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Olympia 2016 in Rio - Nachrichten, Ergebnisse und Medaillenspiegel

09. Dezember 2016 | 14:36 Uhr

44 Medaillen sind das Ziel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Deutsche Olympische Sportbund will sich in Rio de Janeiro an den Zahlen von London 2012 messen lassen

Mindestens 44 Medaillen wie in London 2012 – das ist die Zielvorgabe für das deutsche Team bei den Olympischen Spielen in Rio. Der Deutsche Olympische Sportbund will sich an den Zahlen der vorherigen Sommerspiele messen lassen. „Wir würden gerne ein Ergebnis haben, aus dem man nicht schließt, dass wir schlechter geworden sind“, sagte gestern Dirk Schimmelpfennig, Sportlicher Leiter der deutschen Olympiamannschaft. Der Medaillenkorridor des DOSB sieht in Rio 42 bis 71 Medaillen vor, für Chef de Mission Michael Vesper wäre aber bereits eine Wiederholung des Ergebnisses von 2012 „in einer verschärften internationalen Wettbewerbssituation eine grandiose Leistung“. Hier der erste Teil einer Übersicht der deutschen Medaillenaussichten, alphabetisch nach Sportarten sortiert.

>Badminton: Der ehemalige Europameister Marc Zwiebler vom 1. BC Bischmisheim ist im Herreneinzel an Position 12 gesetzt. Der 32-Jährige bestreitet in Brasilien seine dritten Olympischen Spiele. Der DBV ist in Rio erstmals mit Aktiven in allen fünf Disziplinen, also im Herreneinzel und -doppel, Dameneinzel und -doppel sowie im Mixed vertreten.

>Basketball: kein deutsches Team dabei

>Bogenschießen: Die deutschen Schützen sind in den letzten fünf Jahren kontinuierlich vom Mittelmaß in die Weltspitze aufgestiegen. Im Frühjahr wurde die Berlinerin Lisa Unruh sogar Hallen-Weltmeisterin. Das zweite Ticket holte sich Florian Floto. Da liegt eine Überraschungsmedaille im Bereich des Möglichen.

>Boxen: Der Deutsche Boxsport-Verband schickt so viele Boxer wie seit 16 Jahren nicht zu den Olympischen Spielen. Sechs Athleten haben sich in der Serie von kontinentalen und Welt-Ausscheiden durchgesetzt. Die letzten Medaillen deutscher Boxer gab es 2004. APB-Weltmeister Artem Harutyunyan, Araik Marutjan und der zweimalige WM-Dritte Erik Pfeifer kommen diesmal für Edelmetall infrage.

>Fechten: In London gab es 2012 durch Britta Heidemann (Degen/Silber) und die Herrenflorett-Mannschaft (Bronze) zwei deutsche Medaillen. Peking-Gewinnerin Heidemann konnte sich nicht qualifizieren; mit nur vier Aktiven stellt Deutschland das kleinste nationale Aufgebot seit 60 Jahren. Medaillenchancen werden dem viermaligen Florett-Weltmeister Peter Joppich und Säbel-Ass Max Hartung eingeräumt. In den Team-Events fehlt Deutschland komplett.

>Fussball/Männer: DFB-Coach Horst Hrubesch hat trotz Einschränkungen eine ansprechende Mischung gefunden. Acht Spieler haben nationale und internationale Erfahrung. Matthias Ginter (WM 2014) und Lars Bender (EM 2012) waren bei großen Turnieren dabei, Julian Brandt, Max Meyer und Leon Goretzka spielten auch schon Champions League. Timo Horn ist ein erstklassiger Torhüter. Eine Medaille ist drin, wenn sich schnell ein Team findet.

>Fussball/Frauen: Beim Abschiedsturnier von Bundestrainerin Silvia Neid wollen die DFB-Frauen endlich Olympia-Gold. Die Vorbereitung auf das Turnier verlief reibungslos. Entsprechend zuversichtlich reiste die DFB-Auswahl nach Brasilien, wo in der Vorrunde Simbabwe, Australien und Kanada die Gegner sind. Topfavorit auf Gold ist allerdings Weltmeister USA.

>Gewichtheben: Ohne Illusionen fahren die deutschen Gewichtheber nach Rio. Bis auf Superschwergewichtler Almir Velagic hat keiner im fünfköpfigen Team (4 Männer, 1 Frau) die Aussicht auf eine Medaille.

>Golf: Dem zweimaligen Majorsieger Martin Kaymer ist durchaus eine Medaille im ersten Golfturnier bei Olympia nach 112 Jahren zuzutrauen. Der 31-Jährige hat seine Jahresplanung ganz dem Höhepunkt in Rio untergeordnet. Auch Alex Cejka ist für eine Top-Ten-Platzierung gut. Zudem haben viele Stars wegen Zika abgesagt, das 60er Feld ist ausgedünnt. Mit Sandra Gal und Caroline Masson ist auf dem Podest nicht zu rechnen.

>Handball: Die Testspiele haben gezeigt: der Europameister hat noch Luft nach oben. Es fehlte zuletzt an Spritzigkeit, mentaler Frische und Feinabstimmung. Allerdings stimmen die Grundtugenden Leidenschaft und Teamgeist, die das Team zum EM-Titel geführt hatten. Die Formkurve zeigt jedenfalls nach oben und lässt auf einen gelungenen Auftakt gegen Schweden hoffen.

>Hockey: Nach den Olympiasiegen 2008 in Peking und 2012 in London wollen die Hockey-Herren auch in Rio „wieder um die Medaillen mitspielen“, sagte Kapitän Moritz Fürste. Dass es realistisch ist, zeigt der Turniersieg beim Masters in Düsseldorf. Die Damen unterlagen Top-Favorit Niederlande dort glatt 3:7. Edelmetall in Rio wäre eine Überraschung.

>Judo: Medaillen sind für die sieben Männer und fünf Frauen drin, mit Glück sogar ein Olympiasieg. Vizeweltmeister Karl-Richard Frey (-100 kg), 2015-Europameisterin Martyna Traijdos (-63 kg) und Luise Malzahn (-78 kg) sind die größten Hoffnungen im Team, das seit Ole Bischofs Olympia-Gold 2008 auf einen großen Titel bei WM oder Olympia wartet.

>Kanu: Die Kanuten wollen wie in der Vergangenheit bei Sommerspielen erfolgreichster deutscher Verband werden. Die Aussichten sind prima. In London 2012 gab's für Renn- und Slalom-Paddler acht Medaillen, diesmal könnten es ähnlich viele werden. Größte Gold-Hoffnung ist Renn-Ass Sebastian Brendel im Canadier-Einer über 1000 Meter.

>Leichtathletik: Nach jeweils acht Medaillen bei Olympia 2012 in London und bei der WM 2015 in Peking soll der Aufwärtstrend anhalten. Die größten Hoffnungen liegen auf den Werfern um Robert Harting, David Storl, Christina Schwanitz, Christina Obergföll und Thomas Röhler.

>Moderner Fünfkampf: Bei der Medaillenvergabe gilt Lena Schöneborn als heißer Kandidat. In allen internationalen Wettbewerben landete sie in dieser Saison auf den ersten drei Plätzen. Den WM-Titel aus dem Vorjahr konnte die Wahl-Berlinerin indes nicht verteidigen. In Rio startet sie als WM-Dritte in ihren dritten olympischen Fünfkampf.

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erstellt am 04.Aug.2016 | 08:11 Uhr

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