NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

 

Abschied vom Pöschendorfer Lauf

07. Juni 2012 | 00:00 Uhr | Von sch


Bereiten zum letzten Mal den Pöschendorfer Volkslauf vor  (von links): Gerd Hauschildt, Norbert Graf, Eggert Hauschildt, Torsten Brandt und Bernd Bornhöft. Foto: sch

Bereiten zum letzten Mal den Pöschendorfer Volkslauf vor (von links): Gerd Hauschildt, Norbert Graf, Eggert Hauschildt, Torsten Brandt und Bernd Bornhöft. Foto: sch

Pöschendorf. Was vielen Volksläufern in der Seele weh tun wird, ist amtlich: Die Gemeinde Pöschendorf richtet ihren Volkslauf am Sonntag, 10. Juni, zum letzten Mal aus. Was 1998 mit sechs Aktiven ins Leben gerufen wurde, hat damit ein Ende. "Finaler Lauf" - dieser Hinweis, der in großer Schrift auf dem diesjährigen Veranstaltungs-Plakat steht, hat für die Verantwortlichen "Endgültigkeits-Charakter".

Der Grund für die Entscheidung, die dem eingespielten und immer engagierten Team um Gerd Hauschildt nicht leicht fällt: "Die organisatorischen Aufgaben sind groß, und ich selbst bin als Soldat nach Sonthofen versetzt." Eine ordentliche Vorbereitung in großem Ausmaß sei so nicht mehr zu leisten. Dem stimmt der Bürgermeister der Gemeinde vorbehaltlos zu: "Auf dem Höhepunkt soll man aufhören", bekräftigt Norbert Graf, der wie andere auch, den "Kultlauf" stets begleitet hat - als Mitorganisator und als Läufer.

Entstanden ist er aus zwei Wetten: Zum einen wollte Gerd Hauschildt damals eher am Ziel des sechs Kilometer langen Laufes sein, als der mit fünf Minuten Vorsprung gestartete Manfred Delfs, und zum anderen glaubten einige Männer, ohne Training "mindestens genauso schnell" zu sein, wie Antje Hauschildt und Annette Stender. Beide befanden sich im Training. Die Ergebnisse: Gerd Hauschildt schaffte es trotz schneller Zeit (21:58) nicht ganz, Manfred Delfs (25:40) einzuholen, und der Geschlechterkampf ging nach Worten von Gerd Hauschildt unentschieden aus - "1:1". Ganz genau weiß es noch Mitorganisator Torsten Brandt: "Die Männer waren ganz schön kaputt, wenn ich nicht irre." Und dazu gehörten noch Eggert Hauschildt und Dirk Kühl.

Damals schrieb unsere Zeitung über die Veranstaltung: "Es waren nur sechs laufbegeisterte Sportler, die bei dieser ersten Laufveranstaltung auf die sechs Kilometer lange Strecke von Pöschendorf nach Looft und wieder zurück gingen. 'Aber’, erklärte der Schirmherr Bürgermeister Nobert Graf, 'dieser Lauf sollte zunächst als Test gelten, darum wurde er nicht öffentlich ausgeschrieben.’ Nach dem vielversprechenden Anfang wollen die Veranstalter im Mai nächsten Jahres den zweiten Volkslauf über sechs und zehn Kilometer starten. Geplant ist, daß dann alle interessierten Läufer im größeren Rahmen teilnehmen."

Was mit wenigen begonnen hatte, führte letztlich viele in den Ort an der Grenze zu Schenefeld. "Ich habe für die vergangenen Jahre 1775 verschiedene Namen notiert", stellt Gerd Hauschildt fest. Viele seien mehrmals dabei gewesen - darunter so starke Läufer wie Thomas Ebel, Olaf Stahl, André Beltz, Peer Sönksen, Christin Liedtke, Christiane Lemor, Ute Krause oder Imke Buhmann. In Pöschendorf gelaufen ist auch Rhea Richter. Die Teilnehmerin an Juniorenmeisterschaften aus Hennstedt absolvierte hier ihren ersten Volkslauf. Gemeldet hatte auch der starke Geher Torsten Schlief aus Bokel, der im vergangenen Jahr bei den Deutschen Nordic-Walking Meisterschaften über die Halbmarathondistanz Fünfter wurde. Insgesamt verzeichnet die Organisation mehr als 4000 Anmeldungen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen.

Wie in der Vergangenheit, so bereiten auch diesmal wieder "Bürger aus der Bevölkerung" die Veranstaltung vor. Unterstützt werden sie von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Pöschendorf-Hadenfeld-Kaisborstel. Über fehlende Mithilfe brauchte man sich auch in der Vergangenheit nie zu beklagen. Torsten Brandt erinnert sich gut daran, dass viele Helfer nach dem jeweiligen Veranstaltungsschluss betonten: "Im nächsten Jahr bin ich wieder mit dabei." Das Geheimnis des organisatorischen Erfolgs sieht Mitorganisator Bernd Bornhöft darin: "Unsere Veranstaltung ist ohne Hierarchie gewachsen. Wir sind Freunde aus der Dorfgemeinschaft, die das auf die Beine gestellt haben." Alle hätten an einem Strang gezogen.

1998 war Volker Hauschildt übrigens einziger Helfer beim Pöschendorfer Volkslauf - heute sorgen 70 Ehrenamtliche dafür, dass in Pöschendorf alles seine Ordnung hat. Die Helfer, die sich in diesem Jahr zum zehnten Mal engagieren heißen Torsten Brandt, Silke Düring, Thomas Düring, Kerrin Graf, Eggert Hauschildt, Klaus Reimers, Jürgen Schmidt und Karsten Schmidt.

Offiziell beendet wird die Organisation des Pöschendorfer Volkslaufes aber erst am 23. Juni. Norbert Graf: "Dann gibt es als krönenden Abschluss und als Dankeschön ein großes Helfer- und Sponsorenfest in unserer 'Kuhle’."


 




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