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Olympia 2016 in Rio - Nachrichten, Ergebnisse und Medaillenspiegel

11. Dezember 2016 | 11:06 Uhr

Nach angeblichem Überfall bei Olympia in Rio : Schwimmer Jack Conger und Gunnar Bentz dürfen nicht ausreisen

vom

Schwimmstar Ryan Lochte machte Schlagzeilen, als er vom Überfall auf sich und sein Team berichtete. Doch es gibt Ungereimtheiten.

Rio de Janeiro | Nach Ungereimtheiten um einen Überfall auf US-Schwimmstar Ryan Lochte haben brasilianische Behörden seine zwei Olympia-Teamkollegen Jack Conger und Gunnar Bentz an der Ausreise gehindert. Beide seien aus einem Flugzeug geholt worden, das sie aus Rio de Janeiro in die USA zurückbringen sollte, sagte ein Sprecher der amerikanischen Olympia-Mannschaft am Mittwoch. Schon am Vortag hatte ein Gericht angeordnet, die Pässe von Lochte und Jimmy Feigen einzuziehen.

Hintergrund der Entscheidung sind offene Fragen rund um den Raubüberfall während der Olympischen Spiele am Sonntag in Rio de Janeiro. So hätten die Athleten nicht sagen können, wo sie genau überfallen worden seien und in welchem Taxi-Typ sie saßen. Sie hatten sich im französischen Haus an der Lagune Rodrigo de Freitas aufgehalten, rund 35 Kilometer vom Olympischen Dorf entfernt. Eine Kamera im Olympischen Dorf habe sie bei der Rückkehr gefilmt, sie hätten sehr entspannt gewirkt. Lochte habe beim Verhör von einem Mann, der sie überfallen und 400 Dollar erbeutet habe, gesprochen, Lochtes Teamkollege Feigen von mehreren.

Lochte schilderte beim US-Sender NBC den Überfall zunächst so: Die Männer hätte eine Polizeimarke gezeigt. „Und dann holten sie ihre Waffen raus und sagten den anderen Schwimmern, sie sollen sich auf den Boden legen“, sagte Lochte. „Ich habe mich geweigert, wir hatten ja nichts Falsches gemacht. Und dann zog einer seine Waffe, spannte sie, setzte sie mir an die Stirn und sagte: ,Runter‘.“ Lochte habe dann die Hände hochgenommen. „Er nahm unser Geld, meine Brieftasche, er ließ mir mein Mobiltelefon und meine Akkreditierung.“

Jetzt hat Lochte einige Details seiner ersten Aussage geändert. Gegenüber einem Journalisten des US-Senders NBC News sagte Lochte am Mittwochabend (Ortszeit), dass er und drei Teamkollegen überfallen wurden, als ihr Taxi an einer Tankstelle hielt. Zuvor hatte er behauptet, Räuber, die sich als Polizisten ausgaben, hätten das Auto angehalten. Zudem habe ein Täter ihm nicht eine Waffe direkt an den Kopf gehalten, sondern sie lediglich auf ihn gerichtet.

Conger und Bentz seien wegen der Unklarheiten zunächst festgenommen worden, aber wieder auf freiem Fuß, sagte ein Sprecher der US-Delegation am Donnerstag. Sie sollten zunächst im Land verbleiben, um den Austausch mit den Behörden zum Überfall fortzusetzen. Feigen soll sich weiter dort aufhalten. Er sei mit den lokalen Behörden in Kontakt und werde ebenfalls Aussagen zum Vorfall machen, sagte der Sprecher am Donnerstag.

Nach Angaben von Lochtes Vaters befindet sich der Schwimmstar bereits wieder in den USA. Er habe ihn am Dienstag nach seiner Ankunft angerufen, sagte Steve Lochte der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch.

Lochte hatte mit der 4 x 200 Meter Freistil Staffel der US-Männer Gold in Rio gewonnnen. Einige Medien mutmaßen, der Überfall könnte ausgedacht worden sein. So habe die Gruppe vertuschen wollen, dass sie gefeiert und getrunken haben und somit gegen gegen Olympia-Regularien verstoßen haben. Die Schwimmer hatten das jedoch bestritten.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 09:00 Uhr

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