STORMARNER TAGEBLATT
VfB Lübeck beurlaubt Duspara
Lübeck. Fußball-Regionalligist VfB Lübeck und Domagoj Duspara gehen scheinbar in Zukunft getrennte Wege. Der Kroate, der vor wenigen Tagen noch von Coach Ramazan Yildirim als einer seiner Schlüsselspieler bezeichnet wurde, ist freigestellt. "Wir wollten ihm die Möglichkeit geben, sich zu sammeln und den Kopf frei zu bekommen", bestätigte VfB-Sportmanager Ingo Popp. "Er möchte so schnell wie möglich zu seiner Frau nach Zagreb fahren und dort bei der Geburt seines ersten Kindes dabei sein."
Klingt nach Normalität, hätte dieses "Zugeständnis" nicht eine pikante Vorgeschichte. Denn zuvor scheiterte eine Vertragsverlängerung mit dem 24-Jährigen. Als einer der ersten Spieler wurde Duspara, dessen Kontrakt zum 30. Juni 2012 ausläuft, ein neues Angebot unterbreitet. "Domagoj ist für uns aktuell ein sehr wichtiger Spieler", wollte VfB-Coach Yildirim möglichst schnell Nägel mit Köpfen machen. "Deshalb haben wir ihm ein verbessertes Angebot unterbreitet und sind finanziell dabei bis an unsere Schmerzgrenze gegangen." Doch Duspara, der seit Juni 2010 (49 Spiele/14 Tore) für den VfB aufläuft, konnte sich auch nach einer Bedenkzeit nicht zu einer Unterschrift des neuen bis Juni 2014 datierten Vertrages durchringen. Ein Grund scheint die private Situation des 24-Jährigen zu sein, dessen Frau Silvija Ende Februar (Stichtag ist der 23.) Nachwuchs erwartet. "Wir haben auch an seine Familie gedacht, wollten bei der Suche nach einer größeren Wohnung und nach einem Arbeitsplatz für seine Frau behilflich sein", unterstrich Ingo Popp, dass der VfB alles tun wollte, um den 24-Jährigen langfristig an sich zu binden. Das reichte dem Offensivallrounder anscheinend aber nicht aus.
Doch damit nicht genug: Statt am vergangenen Wochenende dem Testspiel gegen Condor Hamburg (5:0) beizuwohnen, flog der Kroate grippegeschwächt zu einem Probetraining in die Türkei, nahm ein Angebot des kasachischen Erstligisten FK Ertis Pavlodar an, sich in einem Testspiel zu präsentieren - ohne eine offizielle Genehmigung des VfB. "Das war allerdings lediglich ein Kommunikationsproblem", so Popp, der zwar von einem Missverständnis sprach, wenig später aber mit der Freistellung auf die Gesamtsituation reagierte. Eine Trennung scheint vorprogrammiert, auch wenn Coach Yildirim betont, dass die Tür für den Kroaten nicht zu sei. "Vielleicht überlegt er es sich ja und nimmt unser Angebot an. Ich würde mich darüber freuen." Fakt ist allerdings, dass Duspara in den kommenden Pflichtspielen gegen den FC St.Pauli II und den ZFC Meuselwitz nicht für die Grünweißen auflaufen wird. Gleiches gilt für das heute kurzfristig angesetzte Testspiel auf heimischem Kunstrasen gegen Ligarivale TSV Havelse (Anstoß 13 Uhr).
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