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Lokalsport

03. Dezember 2016 | 20:46 Uhr

Fussball-Stadtpokal : Trennung nach Streit um Preisgeld

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Verkehrs- und Bürgerverein will mit dem Turnier nicht mehr bei der SV Lieth zu Gast sein.

Das Tischtuch zwischen dem Verkehrs- und Bürgerverein (VBV) Elmshorn sowie der Spielvereinigung Lieth scheint zerschnitten. Der vereinseigene Klaus-Waskow-Platz am Butterberg mit seinem Kunstrasen wird im kommenden Jahr nicht der Austragungsort des Fußballturniers um den Pokal der Stadt Elmshorn sein. Darauf haben sich der stellvertretende VBV-Vorsitzende Jürgen Schumann und Ingo von Appen als Leiter der Arbeitsgruppe Sport im VBV festgelegt. „Es ist schade, dass etwas kaputtgegangen ist, aber wir werden das Turnier nicht mit der SV Lieth zusammen austragen“, sagte Schumann. Man werde sich nach einem neuen Platz umsehen. Dabei hatte von Appen noch im Vorfeld des diesjährigen Turniers den Kunstrasen als immer spielbereiten Grund gelobt.

Doch das war einmal. Der Grund für das Zerwürfnis sind Vorwürfe des Liether Fußballchefs Bo Hansen, der VBV hätte ein höheres Preisgeld zugesagt als am vergangenen Sonnabend ausgezahlt wurde. Zudem streitet man, wer denn nun den größeren Anteil an der Organisation des Turniers hat. „Wir sehen uns als Deppen dargestellt“, klagte Schumann. In die gleiche Schublade hat sich vergangenen Sonnabend auch Hansen gedrückt gesehen.

In der Preisgeldfrage hatte von Appen schon vor sechs Tagen die Darstellung des Liether Spartenleiters und Vereinswirts umgehend dementiert. Dies bekräftigte er nun. „Herr Hansen hätte gern ein höheres Preisgeld gehabt. Ich habe ihm aber gesagt, dass ich nicht mehr Geld zur Verfügung habe“, sagte er und verwies auf eine entsprechende Notiz in seinen Unterlagen.

Der Sieger erhielt 200 Euro sowie die Platzierten in absteigender Reihenfolge 150, 100 und 50 Euro sowie einen Ball. „Das ist schon seit Jahr und Tag so. Ich weiß nicht, wie Bo Hansen sich das gedacht hat“, erklärte Schumann. Der VBV-Vize ergänzte: „Außerdem war das Preisgeld immer sekundär gewesen.“

Der Etat hätte auch nicht mehr hergegeben. Ingo von Appen machte folgende Rechnung auf: Auf der Einnahmenseite standen demnach Eintrittsgelder von 870 Euro (bei 429 Zuschauern) aus allen vier Turniertagen sowie eine Spende der Volksbank Pinneberg-Elmshorn von 600 Euro. Bei Aufwendungen für Preisgeld und Bälle von 680 Euro, Schiedsrichterkosten von 439 Euro, einer Spende an das Deutsche Rote Kreuz für den gestellten Sanitätsdienst von 200 Euro sowie kalkulierten Bewirtungskosten für Offizielle von 200 Euro – die Rechnung steht noch aus –, stand unterm Strich ein Minus von 49 Euro. „Hätte ich über die von Herrn Hansen genannte Summe eine Zusage gemacht, wäre das Minus bei 1000 Euro gewesen. Das kann ich der Stadt nicht zumuten“, so von Appen, der betonte, dass die Vereine kein Startgeld zahlen.

Auch Hansens Vorwurf, der VBV habe sich nur sehr spärlich an der Turnierorganisation beteiligt, kontert von Appen: Benachrichtigung der Vereine, Bestellung von Schiedsrichter und Sanitätsdienst, Karten über den Hamburger Fußball-Verband bestellen, Verhandlung mit dem Sponsor Volksbank – all das sind Arbeiten im Hintergrund, die von Außen nur wenige wahrnehmen.

Die Zuweisung der Kabinen an die Mannschaften an den Spieltagen sei nun einmal eine Sache des örtlichen Ausrichters. An dem Verkauf von Getränken und Speisen habe Hansen ja auch verdient.

Der Verdienst Hansen, und das stellten weder Schumann noch von Appen in Abrede, sei, die Vereine Heidgrabener SV, SSV Rantzau, Rot-Weiß Kiebitzreihe und TSV Seestermüher Marsch mit ins Boot geholt zu haben.

Wie die Zukunft des Traditionsturniers, das es seit 65 Jahren gibt, aussieht, ist offen. Hansen hatte angekündigt, dieses nun in Eigenregie auf die Beine stellen zu wollen. Doch das geht so einfach wohl nicht. „Der Stadtpokal als solcher ist geschützt und eine Sache des VBV“, stellte Schumann klar. Der Verein wolle ihn auch 2017 wieder ausrichten – auch wenn noch offen ist, wo.

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erstellt am 22.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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