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Olympia 2016 in Rio - Nachrichten, Ergebnisse und Medaillenspiegel

04. Dezember 2016 | 21:30 Uhr

Volleyball : Mögliche Olympia-Nachrücker hängen von Lausanne-Urteilen ab

vom

Volleyballer, Fechter und Gewichtheber blicken gespannt nach Lausanne. Von einem möglichen Ausschluss russischer Sportler von den Olympischen Spielen könnte die Männer-Nationalmannschaft des DVV ebenso profitieren wie Planche-Spezialisten und Schwerathleten.

Der Weltverband FIVB habe die nationalen Verbände aber noch nicht über Kriterien informiert, wonach ein möglicher Nachrücker für in Rio de Janeiro ermittelt werden könnte, sagte ein DVV-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Der FIVB äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) und das Internationale Olympische Komitee (IOC) müssen nach dem jüngsten WADA-Report über ein vom Staat gefördertes Dopingsystem in Russland am Donnerstag in Lausanne über einen möglichen Ausschluss entscheiden.

Bei einer Suspendierung von Russlands Volleyballern sind mehrere Varianten für potenzielle Nachrücker denkbar. Sollte der Weltverband zum Beispiel nach der aktuellen Weltrangliste gehen, wäre Deutschland als Siebter der erste Kandidat, denn alle sechs Nationen davor - inklusive Russland - hatten das Ticket für Brasilien schon gelöst.

Würde der FIVB jedoch nach dem letzten Qualifikationsturnier in Japan gehen, hätten die Deutschen keine Chance, da sie den Sprung nach Asien verpasst hatten. Das Team von Bundestrainer Vital Heynen war im Januar im Halbfinale des europäischen Qualifikationsturniers an Russland gescheitert und hatte dadurch die Chance auf ein direktes Rio-Ticket verspielt.

Auch ein Teil der nicht qualifizierten deutschen Fechter steht «ganz leicht im Standby-Modus». Das sagte Sportdirektor Sven Ressel. Er plädierte im Umgang mit Russland zudem «für einen klaren Schnitt».

Deutsche Nachrücker für die Spiele in Brasilien könnten die Herrendegenmannschaft und Florettfechterin Anne Sauer im Einzel sein, wie Ressel erläuterte.

Bislang stehen die Säbelfechter Max Hartung und Matyas Szabo, Florettmann Peter Joppich und Carolin Golubytskyi (ebenfalls Florett) für Rio fest. Deutsche Teams hatten sich für die vier Mannschaftswettbewerbe nicht qualifiziert.

Der deutsche Gewichtheber-Verband BVDG hat einen Vorschlag für die mögliche Neuverteilung der Startplätze in seiner Sportart unterbreitet. Der BVDG empfiehlt, frei werdende Plätze an die ersten Nationen in der Olympia-Qualifikationsliste zu vergeben, die in den vergangenen vier Jahren keinen Dopingfall hatten. Die russischen Gewichtheber würden bei einer Suspendierung fünf Plätze bei den Männern und drei bei den Frauen verlieren.

Bei den Männern gingen die Plätze an Indonesien (Platz 7 in der Olympia-Qualifikation), Deutschland (15), Südkorea (17), Frankreich (18) und Vietnam (21). «Es würden Länder profitieren, die jahrelang von gedopten Sportlern betrogen worden sind», sagte BVDG-Präsident Christian Baumgartner der Deutschen Presse-Agentur.

Ein möglicher deutscher Nachrücker stände schon fest. Es wäre Max Lang vom Chemnitzer AC. Der 23-Jährige hatte die Olympia-Norm bei der WM im vergangenen Jahr in den USA geschafft, war aber fünf Monate später in seiner Gewichtsklasse bis 77 Kilogramm vom Obrigheimer Nico Müller übertroffen und damit verdrängt worden.

Im McLaren-Report der WADA nimmt das russische Gewichtheben mit 117 vertuschten Dopingfällen die zweite Position hinter den Leichtathleten (139) ein. «Hinzu kommen die zahlreichen Dopingsünder, die überführt worden sind. Selbst wenn das IOC keine Sperre aussprechen sollte, wird die IWF nicht an diesem Skandal vorbeigehen und eigene Konsequenzen ziehen», sagte Baumgartner.

Auch andere deutsche Sportler oder Teams hätten gute Chancen auf eine Nachnominierung. Die Deutsche Presse-Agentur listet einige Beispiele dafür auf.

HANDBALL: Die deutschen Handballerinnen kämen nicht in Frage, da sie an keinem Olympia-Qualifikationsturnier teilgenommen haben.

BOXEN: Für den Deutschen Boxsportverband (DBV) könnte noch ein weiteres Ticket herausspringen. Denn die Schwerinerin Sarah Scheurich (75 kg) hatte die Olympia-Qualifikation gehen die Russin Jaroslawa Jakuschina verloren. Ein Nachrücken wäre unproblematisch möglich.

RINGEN: Der Weltverband UWW hat bereits unabhängig von der Russen-Problematik eine Nachrücker-Rangfolge bestimmt. Dazu zählen auch Wildcards für Rio. Deutsche Sportler würden dabei aber nicht in Frage kommen.

WADA-Ermittlungsbericht als pdf

NADA-Statement zum WADA-Ermittlungsbericht

WADA-Homepage

IOC-Homepage

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erstellt am 20.Jul.2016 | 15:41 Uhr

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