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Sport

05. Dezember 2016 | 19:37 Uhr

Playoff-Hinspiel in Hadersleben : SønderjyskE gegen Sparta Prag: Zugriff auf die Europa League

vom
Aus der Onlineredaktion

Außenseiter sein, das liegt den Kickern von SønderjyskE. Am Donnerstagabend ab 18.15 Uhr geht es gegen Sparta Prag im Playoff-Hinspiel um den Beginn des letzten Kapitels der langen Odyssee zum ganz großen Abenteuer.

Hadersleben | „Das ist das größte Spiel der Vereinsgeschichte. Das haben wir jetzt schon ein paar Mal gesagt, aber die Spiele werden immer größer“, sagt SønderjyskE-Trainer Jakob Michelsen voller Vorfreude vor der historischen Stunde. Beim Playoff-Hinspiel in der Europa-League-Qualifikation am Donnerstag ab 18.15 Uhr im ausverkauften Haderslebener Sydbank Park empfängt die dänische Provinzstadt Sparta Prag, den tschechischen Hauptstadtclub und Rekordmeister. Der Sender TV3+ überträgt die Begegnung live.

Hadersleben hat weniger Einwohner als Schleswig, der Kader einen Marktwert kaum größer als Holstein Kiel und das Stadion ist nicht größer als das in Flensburg. Der Unterschied: Hadersleben blickt anders als viele deutsche Großstadt-Clubs Europapokal-Nächten entgegen.

Der SønderjyskE-Coach kann dennoch nur die zwei üblichen Journalisten beim offiziellen Pressetermin vor dem Abschlusstraining begrüßen. An die 20 Medienvertreter aus Tschechien wurden erst am Mittwochnachmittag in Hadersleben erwartet, die landesweiten dänischen Medien glänzten durch ihre Abwesenheit. Michelsen ließ die Journalisten auch ganz schön lange warten, mehr als 45 Minuten lang, in denen er sich mit den Spielern Videomaterial vom Gegner ansah. Taktisch gut vorbeitet muss der dänische Vizemeister sein, wenn er überhaupt eine Chance gegen die Tschechen haben will.

Die „BluE Section“ der Hellblauen macht sich war für das Fußball-Fest in Nordschleswig.
Die „BluE Section“ der Hellblauen macht sich war für das Fußball-Fest in Nordschleswig. Foto: Ute Levinsen

„Das ist eine Klassemannschaft, die in der vergangenen Saison im Viertelfinale der Europa League stand. Das ist vielleicht die beste Mannschaft, die jemals hier war“, meint der Trainer über den tschechischen Vizemeister, dessen sportliches Niveau er mit dem des FC København vergleicht: „Die Tschechen lassen den Ball schnell durch die eigenen Reihen laufen, ein wenig wie der FC Nordsjælland, nur mit mehr Qualität, und gleichzeitig ist die Mannschaft körperlich so stark wie der FCK.“

Michelsen sah sich am vergangenen Sonnabend den 1:0-Sieg von Sparta Prag im Lokalderby gegen Bohemians Prag live im Stadion an und war beeindruckt, will aber dennoch eine gute Ausgangslage für das Rückspiel am nächsten Donnerstag schaffen.

Packende Duelle wie hier gegen Lublin erwarten am Donnerstag die Zuschauer.
Packende Duelle wie hier gegen Lublin erwarten am Donnerstag die Zuschauer. Foto: dpa

„Wir wollen zumindest das Duell ums Weiterkommen offen halten. Egal wie der Gegner heißt, ist eine gute Ausgangslage aus dem Heimspiel ein Sieg oder ein 0:0, aber fragst du mich nach dem Spiel, kann es auch sein, dass ich mit einem anderen Ergebnis, beispielsweise einem 1:1, zufrieden bin. Die Tschechen sind auf alle Fälle große Favoriten“, so der SønderjyskE-Trainer, dessen Mannschaft am Sonntag bei der 0:4-Klatsche in Brøndby baden ging und der auf die Frage nach dem Zustand seiner Mannschaft folgende Antwort hat: „Körperlich sind wir nach dem harten Programm der der vergangenen Wochen angeschlagen, aber mental sehe ich den Zustand als gut an. Wir sind sehr gut darin, nach einem Spiel einen Neustart zu machen, egal ob das jetzt nach einem Sieg oder nach einer Niederlage ist.“ In der Superliga zollen die Haderslebener der Doppelbelastung deutlichen Tibut. Nach fünf Spieltagen der Vizemeister noch sieglos und liegt mit nur zwei Punkten auf dem drittletzen Tabellenplatz.

Michelsen freut sich auf die Länderspielpause nach dem Lokalderby gegen Schlusslicht Esbjerg am 28. August. „Danach sind wir international entweder in der Gruppenphase oder draußen, und es wartet nach der Länderspiel-Pause in beiden Fällen ein normaleres Programm. Die Doppelbelastung wird ihren Preis haben und hat auch schon ihren Preis gehabt. Wir hätten schon gerne mehr Punkte in der Superliga gehabt, aber wir werden nach der Länderspiel-Pause sehen, wie viel es gekostet hat“, sagt der Trainer.

Egal wie es gegen die Tschechen ausgeht, es wird für lange Zeit das letzte Europapokal-Heimspiel in Hadersleben sein, denn sollten die SønderjyskE-Fußballer eine weitere Sensation schaffen und den Europa-League-Viertelfinalisten der vergangenen Saison aus dem Rennen werfen, würde dies nun doch den Umzug in ein anderes Stadion bedeuten. „Die Uefa fordert 8000 Sitzplätze bei Spielen in der Gruppenphase der Europa League, und damit können wir im Sydbank Park aktuell nicht dienen“, sagt der SønderjyskE-Direktor. Bei einem Umzug wäre die Blue Water Arena in Esbjerg mit einem Fassungsvermögen von 17.000 Zuschauern die erste Wahl.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 17:52 Uhr

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