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Sportticker

10. Dezember 2016 | 21:32 Uhr

HSV, Borussia Dortmund, Werder Bremen : Bundesliga-Kolumne: Tor-Flaute, Groß-Verdiener, Abstiegs-Trio

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Offenbar hat auch Thomas Tuchel den Durchblick verloren, in Köln lief es wie im Zirkus, kommentiert Jürgen Muhl.

Traurige Nullnummern: Was für ein langweiliger Spieltag, was für ein schlechter Fußball. Die beiden Nullnummern in Mönchengladbach und in Dortmund waren auch bei einem Glas gutem Wein kaum auszuhalten.

Es war eines der schlechteren Revierderbys, wenn nicht das schlechteste in den vergangenen zehn Jahren. Während die Borussia völlig von der Rolle ist und ihre spielerische Linie verloren hat, reichte Schalke ein rustikaler Auftritt zum Punktgewinn. Kaum Torchancen auf beiden Seiten. Kampf und Krampf, mehr nicht. So haben die beiden anspruchsvollen Ruhrpottclubs im oberen Tabellendrittel nichts zu suchen.

Offenbar hat auch Thomas Tuchel den Durchblick verloren. Überraschte der eigenwillige BVB-Trainer vor dem Anpfiff doch mit der Aussage, Schalke sei eine „Männermannschaft“. Wobei er damit ja nicht falsch liegt. Ein besseres Mädchenpensionat ist die Liga beileibe nicht.

Die übermächtigen Bayern haben wohl eher RB Leipzig als die Dortmunder im Blick. Es ist erstaunlich, wie dominant und selbstbewusst der Aufsteiger sein Pensum abspult. Die Red-Bull-Auswahl beeindruckt mit Spielauffassung, sehenswerter Technik und ausgebuffter Taktik. Die Handschrift von Sportdirektor Ralf Rangnick ist nicht zu übersehen. Es wird Zeit, dass die neue Fußballmacht im Osten auch im Westen Anerkennung findet. Ohne Geld läuft nun einmal nichts. In Leipzig ist es Red Bull, in München sind es Audi, Telekom und Adidas, in Hoffenheim Dietmar Hopp, auf Schalke die Russen von Gazprom, in Wolfsburg zahlt Volkswagen die Zeche, in Ingolstadt Audi. Und in Hamburg stützt Klaus-Michael Kühne den Schuldenhaushalt.

Wie im Zirkus: Der HSV in seinen pinkfarbenen Auswärtstrikots, der 1. FC Köln hatte die Karnevalshemden aus dem Spind geholt. Die bunte Manege in Köln-Müngersdorf schien dem Hamburger Personal zunächst zu gefallen. Es hatte den Anschein, als wollten die hoch bezahlten Profis einmal etwas für ihr Geld tun. Bis zum Feldverweis von Bobby Wood ging die Rechnung auf – danach aber war es wieder geschehen um den HSV. Auch Markus Gisdol kann diesen Club offenbar nicht inspirieren.

Laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zahlt der HSV trotz fast 100 Millionen Euro Schulden mit die höchsten Gehälter der Liga. Adler, Djourou, Holtby und Lasogga verdienen jeweils deutlich mehr als zwei Millionen Euro im Jahr. Und Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer, der seit Sommer 2014 vier Trainer und zwei Sportdirektoren verschlissen hat, zahlt sich selbst mehr als eine Million Euro. Selbstbedienungsladen Hamburger Sport-Verein.

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Sorgen im Norden: Nicht nur der HSV bereitet den Fans in Norddeutschland Kummer. Auch in Bremen und Wolfsburg ist die Angst vor dem Abstieg groß. An der Weser hat die Euphorie um Trainer Alexander Nouri nicht lange gehalten. Kritik wird laut, Nouris Freunde werden weniger. Heimpleite gegen Freiburg – das hat mit Fahrlässigkeit zu tun. Und in Wolfsburg gehen VW-Arbeiter in ihrer Eigenschaft als VfL-Fans auf die Barrikaden und zeigen den Millionären ihre Lohnzettel. Ein Protest der anderen Art.

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erstellt am 31.Okt.2016 | 09:42 Uhr

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