OSTHOLSTEINER ANZEIGER
Lokalmatadore erreichen vierten Platz
Der Windmesser - hier in der Hand von Nicolaus von Buden brock - war ein wichtiges Utensil.
Plön. Nach sechs Jahren richtete der Plöner Segler-Verein von 1908 wieder eine deutsche Meisterschaft für H-Jollen aus. 34 hochkarätige
Mannschaften setzten zu sieben Wettfahrten auf dem Segelrevier des Großen Plöner See ihre Segel. Das Gros der Teilnehmer war schon am Donnerstag angereist, um sich mit den manchmal schwierigen Windverhältnissen für die 6,20 Meter lange und 2,18 Meter breite H-Jolle
mit insgesamt 40 Quadratmeter Segelfläche auf dem Revier um die Prinzeninsel vertraut zumachen.
"Auf dem Wasser gab es keine Proteste, und an Land ist alles einfach genial gelaufen. Es waren tolle Titelkämpfe", bilanzierte Wettfahrtleiter Nicolaus von Buddenbrock vom ausrichtenden PSV-Organisatorenteam nach der siebten und letzten Wettfahrt am Sonnabend, und der 42-Jährige ergänzte: "Am Freitag bei Windstärken um 26 Knoten kochte das Wasser und es gab viele Kenterungen, die DLRG hatte viel zu tun. Zum Glück gab es keinen Bruch."
Auf dem Wasser entwickelten sich von Beginn an spannende Wettfahrten um die Medaillenränge. Mit vier Tagessiegen und zwei zweiten Plätzen und einem dritten Platz als Streichergebnis sicherte sich das Duo Florian Stock/Tobias Barthel vom Arendseer Regattaverein 08 mit 8,00 Punkten den fünften Titel in Folge. Auf Rang zwei folgte mit 12,00 Punkten mit Christian Stock (Arendseer Regattaverein) ein Bruder des Siegers - mit Sven Friedrich von der Baltischen Segler-Seglervereinigung an der Vorschot.
Hochdramatisch verlief die Jagd auf Bronze. Lange duellierten sich die Lokalmatadore Thomas Bergner/Christoph von Buddenbrock (Plöner Segler-Verein) und Hans-Jörg Wohl/Lars Kublun (Dahmer Jacht Club). Nach der siebten Wettfahrt und einem Streicher hatten beide Teams 23,00 Zähler auf dem Konto. Das beste Resultat aus dem fünften Durchgang, Tagessieg für Wohl, Rang fünf für Bergner, bedeutete den undankbaren vierten Platz für die PSV-Crew. Jedoch keine Enttäuschung bei dem Duo.
"Wir haben nur zweimal miteinander im Boot gesessen und keine Möglichkeit gehabt, Trainingseinheiten zu absolvieren. Es war sehr faires Segeln bei diesen Meisterschaften", meinte der 49-jährige Bootsbauer. In den Top Ten platzierte sich das PSV-Duo Lars Hückstädt/Fabian Gernhardt (69,00).
Still wurde es im Festzelt, als der mit 75 Jahren älteste Teilnehmer und Fünfte der deutschen Meisterschaft, Werner Amand (Düsseldorfer Yachtclub/29,00), seinen Rücktritt vom aktiven Segelsport erklärte und seine H-Jolle seinem Vorschotmann Jens Priewe (Yachtclub Wesel), mit dem er 23 Jahre unzählige Regatten gesegelt hatte, aus Dankbarkeit schenkte. "Wir hatte alle eine Gänsehaut. Es war richtig bewegend", meinte Pressesprecher Hans Vogler.
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