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Sportticker

25. Mai 2016 | 07:18 Uhr

„Es ist ein richtiger Hexenkessel“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fünfmalige Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth will beim Reitturnier in Neumünster mit der Stute Weihegold brillieren

Die Weltcup-Kür bei den VR Classics, dem derzeit in Neumünster stattfindenden internationalen Reitturnier, ist stets als erstes ausverkauft. Mit am Start am Sonntag ist Deutschlands erfolgreichste Dressurreiterin, Isabell Werth aus Rheinberg. Die fünfmalige Olympiasiegerin und sechsfache Weltmeisterin ist die Rekordsiegerin – sechs Mal triumphierte sie in den Holstenhallen. Mit der Stute Weihegold Old, die zu den Spitzenpferden des deutschen Dressursports zählt und üblicherweise von ihrer Mitarbeiterin Beatrice Buchwald geritten wird, will sie auch im Olympiajahr in Neumünster für Furore sorgen. Unsere Mitarbeiterin Martina Brüske sprach mit der 46-jährigen Reiterin.

Frau Werth, Sie kennen den Weltcup in Neumünster in- und auswendig. Was macht den Reiz aus?

Hier herrscht eine Superstimmung in der Halle. Es ist ein richtiger Hexenkessel. Erfreulicherweise sind die Karten ja immer ganz früh ausverkauft, auch die nationale Grand Prix Tour. Zahlreiche Züchter sind da, es ist ein sehr fachkundiges Publikum. Der Standort Neumünster ist wichtig, bietet Niveau und das macht dann großen Spaß.

Es gibt Standorte, die mehr Tribünenplätze haben oder in großen Städten liegen. Der Weltverband FEI schaut ja auch auf Rahmenbedingungen. Gleichwohl bleibt Neumünster bis 2018 Weltcup-Standort Dressur…

Das ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Klar, die Halle ist eng, aber dafür bis auf den letzten Platz gefüllt. Ich habe dort noch nie mit einem Pferd Probleme gehabt, obwohl die Zuschauer dicht dran sind und fast mit im Sattel sitzen. Der neue Boden ist jetzt das i-Tüpfelchen. Die Rahmenbedingungen sind gut, die Veranstaltung ist in Sachen Emotionen und Resonanz top. Ich würde mir allerdings wünschen, das gilt auch für andere deutsche Turniere, dass die Dressurreiter nicht um fünf oder sechs Uhr Hallentraining haben, sondern wie in Amsterdam um acht Uhr.

Weihegold Old wird regulär von Beatrice Buchwald geritten, in Amsterdam im Januar und jetzt in Neumünster von Ihnen. Ist das die Strategie – zwei internationale Ergebnisse mit Weihegold, damit diese Kombination für Olympia nominiert werden kann?

Wir haben das von Anfang an im Team so besprochen. Dazu gehören neben Beatrice auch die Besitzer-Familie Arns-Krogmann, Madeleine Winter-Schulze und die Rheinberger Stiftung. Bei sportlicher Notwendigkeit steht mir die Stute zur Verfügung. Ziel ist, Weihegold weiter zu entwickeln und Beatrice weiter zu stärken. Ich werde mit Emilio und Don Johnson und in der grünen Saison mit Bella Rose, meiner Nummer eins, alle Optionen nutzen. Die stärkste Kombination soll sich für Rio empfehlen.

Was schätzen Sie an Weihegold und Beatrice Buchwald?

Sie haben einen Riesensprung nach vorn gemacht. Es ist ja gerade mal eine Handvoll Grand-Prix-Erfahrung, die beide gemeinsam haben. Dank eines unkomplizierten und intelligenten Pferdes war das möglich. Ich habe die Stute ja auch immer mal mitgeritten, sie ist extrem leistungsbereit. Dass sich Weihegold so weiterentwickelt hat, ist schon erfreulich und nicht der Regelfall.


Olympiagold für die deutschen Dressurreiter ist kein Selbstgänger mehr. Wie gut sind die deutschen Reiter 2016 aufgestellt?

Das Rennen ist völlig offen. Die anderen Nationen kochen auch alle nur mit Wasser. Wenn ich mir unseren Olympiakader so anschaue, dann sind wir ganz gut aufgestellt und brauchen uns nicht zu genieren.

>Weitere Infos: www.vr-classics.de

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erstellt am 19.Feb.2016 | 07:00 Uhr

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