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Olympia 2016 in Rio - Nachrichten, Ergebnisse und Medaillenspiegel

03. Dezember 2016 | 07:56 Uhr

Olympia-Ergebnisse 2016 : Wieder keine deutsche Medaille: Das ist in der Nacht passiert

vom

Das DOSB-Team wartet weiter auf den ersten Erfolg. Mehrere Medaillen-Kandidaten scheitern.

Rio de Janeiro | Deutschland wartet weiter auf die erste Olympia-Medaille in Rio. Stattdessen gab es viele Enttäuschungen. Nach zwei Wettkampftagen wartete das deutsche Team immer noch auf das erste Edelmetall am Zuckerhut. „Beunruhigend ist es nicht“, schätzte DOSB-Präsident Alfons Hörmann die Lage jedoch ein. „Wir müssen jetzt alle die nötige Geduld aufbringen. Da wird noch viel passieren.“ Die Entscheidungen im Überblick:

Tischtennis: Aus für Timo Boll

Timo Boll muss eine bittere Pleite verkraften.
Timo Boll muss eine bittere Pleite verkraften. Foto: Erik S. Lesser
 

Deutschlands Fahnenträger ist im Tischtennis-Einzel gescheitert. Reflexhaft wischte Timo Boll mit seinem weißen Handtuch noch einmal über die Tischtennisplatte, als sein Traum von der ersten Olympia-Einzelmedaille geplatzt war. Auch im fünften - und wohl letzten - Anlauf hat der deutsche Fahnenträger eine olympische Einzel-Medaille verpasst. Der sechsmalige Europameister unterlag am Montag in Rio de Janeiro im Achtelfinale dem Nigerianer Quadri Aruna mit 2:4-Sätzen. Jetzt kann der 35-Jährige nur noch auf seine dritte Medaille mit der Mannschaft hoffen.

Boll musste die ersten drei Sätze mit 10:12, 10:12 und 5:11 abgeben. Dann schaffte er ein 11:3 im vierten Durchgang und gewann auch den nächsten Satz - die Wende schien möglich. Doch am Ende bejubelte Aruna mit einem riesigen Luftsprung den Einzug ins Viertelfinale.

Dort wäre Boll im Falle des Weiterkommens ohnehin auf Weltmeister und Topfavorit Ma Long aus China getroffen, der den Südkoreaner Youngsik Jeoung mit 4:0 bezwang. So weit kam es aber nicht. Boll, der bereits in seinem ersten Spiel gegen den Russen Alexander Shibajew (4:3) große Mühe hatte, fand kein Mittel gegen Aruna.

Team-Kollege Dimitrij Ovtcharov kam mit einem Siebensatzsieg gegen den für Katar startenden Li Ping ins Achtelfinale.

Schwimmen: Paul Biedermann war zu langsam

Für Schwimmer Paul Biedermann reichte es über die 200 Meter Freistil nur zu Platz sechs.
Für Schwimmer Paul Biedermann reichte es über die 200 Meter Freistil nur zu Platz sechs. Foto: Michael Kappeler
 

Paul Biedermann rang sich irgendwie ein zerknirschtes Lächeln ab. „Ich habe alles gegeben, mehr war leider jetzt nicht drin. Das war das Maximum“, bilanzierte der 30-Jährige nach Platz sechs im olympischen Finale über 200 Meter Freistil. Auch in seinem letzten Einzelrennen bei Sommerspielen erfüllte sich der Traum von einer Olympiamedaille für den Weltrekordler nicht. „Aber es war ein super Rennen, die ganze Welt war vertreten“, erklärte Biedermann.

Biedermann schlug am Montag (Ortszeit) nach 1:45,84 Minuten und damit langsamer als im Halbfinale und im Vorlauf an. Zu Bronze fehlten 0,61 Sekunden. Gold über diese prestigeträchtige Strecke ging in 1:44,65 Minuten an den Chinesen Sun Yang. Silber sicherte sich Chad le Clos aus Südafrika vor dem Amerikaner Conor Dwyer.

Als Olympiasieger jubelten im Olympic Aquatics Stadium Ryan Murphy (USA/51,97 Sekunden) und Katinka Hosszu (Ungarn/58,45) über 100 Meter Rücken. Für die Ungarin war es der zweite Olympiasieg. Über 100 Meter Brust verhinderte die Amerikanerin Lilly King ein umstrittenes Gold. Die 19-Jährige schlug in 1:04,93 Minuten mehr als eine halbe Sekunde vor Dopingsünderin Julija Jefimowa aus Russland an. Weltmeisterin Jefimowa hatte sich gerichtlich ihren Start erkämpft und war in Rio mit reichlich Buhrufen und Pfiffen bedacht worden. Nach dem Rennen flossen bei der 24-Jährigen nach turbulenten Tagen die Tränen.

Turmspringer verpassen die Medaille knapp

Patrick Hausding und Sascha Klein in Aktion.
Patrick Hausding und Sascha Klein in Aktion. Foto: Felix Kästle
 

Auch Patrick Hausding und Sascha Klein haben am Montag die ersehnte erste deutsche Medaille in Rio verpasst. Die Wasserspringer wurden im Synchronspringen vom Turm undankbare Vierte - 6,03 Punkte fehlten zu Bronze. „Es ist bitter, wenn ein paar Zähler fehlen“, sagte Klein.

Vielseitigkeitsreiten: Traum von der Titelverteidigung platzt

Julia Krajewski schied nach drei Verweigerungen von Samourai Du Thot aus.
Julia Krajewski schied nach drei Verweigerungen von Samourai Du Thot aus. Foto: Friso Gentsch
 

Die Vielseitigkeitsreiter hakten die ersehnte Goldmedaille nach dem Debakel von Olympia-Debütantin Julia Krajewski, die nach drei Verweigerungen ihres Pferdes ausschied, bereits ab. „Der Traum von der Titelverteidigung ist geplatzt“, sagte Bundestrainer Hans Melzer. Immerhin gibt es noch eine Medaillen-Chance.

Schützen verfehlen

Julian Justus verpasst den Medaillenkampf.
Julian Justus verpasst den Medaillenkampf. Foto: Friso Gentsch
 

Die beiden Luftgewehrschützen Julian Justus und Michael Janker haben das Finale in Rio deutlich verpasst. Der Homberger Justus, der bei den Spielen in London Zwölfter wurde, kam am Montag auf der Olympia-Schießanlage in Deodoro mit 622,8 Ringen nur auf Platz 18. Sein Teamkollege Janker aus Hofstetten musste sich beim Olympia-Debüt mit 620,8 Ringen und Rang 29 von 50 Startern zufriedengeben. „Ich habe mich vier Jahre darauf vorbereitet. Aber es ist schwer, genau in dieser Stunde die Topleistung abzurufen. Wenn man sieht, dass das Finaleingangsergebnis nicht so hoch war wie gedacht, ist es traurig“, sagte Justus. Für das Finale der besten Acht hätten es 625,5 Ringe sein müssen.

Boxen

Araik Marutjan (blaues Trikot) im Kampf gegen Gabriel Maestre aus Venezuela.
Araik Marutjan (blaues Trikot) im Kampf gegen Gabriel Maestre aus Venezuela. Foto: LARRY W. SMITH/dpa
 

Im Boxring verabschiedete sich in Arajik Marutjan der zweite deutscher Faustkämpfer bereits in Runde eins. Der Weltergewichtler aus Schwerin unterlag am Montag Gabriel Maestre aus Venezuela nach Punkten.

Judoka ohne Chance aufs Weiterkommen

Miryam Roper kann die Mitfavoriten nicht bezwingen.
Miryam Roper kann die Mitfavoriten nicht bezwingen. Foto: Felix Kästle
 

Die deutschen Judokas müssen bei den Olympischen Spielen weiter auf ihre erste Viertelfinalteilnahme warten. Auch Miryam Roper und Igor Wandtke scheiterten am Montag in Rio de Janeiro früh. Nachdem fünf von 13 deutschen Athleten gekämpft haben, fällt die Bilanz ernüchternd aus: Kein deutscher Judoka kam über das Achtelfinale hinaus. „Uns fehlt der Ausreißer nach oben“, sagte der Präsident des Deutschen Judo-Bundes (DJB), Peter Frese.

Gold bei den Frauen gewann Rafaela Silva, die in der ersten Runde Roper besiegt hatte. Die Brasilianerin, die in einer Favela in Rio de Janeiro aufgewachsen ist, holte die erste Goldmedaille für den Gastgeber in Rio. Nach ihrem Sieg kletterte sie über die Absperrung auf die Tribüne und feierte weinend mit ihrer Familie und Freunden. Die 24-Jährige besiegte im Finale Sumiya Dorjsuren aus der Mongolei. Bei den Männern wurde der Japaner Shohei Ono Olympiasieger, Silber holte Rustam Orujow aus Aserbaidschan.

Die 34 Jahre alte Roper schied bei ihren zweiten Olympischen Spielen schon in der ersten Runde aus. Gegen Silva war der Kampf bereits nach 46 Sekunden beendet, als Roper von ihrer Gegnerin auf die Matte geworfen wurde und die entscheidende Wertung kassierte.

Auch bei den Ruderern und den Seglern lief nicht alles nach Wunsch

Immerhin schafften der Deutschland-Achter und der Doppelvierer der Männer den Einzug ins Finale und fahren dort um Gold. In der Laserjolle kam Medaillenhoffnung Philipp Buhl am Auftakttag nur zu zwei 16. Plätzen. Immerhin Gesamtsechster ist RS:X-Surfer Toni Wilhelm. Die Slalom-Kanuten stehen in allen vier Disziplinen in den Halbfinals.

Tennisspielerinnen stehen im Achtelfinale

Angelique Kerber ist ins Achtelfinale eingezogen.  
Angelique Kerber ist ins Achtelfinale eingezogen.   Foto: Michael Reynolds
 

Angelique Kerber und Laura Siegemund erreichten das Achtefinale. Deutschlands Tennis-Liebling setzte sich mit 6:4, 6:2 gegen die Kanadierin Eugenie Bouchard durch. Siegemund gewann gegen die Chinesin Zhang Shuai 6:2, 6:4. Tennis-Hoffnung Philipp Kohlschreiber musste wegen einer Fußverletzung seine Zweitrundenpartie absagen.

Für die Hockey-Teams geht es weiter

Christopher Rühr (r) schreit nach seinem Siegtreffer gegen Indien wenige Sekunden vor Schluss seine Freude hinaus.
Christopher Rühr (r) schreit nach seinem Siegtreffer gegen Indien wenige Sekunden vor Schluss seine Freude hinaus. Foto: Jeon Heon-Kyun
 

Im Soll sind die deutschen Hockey-Herren, die weiter ungeschlagen sind. Der Olympiasieger gewann auch sein zweites Turnierspiel - gegen Indien hieß es 2:1. Die Damen holten in ihrer zweiten Partie den ersten Sieg. Sie bezwangen Neuseeland ebenfalls mit 2:1.

Turnen: Siebte im Team-Finale - Toba als Motivator an Krücken

Fabian Hambüchen unterstrich im Team-Wettbewerb seine Einzel-Medaillen-Ambitionen am Reck.
Fabian Hambüchen unterstrich im Team-Wettbewerb seine Einzel-Medaillen-Ambitionen am Reck. Foto: Lukas Schulze
 

Auch ohne den verletzten Andreas Toba haben sich die deutschen Turner noch einmal verbessert und im Team-Finale den siebten Platz belegt. Mit 261,275 Punkten egalisierte die Equipe um Fabian Hambüchen am Montag vor 11.000 Zuschauern in der heißen Atmosphäre der Olympic Arena von Rio ihr Ergebnis der Spiele von London 2012. Freudig wurde Toba von den Teamgefährten nach dem letzten Gerät in ihre Arme genommen.

Toba, der Held der Qualifikation, war auf Krücken in den Innenraum gehumpelt, um ungeachtet seines Kreuzbandrisses die Mannschaft anzufeuern.

Alle Informationen zu den Olympischen Spielen finden Sie auf shz.de/olympia.

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erstellt am 09.Aug.2016 | 06:36 Uhr

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