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Neuer Cheftrainer bei SG Flensburg-Handewitt : Maik Machulla: „Ich habe Respekt, aber keine Angst“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der 40-jährige Maik Machulla geht mit großer Vorfreude an seine künftige Aufgabe als Chefcoach beim Handball-Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt.

Flensburg | Die SG Flensburg-Handewitt geht mit einem neuen Trainer in die neue Saison. Maik Machulla (40) löst Erfolgscoach Ljubomir Vranjes ab. Unseren KiNa-Reportern Jannick Lübke (14) und Niklas Freese (15) stand der künftige Chefcoach des aktuellen Spitzenreiters der Handball-Bundesliga zusammen mit seiner Tochter Alva (13) Rede und Antwort und sprach über seine Pläne, Ziele und die anstehende Endrunde des DHB-Pokals in Hamburg.

Herr Machulla, glauben Sie, dass Sie von Ihren Spielern, mit denen Sie teilweise noch selbst zusammengespielt haben, als Cheftrainer respektiert werden?
Das hoffe ich doch sehr. Wir respektieren uns alle, sowohl das Trainerteam als auch die Spieler untereinander. Das ist sehr wichtig und wird auch so sein, wenn ich Cheftrainer werde.

Ist es für die Spieler eine große Umstellung, dass Sie vom Co- zum Cheftrainer befördert werden?
Das glaube ich schon. Es ist erst einmal für mich eine Umstellung und vielleicht am Anfang auch eine merkwürdige Situation. Das wird auch bei den Spielern so sein, denn ein Co-Trainer ist immer ein wenig näher an der Mannschaft dran als der Cheftrainer. Ich habe auch noch mit einigen Spielern zusammen gespielt, da ich erst vor drei Jahren mit dem aktiven Handball aufgehört habe. Deshalb ist die Bindung zu den Spielern natürlich eine andere als die vom Cheftrainer. Ich glaube absolut, dass dies von Vorteil ist, da ich weiß, wie die Jungs ticken und welche Stärken und Schwächen sie haben.

Wie ist denn Ihr Verhältnis zu Ljubomir Vranjes?
Wir haben ein gutes und freundschaftliches Verhältnis, da wir uns auch schon privat sehr, sehr lange kennen. Es ist ein äußerst respektvolles Miteinander. Wir wissen, wann wir ernst machen müssen und wann wir uns auch mal einen Spaß erlauben können. Es ist eine ganz tolle Zusammenarbeit.

Und was wäre, wenn Sie nächste Saison gegen Telekom Veszprem spielen würden?
Wenn die Auslosung das hergibt, würde ich mich natürlich sehr auf diese Spiele freuen, weil es bestimmt etwas Tolles ist, gegen Ljubo zu spielen.

Alva, wie hast Du reagiert, als Dein Vater das Angebot angenommen hat?
Ich habe mich natürlich für meinen Vater gefreut und war auch sehr stolz auf ihn, dass er so eine große Verantwortung übernimmt.

Und ist es toll, so einen prominenten Vater zu haben?
Das ist mir eigentlich egal.

Herr Machulla, haben Sie Ihre Familie bei der Entscheidung, Cheftrainer zu werden, mit einbezogen?
Das war ein langer Prozess. Es ist ja keine einfache Entscheidung, diesen Job anzunehmen. Die Familie muss mitziehen und voll dahinter stehen, denn sie kommt bei so einem Job natürlich auch manchmal viel zu kurz. Aber wenn das alle mittragen, dann hat man den Rücken frei, und dann macht es Spaß. Das ist sehr sehr wichtig.

Welche Ziele haben Sie für die nächste Saison?
Wir wollen erst einmal versuchen, diese Saison erfolgreich abzuschließen. Und dann gucken wir, wie wir in die Vorbereitung starten. Aber das Ziel von uns ist es immer, jedes Spiel zu gewinnen.

Wie würden Sie sich selbst als Trainer beschreiben?
Ich glaube, dass ich ein emotionaler Trainer bin. Ich versuche, mit der Mannschaft gemeinsam die Ziele zu erreichen. Doch ich bin auch ein Trainer, der weiß, wie und was er haben will, und der das dann auch durchsetzen wird.

War es schon immer Ihr großer Traum, einmal eine Profimannschaft zu trainieren?
Es ist oft so, dass man nach einer Spielerkarriere überlegt, was man jetzt machen will. Ich habe 20 Jahre auf diesem Niveau Handball gespielt. Und dann kommt irgendwann die Überlegung, da weiterzumachen, weil man sich auf diesem Gebiet schon sehr gut auskennt. Und es ist ja auch das, was man am besten kann.

Haben Sie Angst vor Ihrer anstehenden Aufgabe als Cheftrainer?
Angst habe ich nicht, aber man sollte schon eine Portion Respekt davor haben und vielleicht manchmal auch demütig sein, um das alles einschätzen zu können. Also ich glaube nicht, dass es angebracht ist, ängstlich an die Sache heran zu gehen, aber auch nicht mit zu viel Selbstvertrauen. Man ist gut aufgehoben, wenn man einen Mittelweg findet.

Kommen wir zum aktuellen Geschehen: Welche Erwartungen haben Sie beim Final Four am Wochenende?
Es ist eine tolle Erfahrung, dabei zu sein, denn es ist immer was Besonderes. Natürlich fahren wir nach Hamburg, weil wir Pokalsieger werden wollen. Aber es sind wie immer drei andere Teams da, die genau das gleiche Ziel haben. Wir haben mit den Löwen einen sehr starken Halbfinalgegner. Wenn wir das geschafft haben, gucken wir, wen wir dann kriegen und versuchen, auch den Pott zu holen.

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erstellt am 07.Apr.2017 | 10:49 Uhr

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