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Sportticker

01. Oktober 2016 | 06:55 Uhr

Europameister Deutschland : Nach EM-Sieg: Jetzt hofft SH auf den neuen Handball-Boom

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach dem grandiosen EM-Titel erwarten Schleswig-Holsteins Funktionäre Rückenwind für ihren Sport: „Vorlage der Nationalmannschaft nutzen“

Kiel | Der großartige EM-Auftritt und der EM-Titel der deutschen Nationalmannschaft war auch im Handball-Land Schleswig-Holstein zwei Wochen lang in aller Munde. Ob beim Public Viewing im Kieler Bahnhof oder in vielen privaten Runden – überall wurde bei den dramatischen Spielen der DHB-Auswahl mitgefiebert und mitgezittert. Nach dem Titelgewinn gab es in Deutschland beim Jubel und den Glückwünschen keine Grenzen mehr.

Karl-Friedrich Schwark, Präsident des schleswig-holsteinischen Handballverbandes (HVSH), glaubt, dass der sensationelle Triumph in Polen ähnliche Strahlkraft entfalten kann wie der WM-Titel 2007. „Damals gab es einen spürbaren Schub an neuen Mitgliedern und Jugendlichen, die Handball spielen wollten. Ich bin zuversichtlich, dass wir das wieder erleben.“

Es wäre bitter nötig, denn seit Jahren sind die Mannschaftszahlen rückläufig. Laut HVSH-Geschäftsführer Gerd Adamski sei „gerade die Entwicklung in der Jugend dramatisch“ – trotz der Erfolge von THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt. „Das hat mit demografischen Entwicklungen zu tun, aber auch damit, dass die Nationalmannschaft einige Jahre nicht erfolgreich war“, sagt Schwark. Das junge Team von Trainer Dagur Sigurdsson könnte nun neue Begeisterung wecken, hofft Schwark: „Handball wird wahrgenommen, man redet darüber.“

Schwark mahnt, frühere Fehler nicht zu wiederholen. „Wir haben uns nach 2007 alle zu sehr auf dem Erfolg ausgeruht“, bekennt der Funktionär, der seit 2005 dem DHB-Präsidium angehört. Ähnlich sehen es die Geschäftsführer von SG Flensburg-Handewitt und THW Kiel. „Wir haben lange auf so einen Erfolg des Zugpferds Nationalmannschaft gewartet. Daran haben das Jugendzertifikat für die Nachwuchsarbeit der Profiklubs und die gute Arbeit von Dagur Sigurdsson großen Anteil.

In diese Richtung müssen wir weitergehen – nichts kommt von allein“, sagt Dierk Schmäschke (Flensburg). Der Kieler Thorsten Storm sieht im Handball einen „schlafenden Riesen, der jetzt die Vorlage der Nationalmannschaft nutzen muss“. Beide Manager hoffen, dass ARD und ZDF das Potenzial des Handballsports erkennen und die WM 2017 nicht im Pay-TV verschwindet. „Sonst interessiert bald wieder nur, was FC Bayern und Borussia Dortmund machen“, meint Storm.

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erstellt am 01.Feb.2016 | 06:30 Uhr

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