.

Bedenken: In Bremen ist man sich nicht mehr so sicher, ob die Beförderung von Nachwuchstrainer Alexander Nouri die richtige Entscheidung war. Es gibt Stimmen, wonach Nouri seiner Arbeit zu nett und zu inkonsequent nachgeht. Daran ändert auch der Punktgewinn in Hamburg nichts. Der Coach soll gar die Spieler in der Torwartfrage – Drobny oder Wiedwald – gefragt haben. Sollte Werder gegen Ingolstadt nicht gewinnen, könnte es für Nouri selbst im beschaulichen Bremen eng werden.

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erstellt am 28.Nov.2016 | 10:28 Uhr

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