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Lokalsport

02. Dezember 2016 | 19:16 Uhr

Segeln : Abi in der Tasche – Tokio im Kopf

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Laser-Segler Nik Willim bereitet sich im Trainingslager mit Olympia-Teilnehmer Simon Grotelüschen auf die Heim-WM vor Schilksee vor

Außergewöhnlich offen, motiviert und selbstbewusst präsentiert sich Nik Willim. Schleswigs junger Laser-Segler ist voll auf der Höhe – körperlich und mental. „Ich bin noch nie fitter gewesen“, sagt der 19-Jährige. Schulisch und sportlich könnte es nicht besser laufen. Das Abi in der Tasche – mit einem Schnitt von 1,5 – hat der Segelsportler den Kopf frei für neue, weit gesteckte Ziele. „Ich möchte eine Olympia-Kampagne für die Spiele in Tokio starten“, sagt Nik Willim mit großer Bestimmtheit. Und das gut drei Wochen bevor sein Nationalmannschaftskollege Philipp Buhl in der Guanabara-Bucht vor Rio de Janeiro für Deutschland als Mitfavorit auf Medaillenjagd geht.

Der langfristigen Vision ist zunächst ein kurzfristiges Ziel vorangestellt. Statt möglicher „Wakasu Olympic Marina“ in vier Jahren steht ab dem 11. August das Olympiazentrum Schilksee im Mittelpunkt. Dann beginnt die U  21-Weltmeisterschaft mit 148 Teilnehmern aus 38 Ländern im Laser. Heimspiel sozusagen und das mit olympischer Unterstützung. Während Buhl und Nationalmannschaftskollege Theodor Bauer derzeit vor Rio trainieren, bereitet sich Willim mit dem Olympiateilnehmer Simon Grotelüschen intensiv auf die WM vor. Schon einmal hatte Willim sich das sportliches Fachwissen des Lübeckers geholt, schon einmal finanziert aus Mitteln des Heinz Nixdorf Vereins. „Von Simon kann man natürlich unheimlich viel lernen“, sagt der Schleswiger und genießt die zehn Tage mit dem Olympia-Sechsten der Spiele 2012 vor Weymouth.

Seine gute Form zeigte der Hobby-Skifahrer und Volleyballspieler bereits bei der Kieler Woche. Zwischenzeitlich sogar auf dem dritten Platz, belegte Willim am Ende Rang sieben. Im zweiten Rennen der Serie gelang ihm ein Tagessieg, in der sechsten Wettfahrt kassierte er eine Disqualifikation wegen Frühstarts, im Medalrace wurde er Neunter.

„Mittelwind hat mir schon immer besser gelegen. Aber mittlerweile komme ich trotz zwei Kilo zu wenig auch bei Starkwind gut zurecht“, sagt Willim, was wohl auch an seiner gesteigerten Physis liegt. „Im Vergleich zum letzten Jahr hab ich einfach mehr Power. Auch strategisch und taktisch läuft es besser.“

Das zeigte sich unlängst beim Europacup während der Warnemünder Woche Anfang des Monats. In einem international gut besetzten Feld belegte Willim den vierten Platz, in der U  21-Wertung wurde er hinter dem Franzosen Gaston Morvan Zweiter und mit Abstand bester deutscher Laser-Segler. Die Regatta bot alles, was den Segelsport so faszinierend macht. Es herrschten überwiegend anspruchsvolle Bedingungen, bis hin zu einer Gewitterfront mit über 30 Knoten Wind. Ein Protest eines Konkurrenten aus der Ukraine gegen ihn wurde abgeschmettert. Kein Wunder, dass Willim sagt: „Es läuft zurzeit alles super.“ So, wie mit dem Abschluss an der Schleswiger Lornsenschule. „Auf der einen Seite finde ich es traurig, dass 13 Jahre mit fast 4000 Schultagen vorbei sind, andererseits ist es auch schön. Jetzt hab ich den Kopf frei fürs Segeln.“

Vorerst zumindest. Natürlich wird sich Nik Willem für einen Studiengang entscheiden. Welche Fachrichtung ist nicht entschieden. „Vielleicht irgendwas in Richtung Wirtschaft und Marketing“, sagt der 19-Jährige noch ohne konkrete Vorstellungen. Sicher ist, die Olympia-Kampagne im Laser wird durchgezogen, auch wenn mit Philipp Buhl ein erstklassiger Rivale auf der Regattabahn schon angekündigt hat, bis Tokio weiterzumachen. Der Schleswiger ist selbstbewusst. „Philipp macht mit Sicherheit weiter. Aber ich bin optimistisch, dass ich genauso gut werde wie er“, sagt Willim. „In vier Jahren kann viel passieren.“

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erstellt am 17.Jul.2016 | 15:44 Uhr

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