zur Navigation springen

Olympia 2016 in Rio - Nachrichten, Ergebnisse und Medaillenspiegel

10. Dezember 2016 | 13:56 Uhr

Paralympische Sommerspiele 2016 : Diese Athleten aus SH gehen in Rio an den Start

vom

Zahlreiche Sportler aus Schleswig-Holstein kämpfen bei den Paralympics in Rio de Janeiro um Medaillen. shz.de stellt die Athleten vor.

RIO DE JANEIRO | Die 15. Paralympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro finden vom 7. bis 18. September statt. Bei den Olympischen Spielen für Sportler mit Behinderung sind Athleten aus knapp 180 Ländern am Start, davon 155 aus Deutschland. Medaillen werden in 23 Sportarten und 528 Wettbewerben vergeben.

Mit dabei sind auch zahlreiche Athleten aus Schleswig-Holstein:

Vanessa Low (Leichtathletik):

Eine von ihnen ist die Leichtathletin Vanessa Low. Als 15-Jährige verlor die gebürtige Lübeckerin 2006 bei einem Unfall an einem Bahnsteig beide Beine, lag zwei Monate im Koma. Der Unfallhergang wurde nie genau geklärt, doch der Sport half der gelernten Mediengestalterin zurück ins Leben.

Nach einem für sie enttäuschenden Abschneiden bei den Olympischen Spielen in London 2012 wollte sie ihre Karriere schon beenden, als ihre damalige Zimmergenossin Katrin Green ihr den Weg in die USA ebnete. Seit November 2013 lebt und trainiert die 26-Jährige in Oklahoma City - und ist erfolgreicher denn je. Sie ist Europameisterin, Weltmeisterin und Weltrekordhalterin (4,79 Meter) im Weitsprung.

Als einzige doppelt oberschenkelamputierte Weltklasse-Sportlerin tritt sie fast ausschließlich gegen Frauen an, die noch ein gesundes Bein haben. Sie ist mit dem einseitig unterschenkelamputierten Sprinter Scott Reardon liiert und will nach den Paralympics zu ihm nach Australien ziehen. „Ich habe mir mein Leben sicher anders ausgemalt. Es ist nicht so verlaufen wie geplant, aber das ist in Ordnung. Tatsächlich ist es nicht nur in Ordnung, sondern wunderschön. Ich würde nichts ändern wollen“, sagt Low.

Stephanie Grebe (Tischtennis):

Stephanie Grebe bei den Paralympics 2012 in London.
Stephanie Grebe bei den Paralympics 2012 in London. Foto: dpa

Auch die Weltklasse-Tischtennisspielerin Stephanie Grebe aus Heidgraben (Kreis Pinneberg) kämpft in Rio um Medaillen. Der 28-Jährigen fehlen von Geburt an beide Hände und der rechte Unterschenkel, ihrem sportlichen Eifer und Erfolg tut das aber keinen Abbruch. Für den fehlenden Unterschenkel und den Schlagarm benutzt sie Prothesen, um das fehlende Handgelenk zu kompensieren, spielt sie mit Noppen auf der Rückhand. In ihrer Klasse belegt Grebe Platz vier der Weltrangliste und erreichte bei den olympischen Spielen vor vier Jahren in London das Halbfinale. Eine Medaille in Rio wäre der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere.

Heiko Kröger (Segeln):

Heiko Kröger steht in Rio vor seiner letzten Paralympics-Teilnahme. Foto: dpa

Heiko Kröger steht in Rio vor seiner letzten Paralympics-Teilnahme. Foto: dpa

 

Ein weiterer Goldkandidat ist Segler Heiko Kröger. Der neunfache Segelweltmeister aus Ammersbek (Kreis Stormarn) startet im Feld von insgesamt sechzehn Seglern aus aller Welt in der 2.4mR-Klasse. Der erfolgreichste deutsche Segler der vergangenen Jahre, dem seit der Geburt der linke Unterarm fehlt, nimmt bereits zum fünften Mal bei den Paralympics teil. Nach neun Weltmeistertiteln und zwei paralympischen Erfolgen in der Bootsklasse in Sydney 2008 und London 2012 soll nun eine weitere Medaille folgen. Bei den Spielen in Rio will er zum letzten Mal angreifen und seine Medaillen- und Foto-Sammlung zum Abschluss seiner Karriere komplettieren.

Kai Möller (Rollstuhl-Basketball):

Bei den Rollstuhl-Basketballern gehört Kai Möller aus Ellingstedt (Kreis Schleswig-Flensburg) zu den wurfstärksten Spielern der Deutschen Nationalmannschaft. Der Profibasketballspieler hatte erst vor zwei Monaten von seiner endgültigen Kadernominierung erfahren, dabei sei ihm „eine riesen Last von den Schultern gefallen.“ Nun träumt der 25-jährige Schleswig-Holsteiner, der seit seiner Geburt im Rollstuhl sitzt, vom großen Wurf im Olympischen Finale.

Die Chancen der deutschen Athleten

Ingesamt ist das deutsche Team mit beträchtlichen Erfolgsaussichten nach Rio gereist. Angeführt von den Leichtathletik-Stars Markus Rehm und Marianne Buggenhagen, Handbikerin Andrea Eskau oder den goldenen Judo-Zwillingen Ramona und Carmen Brussig peilt der Deutsche Behindertensportverband (DBS) einen Spitzenplatz im Nationenranking an. „Rein sportlich gesehen bin ich mit breiter Brust nach Rio gekommen“, erklärte Friedhelm Julius Beucher, Präsident des DBS. Quer durch alle Sportarten habe man Welt- und Europameister im Aufgebot. „Das ist kein Garant für das Treppchen. Aber das ist eine gute Voraussetzung“, sagte er. In London 2012 war mit 66 Medaillen (18 Gold, 26 Silber, 22 Bronze) Platz acht herausgesprungen.

Wer die Wettkämpfe von Vanessa Low und allen weiteren Teilnehmern verfolgen möchte, kann dies auf den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern ARD und ZDF tun, die täglich mehrere Stunden live aus Rio de Janeiro berichten. Hinzu kommen Zusammenfassungen und ausführliche Streaming-Angebote.

zur Startseite

von
erstellt am 06.Sep.2016 | 20:56 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen