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Olympia 2016 in Rio - Nachrichten, Ergebnisse und Medaillenspiegel

05. Dezember 2016 | 13:34 Uhr

Diskus-Gold : Albern auf dem Treppchen: Kritik an Olympiasieger Christoph Harting

vom

Für seinen Auftritt gab es viel Kritik. Doch sein Vater verteidigte ihn.

Rio de Janeiro | Diskus-Olympiasieger Christoph Harting hat für seinen Auftritt bei der Siegerehrung in Rio de Janeiro Kritik aus dem Leichtathletik-Lager erhalten. „Gold im Diskus ist echt super geil!!! Aber für dieses Verhalten schäme ich mich in Deutschland vor dem TV!“, schrieb Sebastian Beyer, früherer Hallen-Europameister und Freiluft-Europameister im Weitsprung, am Samstag auf seiner Facebook-Seite. „Sorry aber dann würde ich lieber auf diese Medaille verzichten....“

Diskuswerfer Harting hatte nach seinem Sensationscoup in Rio, wo er Nachfolger seines Bruders Robert wurde, beim Abspielen der Nationalhymne auf dem Treppchen die Arme verschränkt, geschunkelt und auch etwas herumgealbert. Bei der Pressekonferenz sagte er später: „Ich bin ein Mensch, der Rhythmus braucht, der Rhythmus liebt, aber es ist schwierig nach der Nationalhymne zu tanzen.“ Mit Blick auf den nicht gerade geliebten Bruder Robert, einen der Wortführer der deutschen Athleten, fügte er an: „Extrovertierte Menschen wollen wahrgenommen werden. Ich bin ein introvertierter Mensch und fühle mich völlig unwohl hier.“

Doch Hartings Trainer Torsten Lönnfors war einfach nur entsetzt. „Keine Ahnung, was das sollte, ich verstehe es nicht. Christoph muss aufpassen, dass er jetzt nicht frei dreht“, sagte der Coach der „Bild“-Zeitung. Sein Kollege, der Schnellfeuerpistolen-Bundestrainer Detlef Glenz, hatte ebenfalls kein Verständnis für die Respektlosigkeit. „Es ist ein absolutes No-Go, das geht gar nicht“, sagte er.

In den sozialen Netzwerken stieß Hartings Auftritt vielerorts auf Widerwillen. Die Tageszeitung „Die Welt“ schrieb in einem Kommentar von einer verheerenden Wirkung. „Sensationell hatte Christoph Harting bei den Spielen von Rio seinen verletzten Bruder Robert als Diskus-Olympiasieger beerbt. Sein anschließendes Verhalten aber war eines Goldmedaillengewinners nicht würdig.“ „Bild.de“ schrieb am Samstag von einem „Arroganz-Auftritt nach Diskus-Gold“.

Der Vater Hartings hat das Verhalten seines Sohnes bei der Siegerehrung in Rio de Janeiro dagegen verteidigt. „Wir haben die Siegerehrung auf der Großleinwand mitverfolgt. Das ist Christoph und seine Art, Erfolge zu feiern“, sagte Gert Harting am Samstag.

„Christoph will seinen Spaß haben“, sagte Gert Harting über den neuen Diskus-Helden. „Das hat man ja auch bei der Vorstellung der Athleten gesehen, als Christoph bis zuletzt der Musikgruppe zugehört hat. Da hat man ihn total authentisch erlebt.“

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erstellt am 13.Aug.2016 | 23:55 Uhr

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