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Olympia 2016 in Rio - Nachrichten, Ergebnisse und Medaillenspiegel

05. Dezember 2016 | 21:44 Uhr

Von Schleswig-Holstein nach Rio de Janeiro : Olympia 2016: Diese Sportler aus SH sind bei den Spielen in Brasilien dabei

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sieben Athleten aus SH fahren nach Rio de Janeiro. shz.de stellt die Sportler vor und schätzt Medaillenchancen ein.

Kiel/Rio de Janeiro | Der Zuckerhut ruft: 425 Sportler, darunter auch sieben Athleten aus Schleswig-Holstein (Stand 12. Juli), werden Deutschland bei den Sommerspielen vom 5. bis 21. August in Rio de Janeiro vertreten. Am Dienstag fand in Frankfurt die abschließende Nominierungssitzung des Deutschen Olympischen Sportbundes statt. Namentlich noch nicht nominiert wurden die Aufgebote im Fußball (Frauen/Männer), Handball (Männer) sowie im Pferdesport. In den Mannschaftssportarten erfolgt die Kaderbenennung am Mittwoch, bei den Reitern nach dem Reitturnier Chio in Aachen. Aus SH hinzukommen werden wohl noch deutsche Handball-Nationalspieler des THW Kiel.

 

Das sind die Olympioniken aus Schleswig-Holstein:

Lauritz Schoof

Lauritz Schoof aus Rendsburg.
Lauritz Schoof aus Rendsburg. Foto: shz.de/Michael Staudt
Lauritz Schoof hat trotz seiner erst 25 Jahre bereits alles erreicht, was man als Sportler erreichen kann: Europameister, Weltmeister – und als Krönung Olympia-Sieger. Am 3. August 2012 gewann der Rendsburger mit dem deutschen Doppelvierer auf dem Dorney Lake vor den Toren Londons olympisches Gold. Doch der Titel-Hunger ist noch nicht gestillt. Nach einer Auszeit im Jahr 2014 kehrte der Medizin-Student 2015 in den Doppelvierer zurück und wurde im selben Jahr bei den Titelkämpfen im französischen Aiguebelette gemeinsam mit Karl Schulze, Philipp Wende und Hans Gruhne Weltmeister. Diese vier wollen auch in Rio ganz oben auf dem Siegerpodest stehen. Die Vorbereitung verlief allerdings nicht ganz störungsfrei. Erst vor dem Weltcup-Finale in Posen Mitte Juni kehrte Gruhne ins Team zurück und ersetzte Tim Grohmann, den Schlagmann aus dem Gold-Boot von 2012. Doch die Maßnahme fruchtete. Nach zuvor vielen enttäuschenden Rennen wurde der Doppelvierer in Posen Zweiter. „Und wir haben noch reichlich Potenzial“, versprüht Schoof Zuversicht.

 

Maximilian Munski

Maximilian Munski aus Lübeck.
Maximilian Munski aus Lübeck.


Bei den Olympischen Spielen 2012 in London war Maximilian Munski noch zum Zuschauen verdammt. Die intensive Vorbereitung hatte der heute 28-Jährige zwar mitgemacht, sich aber letztlich keinen Rollsitz im Deutschland-Achter erkämpfen können. „Die Zeit war damals noch nicht reif“, erinnert er sich rückblickend. Vier Jahre später zählt der Lübecker zum festen Stamm des Großbootes. Mit der Teilnahme in Rio hat sich Munski nun einen Traum erfüllt. „Dabei zu sein, ist schon der Wahnsinn“, sagt Schleswig-Holsteins Sportler des Jahres 2015. Doch dabei zu sein, ist noch nicht alles. „Eine Medaille wäre toll, Gold zu gewinnen, ein absoluter Traum.“ 1998 begann der 1,96 Meter große Modellathlet mit dem Rudersport und hat seitdem jede Menge Titel gesammelt. Mit dem Deutschland-Achter war er Europameister und Vize-Weltmeister. Nun vielleicht bald Olympiasieger? Die Generalprobe verlief jedenfalls vielversprechend. Beim Weltcup-Finale in Posen setzte sich das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes nach einem packenden Duell gegen Weltmeister Großbritannien durch.

Maya Rehberg

Maya Rehberg.
Maya Rehberg. Foto: ow


Leichtathletin Maya Rehberg befindet sich 2016 auf der Überholspur. Erst Anfang des Jahres wurde sie Deutsche Meisterin im Crosslauf über die 4500-m-Distanz, dann vor wenigen Wochen der nationale Vizetitel über 3000 m Hindernis – und nun steht die Sportlerin der SG TSV Kronshagen/Kieler TB mit 22 Jahren vor ihrem Debüt bei den Olympischen Spielen in dieser Disziplin. Eine Medaille in Rio wäre für die Physikstudentin allerdings eine Überraschung. Am vergangenen Wochenende durfte sich Maya Rehberg bei der EM in Amsterdam von der starken internationalen Konkurrenz über die 3000 m Hindernis überzeugen. Zwar schaffte es die Kielerin als eine von zwei Deutschen in den Endlauf, mehr als Rang 13 war dann aber nicht drin. Letztlich wurde Rehberg disqualifiziert, weil sie einen Wassergraben nicht regelkonform überquert hatte – um einen Sturz mit einer Konkurrentin zu vermeiden. Für die 22-Jährige (Bestzeit: 9:39,18 min.) wird es in Brasilien in erster Linie darum gehen, weitere internationale Erfahrung zu sammeln.

Angelique Kerber

Angelique Kerber steht seit Montag wieder auf Rang zwei der Weltrangliste.
Angelique Kerber steht seit Montag wieder auf Rang zwei der Weltrangliste. Foto: Andy Rain

Sie ist Deutschlands unumstrittene Tennis-Königin. Angelique Kerber hat in diesem Jahr für viel Furore gesorgt und sich mit dem Triumph bei den Australian Open endgültig in der Weltspitze etabliert. Ein noch größerer Coup blieb der Kielerin am Sonnabend verwehrt, als sie nach einem mitreißenden Auftritt das Wimbledon-Finale gegen Serena Williams verlor. Trotz der Niederlage überwog bei der 28-Jährigen der Stolz. „Jetzt lege ich erstmal ein paar Tage den Schläger aus der Hand, dann greife ich wieder an“, sagte die Weltranglisten-Zweite mit Blick auf die Sommerspiele in Rio: „Eine olympische Medaille war schon immer mein Kindheitstraum“, meinte „Angie“. Allerdings warnte sie auch vor zu hohen Erwartungen. „Ich werde nicht bei jedem Turnier im Finale stehen können.“ Auf der Anlage im Barra Olympic Park wird auf Hartplatz gespielt. Genau auf diesem Belag hat Kerber Ende Januar das Grand-Slam-Turnier in Melbourne gewonnen.

Paul Kohlhoff/Carolina Werner

Paul Kohlhoff (l.) und Carolina Werner.
Paul Kohlhoff (l) und Carolina Werner segeln. /Archiv Foto: Carsten Rehder

Paul Kohlhoff und Carolina Werner wurden schon als die „Wunderkinder“ des deutschen Segelsports gefeiert. Der 20-jährige Steuermann und seine 22-jährige Vorschoterin sind jetzt im Mixed-Katamaran Nacra 17 als letztes Segel-Team vom DOSB für Rio nachnominiert worden. Die jüngste Crew der zwölfköpfigen Segel-Mannschaft war der Shooting-Star im vergangenen Jahr in der neuen olympischen Bootsklasse. Platz fünf bei der WM und Vierte bei der olympischen Testregatta in der Guanabara Bucht machten das Duo vom Kieler Yachtclub (KYC) zu „Seglern des Jahres 2015“. Anfang des Olympia-Jahres musste das Team allerdings sportliche und gesundheitliche Rückschläge einstecken. Das Ticket nach Rio war „futsch“. Erst mit der allerletzten Qualifikationschance beim Weltcup vor Weymouth gelang den Youngstern mit Platz zwei ein furioses Comeback. Der Lohn, die Nachnominierung und die Erfüllung ihres Traumes von Olympia.

Jacob Heidtmann

Jacob Heidtmann.
Jacob Heidtmann holte in Wuppertal mehrere schleswig-holsteinische Landesrekorde über seine Nebenstrecken. Foto: dpa/Thissen


Jacob Heidtmann hat sein Ziel erreicht. Der 21-jährige Schwimmer vom Swim-Team Stadtwerke Elmshorn geht in Rio auf Medaillenjagd. „Das hat mich die letzten vier Jahre beschäftigt – bewusst, davor unbewusst. Ich habe vor Wochen vom DOSB einen Turnbeutel bekommen, wo draufsteht „Rio im Kopf, Deutschland im Rücken“. Über solche Kleinigkeiten freut man sich so doll, weil sie visualisieren, wo es hingeht. Das ist das größte Ereignis, das ein Sportler erleben kann“, sagt der in Hamburg lebende Athlet. Elmshorns Sportler des Jahres 2014 und 2015 schwimmt seit Monaten auf einer Welle des Erfolgs. Anfang Mai verteidigte Heidtmann bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin souverän seinen Titel über die 400 Meter Lagen und vollzog einen ersten Schritt Richtung Olympia. Im Juni sollte der Traum dann Realität werden. Im französischen Canet buchte er sein Ticket für Brasilien. In 4:14,75 Minuten holte er über 400 Meter Lagen „Silber“ und unterbot erneut die Olympianorm.

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erstellt am 13.Jul.2016 | 11:05 Uhr

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