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Lokalsport

03. Dezember 2016 | 01:29 Uhr

Frauen-Fussball : Personelle Sorgen an allen Orten

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

FC Elmshorn und Aufsteiger SV Lieth starten mit kleinen Kadern in die Bezirksligasaison.

Wer auf das Nachbarschaftsderby zwischen dem FC Elmshorn und der SV Lieth wartet, muss sich bis zum letzten Spieltag der Hinrunde gedulden. Dann, am 4. Dezember, treffen die Fußballerinnen beider Klubs in der Bezirksliga aufeinander. Der FCE will mit einem extrem kleinen Kader die „Horrorsaison“ 2015/16 vergessen machen. Am Sonntag geht es zu Aufsteiger Moorreger SV. Die SVL startet mit der Euphorie eines Aufsteigers in die neue Serie – auswärts bei Altona 93.

Stefan Beneke lässt sich seine gute Laune nicht verderben. Warum auch? Die Trainingsbeteiligung war gut, die Frauen haben in Ermangelung von Testspielen auch bei bis zu drei Einheiten in der Woche sowohl auf dem Platz als auch im Liether Wald mitgezogen. „Physisch“, so stellt der Trainer des FC Elmshorn fest, „müssten wir auf der Höhe sein.“

Mit guter Kondition und Konstitution wollen und müssen die Spielerinnen vom Ramskamp andere Defizite überbrücken – unter anderem das des sehr, sehr kleinen Kaders. Beneke und der vor zwei Monaten mit eingestiegene Sven Hege (Organisation) betreuen lediglich 14 Frauen. „Das ist sehr dünn. 18 musst du eigentlich auf dem Zettel haben“, sagte Beneke, der händeringend darauf hofft, spätestens in der Winterpause weitere Verstärkungen präsentieren zu können.

Im Sommer kam Aileen Schüler lediglich ein Neuzugang an den Ramskamp, den im Gegenzug Aki Schünemann und Frederike Preissner wegen Studiums verließen. Tamina Maucher dürfte nach ihrem zweiten Kreuzbandriss frühestens zur Rückrunde in den Kader zurückkehren.

Knieprobleme hatten zuletzt auch Aileen Schüler zu einer Pause gezwungen. Davor spielte sie aber höherklassig beim Schleswig-Holstein-Ligisten SG Neuenbrook/Rethwisch. „Sie ist technisch eine Bank und auf jeden Fall eine Verstärkung“, schwärmt Beneke, der am liebsten noch zwei weitere Spielerinnen dieses Kalibers in seinem Kreise hätte. Aber auch mit den Spielerinnen, die in der Vorbereitung aufliefen, ist nach Benekes Überzeugung der Klassenerhalt zu packen – und zwar besser als zuletzt. Der Begriff „Zwangsaufstieg“ wirkt wie ein Widerspruch in sich. Ist ein Aufstieg im Fußball doch meist mehr Wunsch, als Zwang und mit Freude verbunden. Bei den Fußballfrauen vom SV Lieth verwenden sie die Umschreibung trotzdem. Aufgrund diverser Mannschaftsabmeldungen in den oberen Ligen gelang dem SVL der Sprung aus der Kreis- in die Bezirksliga. „Sportlich hätten wir diesen Schritt nicht geschafft. Nichtsdestotrotz freuen wir uns alle auf das neue Abenteuer“, so Trainer Karsten Pape. Der Coach steht vor der neuen Spielzeit vor einer besonderen Herausforderung. Nur 18 Spielerinnen umfasst der Kader für die kommende Saison. Fünf Abgängen stehen nur drei Neuverpflichtungen gegenüber. Ein Umstand, den Pape selbst als „kritisch“ bezeichnet. „Die Mannschaft spielt erst seit zwei Jahren im Frauenbereich. Hinzu kommt, dass wir mit den Teams aus Horst, Elmshorn und Appen etablierte Konkurrenz in der unmittelbaren Umgebung haben. Die Mannschaft und ich waren uns aber einig, dass wir diese Herausforderung trotzdem annehmen wollen“, sagt der Übungsleiter.

Innerhalb des kleinen Kaders muss Pape mit weiteren Widrigkeiten kämpfen. So verfügt Lieth momentan über keine etatmäßige Torhüterin. Nach dem Abgang von Keeperin Laura Mielke (SC Egenbüttel) muss der Coach verletzungsbedingt auch auf Racine Amador und Stefanie Maylahn verzichten. Eine Feldspielerin wird das Gehäuse vorübergehend hüten.

Auch in der Vorbereitung lief es bisher alles andere als optimal. „Ich konnte noch nicht mit dem gesamten Team arbeiten, da immer mal wieder die ein oder andere Spielerin weg war, zum Beispiel im Urlaub“, konstatiert Pape. Das erste Mal wird ihm dies am kommenden Wochenende möglich sein. Dann nämlich trifft der SV Lieth im Duell „David gegen Goliath“ auf die Landesliga-Absteigerinnen von Altona 93. „Wir haben ein strammes Auftaktprogramm, treffen neben Altona am zweiten Spieltag auf Moorrege. Trotzdem bin ich nicht pessimistisch. Unser Ziel ist der Klassenerhalt und dieser wird uns auch gelingen. Die Qualität dafür ist in jedem Fall vorhanden“, so der angriffslustige Trainer Pape.

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erstellt am 09.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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