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Sport

03. Dezember 2016 | 05:44 Uhr

Stunk mit Nico-Jan Hoogma : Nächster Halt: Bochum – Christian Hochstätter neuer Sportchef-Kandidat beim HSV

vom
Aus der Onlineredaktion

Dem HSV gehen allmählich die Kandidaten aus. Laut Medienberichten ist Christian Hochstätter der letzte in Dietmar Beiersdorfers Verlosung.

Hamburg | Nach dem Scheitern einer Verpflichtung von Nico-Jan Hoogma für den Posten als Sportdirektor ist Christian Hochstätter laut „Mopo“ der neue Wunschkandidat von Dietmar Beiersdorfer. Der frühere Profi von Borussia Mönchengladbach (368 Bundesligaspiele) ist derzeit als Sportvorstand beim Zweitligisten VfL Bochum tätig. Er soll den vakanten Posten des Bundesliga-Schlusslichtes von Vereinsboss Dietmar Beiersdorfer übernehmen, der das Tätigkeitsfeld nach der Trennung von Peter Knäbel im Sommer vertretungsweise übernommen hatte.

Trotz Rekord-Transferausgaben von über 30 Millionen Euro allein in der letzten Transferperiode konnte der HSV seine Bundesligatauglichkeit bislang nicht unter Beweis stellen. Das Nichtgelingen des Neuaufbaus wird nach dem wirkungslosen Trainerwechsel von Bruno Labbadia zu Markus Gisdol anhand von Unpässlichkeiten in der sportlichen Leitung gesucht.

Während sich ein sportlicher Leiter in der jetzigen Lage täglich um die verunsicherte Mannschaft und Neu-Trainer Markus Gisdol kümmern sollte, ist Beiersdorfer auf Personalsuche. Die Doppelfunktion im Vorstand und als Sportchef war offenbar keine gute Idee. „Wir haben verschiedene Gespräche geführt und einen sorgfältig geplanten Prozess eingeleitet“, sagt Beiersdorfer. Da Hochstätter aber seinen Vertrag in Bochum erst im September bis 2020 verlängert hat, ist selbst bei einer Einigung mit dem zweimaligen Nationalspieler aber völlig offen, ob der VfL ihn überhaupt ziehen ließe. Wenn, dann wohl nur für eine kräftige Ablösesumme. Dann müsste Investor Klaus-Michael Kühne wohl seine Zustimmung geben – und der Aufsichtsrat. Dieser beäugt das Schaffen des vor zweieinhalb Jahren mit vielen Vorschusslorbeeren geholten Vorstandsvorsitzenden immer kritischer. Den Vorwurf der Führungsschwäche wird Beiersdorfer derzeit nur mit klaren Entscheidungen entkräften können.

Als Sportdirektor war der gebürtige Augsburger Hochstätter bereits in Mönchengladbach und bei Hannover 96 aktiv. Nach der Beendigung seines Vertrages in Hannover bildete der 53-Jährige sich fort, wirkte als Spielerberater, später als Vermögensberater und in einer Werbeagentur. An der Ruhr fällt die Bewertung von Hochstätters Arbeit meist positiv aus. Er hat die einst als „unabsteigbar“ geltenden Bochumer sportlich wie finanziell stabilisiert und mit Gertjan Verbeek einen einflussreichen Trainer mit Philospophie verpflichtet. Der Aufstieg in der erste Liga gelang allerdings nicht.

Das frühe Bekanntwerden dieser Personalie dürfte das Unterfangen des HSV allerdings abermals erschwerden. Mit Hoogma, Jens Todt und Horst Heldt wurden im Vorfeld bereits einige Kandidaten verbrannt, bevor überhaupt Einigung der HSV-Funktionäre herrschte. Das führt aktuell gerade im Fall des Ex-Rothosenspielers Hoogma zu dicker Luft und Unruhe, die in die Mannschaft hineinwirkt. Der Ex-Kapitän gab zu wissen, er sei „sehr enttäuscht von Beiersdorfer, auch über die Art und Weise, wie das abgelaufen ist. So geht man nicht mit einem Menschen um.“

Am Sonntag hatte Beiersdorfer erklärt, dass er Hoogma abgesagt habe. „Das tut schon weh, auch wenn wir keine Freunde waren“, sagt Hoogma. Die Darstellung Beiersdorfers sei vollkommen falsch: „nicht Beiersdorfer hat mir abgesagt, sondern ich dem HSV. Ich habe mich auch nicht angeboten, der Verein hat mich angerufen und zum Gespräch eingeladen“, stellte er klar. „Als ich beim HSV spielte, war Didi Sportdirektor und wir hatten da ein ganz normales Spieler-Sportchef-Verhältnis. Es ist einfach nur traurig“, so Hoogma. Beiersdorfer bleibt darauf angesprochen ausdrücklich bei seiner Version.

Auf den neuen Sportdirektor wartet angesichts der Bilanz von nur zwei Punkten aus zehn Spielen und abhanden gekommener Spielkultur im Winter eine Mammutaufgabe. Um den erstmaligen Absturz in die Zweitklassigkeit noch abzuwenden, empfiehlt Vereinsikone Uwe Seeler den Verantwortlichen erneut Nachbesserungen im Kader. „In jedem Fall müssen wir in der Winterpause neue Spieler holen. Das wäre wichtig, um überhaupt noch eine Chance zu haben“, sagte Seeler. Er hatte die jüngste 2:5-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund am Samstag an seinem Geburtstag mitsamt Familie im Volksparkstadion miterlebt.

Vereins-Mäzen Klaus-Michael Kühne muss sich mitten in dieser schwierigen Phase einen neuen Berater für fußballerische Dinge besorgen, nachdem Volker Struth fristlos gekündigt hat. Laut „Mopo“ wurden seine Transfer-Ratschläge zu selten erhört, weshalb er entnervt das Handtuch warf.

(mit dpa)

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erstellt am 07.Nov.2016 | 13:19 Uhr

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