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Sportticker

03. Dezember 2016 | 18:50 Uhr

EM-Viertelfinale Deutschland-Italien : Manuel Neuer gegen Gianluigi Buffon: Das Treffen der Torwartgiganten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das EM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Italien wird auch zum Duell der Ausnahmekönner zwischen den Pfosten.

Alles Infos, Liveticker und Spielpläne finden Sie unter shz.de/fussball-em

Manuel Neuer oder Gianluigi Buffon? Für Italiens Torwartlegende steht ohne Zweifel fest, wer die Nummer eins ist. „Definitiv Neuer. Er ist jünger als ich, er ist ein außergewöhnlicher Torhüter“, schwärmte der italienische Weltmeister von 2006 über den deutschen Weltmeister von 2014 und fügte schmunzelnd hinzu: „Eigentlich bin ich zu alt für solche Vergleiche.“

Der 38-Jährige, der vor Länderspielen die Nationalhymne schmettert wie kein Zweiter, macht vor dem Treffen der Torwartgiganten ein bisschen auf Understatement. Neuer konterte derweil ebenfalls mit einem Schmunzeln. Derartige Komplimente habe man sich „schon in der Vergangenheit hin- und hergeschoben“, meinte der 30-Jährige. „Aber ich glaube nicht, dass es am Sonnabend um die Torleute gehen wird, sondern um Italien gegen Deutschland.“

Da untertreibt diesmal Neuer, denn natürlich geht es im EM-Viertelfinale zwischen der DFB-Elf und der Squadra Azzurra in Bordeaux (Sonnabend, 21 Uhr/live ARD und im Fan-Ticker auf shz.de) auch und besonders um die zwei Ausnahmekönner im Tor. Gerade in den entscheidenden Kräftemessen auf dem Weg zum Titel stehen die Keeper traditionell ganz besonders im Fokus. Hinzu kommt: Neuer und Buffon sind in Frankreich die Kapitäne ihrer Teams – und sie sind beide bislang noch ohne Gegentor.

Seit 2003 machen die zwei Torwartikonen – zusammen mit dem Spanier Iker Casillas – den Titel des Welttorhüters praktisch unter sich aus. Neuer gilt aktuell als der Beste seines Fachs. Prägend sind der 30-jährige Neuer und der acht Jahre ältere Buffon in Verein und Nationalelf allemal beide. „Sie sind nicht nur auf dem Platz wichtig, wie sie dort die Mannschaft führen und dirigieren, sondern auch außerhalb des Spielfelds sind sie entscheidende Figuren“, hob Bundestorwarttrainer Andreas Köpke hervor und stellte fest: „Die beiden sind die besten Torhüter bei diesem Turnier.“

Neuer präsentierte sich bei seinen seltenen Abwehraktionen in Frankreich als sicherer Rückhalt. Buffon, als italienischer Rekordmann mit 160 Länderspielen mehr als doppelt so oft im Nationalteam eingesetzt wie Neuer, war als herausragender Rückhalt maßgeblich am Achtelfinalerfolg der Squadra Azzurra gegen Spanien beteiligt – gegen Andres Iniesta und Gerard Pique rettete er drei Mal glänzend. „Gigi bringt seit zwei Jahrzehnten Topleistungen und ist nach wie vor Weltklasse. Er gehörte natürlich auch zu meinen Vorbildern“, verriet Neuer dieser Tage.

Im Fall der zwei Welttorhüter sind es mehr als die branchenüblichen Höflichkeiten. Wie sehr sich die beiden schätzen, sieht man bei den häufigen Duellen zwischen Bayern München und Juventus Turin. Regelmäßig beglückwünschen oder begrüßen sich die beiden Schlussleute mit einem Lächeln im Gesicht, klatschen sich fair ab. Fast schon gewohnheitsgemäß hat Bayern-Keeper Neuer dabei das bessere Ende für sich: Er kassierte bei drei Siegen und einem Remis vier Gegentore. Juve-Legende Buffon musste in jenen Partien den Ball zehn Mal aus dem eigenen Kasten holen. Allerdings: Bei den drei Länderspielen liegt Neuer hinten – zwei Remis, eine Niederlage, vier Gegentore. Buffon griff drei Mal hinter sich.

„Man muss vor Gigi den Hut ziehen, auf welchem Niveau er noch spielt“, sagte Köpke, der die eigene Karriere im Alter von 39 Jahren beendet hatte. Seinem Schützling Neuer traut er noch viele erfolgreiche Jahre zu: „Manuel will sich immer weiterentwickeln, ist wissbegierig, will immer noch mehr trainieren. Und zum Glück ist er bis jetzt von schwereren Verletzungen verschont geblieben. Ich glaube, dass er noch sehr, sehr lange auf diesem Niveau spielen kann.“ Aber auch Buffon, in seiner Heimat „der ewige Gigi“ genannt, hat schon betont, bis zur WM 2018 weitermachen zu wollen.

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erstellt am 01.Jul.2016 | 10:45 Uhr

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