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30. Juli 2014 | 04:57 Uhr

Schläge auf dem Spielfeld : Gewalt im Fußball bleibt ein Problem

vom

Ein Gewaltausbruch erschüttert das Fußball-Land - doch der Fußballverband stellt klar: Die Gewalt auf dem Spielfeld habe nicht zugenommen.

Kiel | Der Gewaltexzess in einem Kreisklassenspiel schockiert Schleswig-Holsteins Fußballszene. Ein 26 Jahre alter Schleswiger hatte am Wochenende einem 23-jährigen Spieler des FC Angeln 02 mit einem Fußtritt ins Gesicht den Kiefer gebrochen. "Insgesamt gibt es keine Zunahme bei der Gewalt auf dem Fußballplatz. Bei 2500 Spielen an jedem Wochenende in Schleswig-Holstein liegt die Anzahl besonderer Vorfälle im Promillebereich. Was sich geändert hat, ist die Besorgnis erregende Qualität einzelner Vorfälle", sagt Dr. Tim Cassel, der beim Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV) das Projekt "Schleswig-Holstein kickt fair" leitet.
Seit sechs Jahren arbeitet der Sozialwissenschaftler und frühere Fußballtorwart hauptamtlich in der Gewaltprävention. Das Geschehen auf dem Sportplatz in Angeln frustriere ihn nicht ("dann wäre ich der falsche Mann dafür"), sondern unterstreiche die Bedeutung der vorbeugenden Arbeit. Die Uefa hat das engagierte SHFV-Projekt im Jahr 2011 sogar ausgezeichnet. "Dass es weiterhin solche Vorkommnisse gibt, spricht nicht gegen unser Projekt. Vielmehr zeigt sich, dass bestimmte gesellschaftliche Probleme nicht auf einen Schlag zu lösen sind und das soziale Potenzial des Fußballs begrenzt ist. Gewalt auf dem Fußballplatz wird uns noch Jahre beschäftigen", fürchtet Cassel.
Anteil von Spielern mit Migrationhintergrund nicht signifikant hoch
Der 40-Jährige analysiert alle einschlägigen Vorfälle auf den Plätzen im Lande und kann daher mit gängigen Vorurteilen aufräumen. Zwar war im aktuellen Fall in Angeln ein Täter mit Migrationshintergrund involviert. "Insgesamt gibt es jedoch keine statistische Signifikanz, dass bei uns bestimmte Bevölkerungsgruppen überproportional an Gewalttaten beteiligt sind", sagt Cassel.
In anderen Regionen, speziell in Ballungsgebieten, zeige sich ein anderes Bild. Dort seien häufiger Akteure fremdländischer Herkunft in Konflikte verwickelt. Wenn allerdings die Fälle genauer beleuchtet würden, käme oft eine gezielte Provokation als Ursache zum Vorschein. "Es gehören immer zwei dazu. In den seltensten Fällen passiert etwas aus heiterem Himmel", sagt der Experte.
Bis in die Altherrenligen
In Schleswig-Holstein hingegen beträfen die Probleme alle Schichten, Alters- und Spielklassen bis zu "Altherrenligen, wo man eigentlich etwas mehr Reife erwartet". Bei der Jugend gebe es auf dem Platz relativ wenig Delikte. Hier seien es eher die Eltern am Spielfeldrand, die den Nachwuchs auf eine falsche Schiene setzen und dazu beitragen, dass sich aus dem Jugendlichen ein späterer Problemfall entwickelt.
Cassel kann nach sechs Jahren Arbeit aber auch auf etliche Erfolge des Projekts "Schleswig-Holstein kickt fair" verweisen. Bei auffällig gewordenen Spielern, die über ein "alternatives Sanktionierungsprogramm" die Spielberechtigung zurück erhalten haben, liegt die Rückfallquote unter fünf Prozent. Maßnahmen sind hier unter anderem Anti-Aggressions-Training, Perspektivgespräche sowie die Auflagen, eine soziale Tätigkeit zu leisten oder auch selbst als Schiedsrichter tätig zu werden. Auch Mediationen für Mannschaften, zwischen denen sich Konflikte aufgebaut haben, sind erfolgreich verlaufen.
Das SHFV-Projekt nimmt keine öffentlichen Gelder in Anspruch, sondern finanziert sich durch Sponsoren aus der Wirtschaft. Gern hätte Tim Cassel mehr Mittel zu Verfügung, um ehrenamtlichen Vereinsmitarbeitern in der Betreuung problematischer Jugendlicher mehr Hilfe anbieten zu können.

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von Jan Wrege
erstellt am 21.Sep.2012 | 08:52 Uhr

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01. | Thomas Greeve | 20.09.2012 | 07:23 Uhr
Weltfremd und verlogen

"Wenn allerdings die Fälle genauer beleuchtet würden, käme oft eine gezielte Provokation als Ursache zum Vorschein."

So etwas nennt man Relativismus in Reinkultur. Ich hab 30 Jahre aktiv Fussball gespielt und die letzten Jahre waren dabei zeitweise unerträglich und machten mir den Abschied leicht. Fussball ist ein Sport mit Kampf und Leidenschaft, und Nicklichkeiten wie auch ein wenig Provokation gehören dazu. Aber nur bei einer Personengruppe habe ich erlebt, dass dies regelmässig(!) zu Gewalt gegen eigene nichtausländische Mitspieler, Gegner und Schiedsrichter führte.
Hier so zu tun, als seien rassistische Beleidigungen der Auslöser und damit auch noch Verständnis für Übergriffe zu zeigen, die in Deutschland bereits mehrfach zu Todesfällen und schwersten Behinderungen geführt haben, ist ein Schlag ins Gesicht für all die Fussballer, die fairen Sport betreiben. Ganz davon abgesehen, dass "scheiss Deutscher" und "Christenschwein" und "ich stech dich ab" mittlerweile gängige Titulierungen auf dem Sportplatz geworden sind. Aber wie schon so manches Gericht feststellte: Rassismus und Diskriminierung gegen Deutsche kann an ja gar nicht geben, da wir in Deutschland leben.

02. | Jeder Wieerwill | 19.09.2012 | 17:27 Uhr
@ Dr. Tim Cassel

Vielleicht hat die Gewalt nicht zugenommen, die Qualität aber schon. Ich verfolge die Fußballlszene in den unteren Ligen regelmäßig und stelle fest, das bei den sogenannten Türkspor Vereiner ein übertriebenes Gewaltpotenzial vorhanden ist. Wenn man mit Gesetzen wie der Scharia groß wird und nur sich und nichts anderes neben sich akzeptiert (warum gehen Frauen den hinter den Männern), was soll dann dabei heraus kommen. ICH BIN NICHT RECHTS, aber wenn wir ehrlich sind, sind die kulturellen Unterschiede doch sehr groß. Ich verabschäue die aktuellen Darstellungen des Islams bei You Tube, es wird aber nur als Rechtfertigung genutzt, alles wegzurotzen was nicht Islamisch ist. Was ist, wenn wir als Christen so reagieren? Wehret den Anfângen und das gilt auch dem radikalen Islam

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