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Olympia 2016 in Rio - Nachrichten, Ergebnisse und Medaillenspiegel

05. Dezember 2016 | 19:40 Uhr

Olympische Spiele 2016 in Rio : Vom 100-Meter-Sprint bis Handball: Das sind die Olympia-Highlights

vom

Sie sind noch nicht im Olympia-Fieber? Dann lassen Sie sich von uns anstecken. shz.de-Redakteure mit unseren persönlichen Sport-Höhepunkten von Rio.

Alle Informationen zu den Olympischen Sommerspielen finden Sie auf unserer Dossierseite shz.de/olympia

Die Vorfreude auf Rio 2016 steigt - wenn auch etwas langsam. In der Redaktion von shz.de wird bereits über die spannendsten Sportarten diskutiert. Was darf man auf keinen Fall verpassen, und welche Entscheidung ist so langweilig, dass man sich dafür nicht die Nacht um die Ohren schlagen muss. Unsere Redakteure haben ihre persönlichen Olympia-Highlights gesammelt.

Basketball

Wenn der Sport egal ist, guckt man sich eben die durchtrainierten Basketball-Spieler an.
Wenn der Sport egal ist, guckt man sich eben die durchtrainierten Basketball-Spieler an. Foto: Jorge Zapata
 

Bis eben wusste ich weder, wann Olympia wirklich losgeht, noch welche Sportarten dort überhaupt vertreten sind. Aber eines weiß ich: Wenn es am Freitag losgeht, wird der Fernseher in meiner Wohnung 24 Stunden lang laufen. Warum? Mein Freund ist euphorischer Sport-Fan. Wenn er nicht selber gerade Handball, Fußball, Fitness oder Darts trainiert, wird den restlichen Tag Sport geschaut. Die Einschaltquote ist besonders hoch bei allem, was mit Bällen zu tun hat. Und die gibt’s wohl bei Olympia in allen erdenklichen Formen - ob Rugby, Volleyball, Tischtennis oder Wasserball. Meine Taktik: Beim Basketball solange die großen, muskulösen Männer anschwärmen, bis umgeschaltet wird.

Katharina Marquardt

Schwimmen

Einer der Superstars der Schwimmszene: der US-Amerikaner Michael Phelps.
Einer der Superstars der Schwimmszene: der US-Amerikaner Michael Phelps. Foto: dpa

Schwimmen hat mir schon immer gefallen. Ob es daran liegt, dass ich im schönsten Bundesland, im Land zwischen den Meeren geboren wurde, ich weiß es nicht. Egal ob bei Michael Groß, Franzi von Almsick oder Britta Steffen - ich saß Daumen drückend vor dem Fernseher und fieberte mit. So wird es auch 2016 sein, sofern es der Dienstplan zulässt. Diesen Mix aus Kraft, Technik und Willen finde ich spannend. Auf den letzten Metern kann sich der komplette Rennverlauf noch einmal verändern - das bedeutet mitfiebern bis zum Anschlag.

In diesem Jahr besonders, denn bei den Spielen in London 2012 gab es nicht wirklich etwas für uns zu holen. Thomas Lurz gewann Silber im Freiwasser. Und im Becken? Außer Spesen nichts gewesen. Null. Nada. In Rio sieht es besser aus: Weltrekordler Paul Biedermann, Weltmeister Marco Koch und Europameisterin Franziska Hentke zählen zum Favoritenkreis.

Miriam Richter

Turmspringen

Seit 1904 ist Turmspringen eine olympische Disziplin.
Seit 1904 ist Turmspringen eine olympische Disziplin. Foto: Hannibal Hanschke
 

Olympia bedeutet Sport, und Sport hat nichts mit Kunst zu tun. Wer so etwas behauptet, hat sich noch nie das Turmspringen angeschaut. Ein kräftiger Sprung vom Brett, ein athletischer Salto, elegant ins Wasser: Ich könnte ewig zuschauen (und das sogar als bekennender Nicht-Sport-Fan). In diesem Moment, wenn die Sportler dort oben stehen, sich konzentrieren und den Absprung wagen, bin ich ganz gebannt. Wohl auch, weil ich ziemlich viel Respekt vor diesen Höhen habe. Und dabei noch gut aussehen? Allein dafür, finde ich, hat sich jeder Springer schon eine Medaille verdient.

Anna Gellner

Dressur-Reiten und 100-Meter-Sprint der Herren

Isabell Werth mit Weihegold.
Isabell Werth mit „Weihegold“. Foto: Carsten Rehder
 

Zwei Gründe sprechen dafür, nicht wegzuschalten, wenn Dressurreiten im Fernsehen läuft. Erster Grund: Es ist eine Disziplin für die erfolgverwöhnten Olympia-Fans unter uns. 35 Mal hagelte es Edelmetall bei Olympischen Spielen für deutsche Dressureiter im Einzel oder in der Mannschaft. Davon 17-Mal Gold, neun Mal Silber und neun Mal Bronze. Erst 2012 in London gelang es den Briten die Goldsträhne der deutschen Mannschaft zu stoppen und sie nach sieben Olympischen Spielen vom Podium auf den zweiten Platz zu verdrängen. Auch in Rio gehört die deutsche Equipe zu den Medaillen-Favoriten.

Zweiter Grund: Dressurreiten hat etwas Paradoxes. Die Reiter lassen ihre Pferde – Hunderte Kilogramm schwere Tiere - tanzen. Kraft trifft Leichtigkeit. Schritt, Trab, Galopp, Schrittwechsel, Pirouetten oder sogar Ritardando können sie im Einklang mit der Musik darbieten, dabei Unbeschwertheit und Eleganz ausstrahlen und auf den Punkt abrufen, was sie mit ihren Reitern einstudiert haben. Was einfach aussieht, ist das Ergebnis jahrelangen Trainings und unwahrscheinlicher Disziplin der Tiere.

Doch auch dieser Sport hat seine Doping-Sünder. 2009 wurde der Wallach Whisper von Isabell Werth in der A-Probe positiv getestet und Werth für sechs Monate gesperrt. In Rio gilt sie im Dressur-Einzel und in der Mannschaftswertung als Gold-Anwärterin. Was wegen Fällen wie diesem bleibt, ist der Beigeschmack bei den Wettkämpfen in Rio und für den einen oder anderen vielleicht ein Grund, doch wegzuschalten, wenn Dressurreiten im Fernsehen läuft.

Usain Bolt darf bei den Spielen in Rio nicht fehlen.
Usain Bolt darf bei den Spielen in Rio nicht fehlen. Foto: Antonio Lacerda
 

Alles begann im Jahr 2000 mit Maurice Greene. Damals gewann der US-Amerikaner bei den Olympischen Spielen in Sydney die Goldmedaille im 100-Meter-Sprint der Herren. 9,87 Sekunden brauchte er für die Distanz. Seine Auftritte glichen Inszenierungen: Immer wieder kam er aus dem Startblock, schnalzte mit den Lippen, ging vor und zurück. Sprintstars wie der aktuelle Weltrekordhalter Usain Bolt (9,58 Sekunden) tun es ihm heute gleich – seine Siegerpose, der Blitzewerfer, ist weltbekannt.

2008 wurde bekannt, dass Greene vermutlich gedopt war. Gerichtlich nie wegen Dopings überführt, durfte er seine Titel behalten. Ein Fall wie es sie zuhauf in der internationalen Leichtathletikwelt gibt. Vielen Weltkämpfen haftet auch 2016 dieser Makel an.

Meinem Interesse an den 100-Sprints hat es dennoch keinen Abbruch getan. Wenn die Sprinter in die Blöcke steigen, hochkonzentriert auf den Startschuss warten und dann binnen weniger Sekunden ins Ziel einlaufen, sind die meisten Kameras auf sie gerichtet. Die Bahn wird zum roten Teppich, wer ihn am schnellsten überquert wird vom Blitzlichtgewitter empfangen. Jahrelanges Training für wenige Sekunden Weltruhm - diese Absurdität ist, die mich am 14. August vor dem Bildschirm sitzen lässt, um das Finale anzuschauen. Der Gold-Favorit bei diesen Spielen? Natürlich Usain Bolt.

Mareille Jenß

Marathon

Anna Hahner (l) und ihre Zwillingsschwester Lisa Hahner werden beim Marathon in Hannover antreten.
Anna Hahner (l) und ihre Zwillingsschwester Lisa Hahner werden beim Marathon in Hannover antreten. Foto: Gregor Fischer
 

Warum ich mir einen Marathon angucke? Weil ich ihn garantiert nicht selbst laufen könnte. Nein, im Ernst: Ich finde es tatsächlich spannend, anderen Menschen beim Laufen zuzugucken. Etwas über zwei Stunden brauchen die besten der Besten für 42,195 Kilometer. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern. Das ist einfach Wahnsinn – und spannend! Marathonlaufen hat – zumindest bei den Profis – ganz viel mit Strategie zu tun. Wie schnell geht man das Rennen an? Wie viel Reserven hält man für den Schlussspurt zurück? Keiner kann den Sportlern in den Kopf schauen. Und alles kann passieren – egal, wie gut man vorbereitet ist. Manchmal streikt auch einfach der Körper.

Netter Nebeneffekt bei Marathonschauen: Endlich sieht man mal etwas von Brasilien. Die Marathonis müssen nicht in Hallen oder Stadien schwitzen. Sie sind so nah am Austragungsort wie kein anderer Sportler – und ich bekomme einen Sightseeing-Trip for free.

Dieses Jahr fiebere ich übrigens besonders mit Anna und Lisa Hahner mit. Die beiden sind Zwillinge und starten gemeinsam in Rio. Der beste deutsche Mann Arne Gabius musste seinen Olympia-Start leider absagen. Seine Hüfte lässt intensive Laufbelastungen nicht zu. Ja ja, der streikende Körper...

Christina Norden

Triathlon und Handball

Einzige deutsche Triathletin in Rio:  Anne Haug.
Einzige deutsche Triathletin in Rio: Anne Haug. Foto: Nic Bothma
 

Die Dopingskandale der Profi-Radsportler haben viele Hobby-Radfahrer nachdenklich gemacht, mich auch. Die Identifikation mit der Sportart war beschädigt, etwas Neues musste her, am besten etwas mit Radfahren. Triathlon! Ordentlich schwimmen zu lernen dauerte ein paar Jahre. Aber Triathlon ist jetzt mein Sport. Meine Distanz ist die Olympische Distanz: 1500 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen.

Seit Jan Frodeno 2008 olympisches Gold holte, ist Triathlon auch bei Olympia im breiten Fokus der Öffentlichkeit. Seitdem Frodeno auf die Langdistanz (3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer radfahren und eine Marathondistanz)  umgestiegen ist  und die regelmäßig unter acht Stunden schafft. werden bei mir Erinnerungen ans Radfahren wach.

Aber zurück zu Olympia. Die Russen starten trotz Doping-Skandal. Ist ja auch keine dopinggefährdete Sportart. Der von mir sehr geschätzte Gold-Favorit Javier Gomez hat wegen einer Verletzung abgesagt. Der Deutsche Olympische Sportbund lässt wegen angeblich zu schwacher Leistungen zwei Startplätze bei den Männern und zwei bei den Frauen verfallen und schickt nur Anne Haug nach Rio. Rebecca Robisch hat dagegen eine Klage angekündigt und fast zeitgleich ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Alles sehr unschön.

Dennoch werde ich mir am 18. August voller Interesse anschauen, wer von den beiden britischen Brownlee-Brüdern, Alistair oder Jonathan, sich die Goldmedaille abholt. Keine Ironie.

Andreas Wolff will Gold in Rio.
Andreas Wolff will Gold in Rio. Foto: Marijan Murat

Wir sind Europameister. Da geht doch auch etwas bei Olympia! Das Handballturnier der Männer wird sich über fast die gesamte Zeit der Spiele ziehen. Spätestens ab dem Viertelfinale am 17. August werde ich regelmäßig dabei sein - wenn die Deutschen noch dabei sind. Denn ich interessiere mich, obwohl ein paar Jahre selbst praktiziert, nicht für die Sportart an sich. Hier bin ich bekennender Erfolgsfan, sowohl bei der Flensburger SG als auch bei der Nationalmannschaft.

Was im Vorfeld von Olympia irritierte: Mein EM-Held, unser aller Held, Carsten Lichtlein, darf nicht mit. Hey, Dagur Sigurdsson: Der hat uns mit seinen Paraden zu Europameistern gemacht! Ob und wie oft ich Handball gucke, hängt also von der Mannschaft und ihrem Trainer ab. Wenn ihr siegt, bin ich bei euch.

Joachim Dreykluft

War Ihre Lieblingssportart nicht dabei? Hier geht es zum Olympia-Zeitplan und zu den deutschen Medaillen-Hoffnungen.

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von
erstellt am 04.Aug.2016 | 20:20 Uhr

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