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Olympia 2016 in Rio - Nachrichten, Ergebnisse und Medaillenspiegel

10. Dezember 2016 | 08:03 Uhr

Olympische Spiele in Rio : Zieleinlauf von Anna und Lisa Hahner: „Schlag ins Gesicht gegenüber allen anderen Athleten“

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat Kritik am gemeinsamen Zieleinlauf der Zwillinge. PR-Interessen dürften nicht über sportlichen stehen.

Rio de Janeiro | Sie liefen Hand ins Hand ins Ziel - dafür müssen Lisa und Anna Hahner nun reichlich Kritik einstecken. Der Deutsche Leichtathletik-Verband rügte den Marathon-Auftritt der Zwillinge bei den Olympischen Spielen in Rio. „Einen olympischen Lorbeer haben sich die Hahner-Zwillinge mit ihrem Auftritt und ihren Leistungen nicht verdient“, schimpfte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen am Montag in Rio de Janeiro. „Hand in Hand geht man spazieren, aber nicht über eine olympische Marathon-Distanz.“

Die Hahner-Geschwister hatten ihr olympisches Marathon-Rennen mit mehr als 21 Minuten Rückstand auf die Siegerin und mehr als 15 Minuten über ihren Bestleistungen auf Platz 81 und 82 beendet. „Es wirkte so, als absolvierten sie einen Volkslauf und nicht die olympische Entscheidung“, wetterte Kurschilgen. Die Hahner-Zwillinge wollten sich dazu am Montag nicht öffentlich äußern. „Wir lassen das unkommentiert“, sagte Manager Thomas Dold.

Kurschilgen äußerte sein Unverständnis über die Nonchalance der beiden Athletinnen. Wenn Platzierung und Zeit bei einem olympischen Wettbewerb in den Hintergrund treten, wie es beide unmittelbar nach dem Zieleinlauf formuliert hatten, „dann ist das respektlos und ein Schlag ins Gesicht gegenüber allen anderen Athleten der deutschen Olympiamannschaft“.

Bei Olympia dürfe „die PR-Strategie nicht über den Interessen“ einer deutschen Nationalmannschaft stehen, kritisierte Kurschilgen. Die „Hahner-Twins“ hatte zwei Tage zuvor bei einem PR-Termin ihres Ausrüsters in Interviews sowie mit Foto-Shootings und Filmaufnahmen kräftig für sich geworben.

Auch die deutsche Serienmeisterin Sabrina Mockenhaupt hat für den Zieleinlauf der Zwillinge nichts übrig. Der derzeit verletzte Sportlerin warf ihnen vor, sich nicht authentisch zu präsentieren und für die Medien zu inszenieren. „Sie haben heute auch gekämpft, also kann man ihnen keinen Vorwurf machen, sie hätten nicht alles gegeben. Ich wünschte mir nur endlich mal die Ehrlichkeit, mal zuzugeben, dass es mal nicht so gelaufen ist“, schrieb die 35-Jährige in einem Facebook-Post, den sie allerdings nach kurzer Zeit wieder löschte

Lisa und Anna Hahner hatten ihr Rio-Rennen auf Facebook so kommentiert: „Platz 81 und 82. Definitiv nicht das, was wir uns erhofft haben. Ob wir zufrieden sind? Nein. Das Überqueren der Ziellinie? Dennoch eines unser größten sportlichen Momente.“

 

Seit vier Jahren hätten sie auf diesen Moment hingelebt und hintrainiert. „Dafür sind wir im Training an unser Limit und ab und zu auch darüber hinaus gegangen“, betonten sie. „Danke, an alle, die mitgefiebert haben. Wir wollen euch an unseren Lauferlebnissen teilhaben lassen.“ Und am Ende folgte noch der Hinweis: „Alle, die kein Interesse daran haben, dürfen die Seite gerne disliken.“

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erstellt am 15.Aug.2016 | 19:34 Uhr

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