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Olympia 2016 in Rio - Nachrichten, Ergebnisse und Medaillenspiegel

04. Dezember 2016 | 02:50 Uhr

Olympia in Rio 2016 : Kielerin Angelique Kerber als Gold-Hoffnung - Finale gegen Williams als Wunsch

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Vor 16 Jahren war Tommy Haas der bisher letzte Deutsche mit einer Einzel-Medaille bei Olympia. Nun sind alle Augen auf Kerber gerichtet.

Rio | Angelique Kerber hat ein Wunsch-Szenario. Für das Olympia-Finale in Rio de Janeiro hofft Deutschlands beste Tennis-Dame auf ein nächstes Duell um Titel und Ruhm mit Serena Williams. Die Kielerin schreckt nicht zurück vor der reizvollen, aber wohl auch schwerstmöglichen Aufgabe. „Sollte das wirklich passieren, ist alles richtig gelaufen“, sagte die 28-Jährige im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Das wäre schon was Mega-Schönes.“

Als Mitfavoritin geht die Nummer zwei der Welt in das Turnier, das an diesem Samstag im Olympic Tennis Centre beginnt. Erst vor vier Wochen lieferte die Norddeutsche der Weltranglisten-Ersten Serena Williams ein fantastisches Endspiel beim Grand-Slam-Spektakel in Wimbledon. Den berühmten Centre Court verließ sie dennoch als Verliererin.

Unter den fünf Ringen soll es nun am besten wieder diesen einen entscheidenden Schritt weitergehen. Wie in Melbourne zum Jahresbeginn, als sich Kerber mit einem Coup über die amerikanische Powerfrau und Olympiasiegerin von 2012 zum Grand-Slam-Champion kürte.

Los geht es im Einzel mit einer Erstrunden-Partie gegen die Kolumbianerin Mariana Duque-Mariño, die Nummer 82 der Weltrangliste Im Doppel tritt Kerber gemeinsam mit Freundin Andrea Petkovic an.

Ihre Ellbogen-Probleme hat die Schleswig-Holsteinerin rechtzeitig auskuriert. Im Moment wolle sie „nicht darüber nachdenken“, dass es nicht für Gold, Silber oder Bronze reicht, erklärte Kerber. Auch der Deutsche Tennis Bund sehnt sich nach einem Erfolg. „Sie ist natürlich unsere größte Medaillenhoffnung“, sagte Vizepräsident Dirk Hordorff.

Vor 16 Jahren war Tommy Haas mit Silber in Sydney der bisher letzte Deutsche mit einer Einzel-Medaille bei Olympia. Die letzte deutsche Tennisspielerin, die Edelmetall gewann, war Steffi Graf. 1992 errang sie Silber in Barcelona, nachdem sie vier Jahre zuvor in Seoul Olympiasiegerin wurde. 1988 glückte ihr mit den Titeln bei allen vier Grand-Slam-Turnieren und dem Olympiasieg der Golden Slam. 1988 ist Kerber geboren, Graf ist für sie ein Idol.

In die Fußstapfen der Gräfin trat sie bei den Australian Open, als sie als erste Deutsche seit 1999 den Pokal bei einem der vier Majors holte. „Das ist das, wovon ich als Kind immer geträumt habe. Aber Olympia ist auch etwas, was ich nicht verpassen möchte“, sagte sie.

Schon vor vier Jahren in London war die Kielerin begeistert vom Trubel, vom Leben im Olympischen Dorf, vom Austausch mit Athleten aus anderen Disziplinen. Mit der Eröffnungsfeier verbindet sie ein unvergessliches „Gänsehaut-Gefühl“.

Sportlich war damals im Viertelfinale Schluss. Seitdem hat sich für die Linkshänderin viel verändert. Sie spürt Selbstvertrauen und Popularität, aber auch weiter gestiegene Erwartungen. Sie hat eine neue Rolle eingenommen, an die sich inzwischen gewöhnt zu haben scheint. Insgeheim hatte sie gehofft, Fahnenträgerin zu werden und die deutsche Equipe zur Eröffnung im Maracanã-Stadion anzuführen.

Die Sommerspiele bedeuten für Kerber auch Stress wegen des noch engeren Terminkalenders, bringen aber eine willkommene Abwechslung.„Jede Woche sind wir auf uns allein gestellt, jede Woche das Gleiche“, sagte die Norddeutsche.

Es werde nun „nicht so einfach“, die Balance zu finden, Olympia zu genießen und die eigenen Ziele im Blick zu behalten. Ihre Premiere erlebte sie 2012 im gewohnten Umfeld von Wimbledon. In Rio wird für sie vieles Neuland sein. „Ich versuche, das Olympia-Feeling zu bekommen und mich dann voll auf mein Tennis zu konzentrieren“, sagte Kerber und hofft, trotzdem Zeit für Abstecher zum Beachvolleyball, Schwimmen, zur Leichtathletik und zum Hockey zu finden.

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erstellt am 05.Aug.2016 | 20:31 Uhr

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