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Lokalsport

04. Dezember 2016 | 09:17 Uhr

Der Dichter am Ball : Muskelkatarrh und Getränke dazu

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Früher war alles besser! Nicht nur die Autobahn, sondern auch die körperliche Gesamtsituation. Als ich vor guten 25 Jahren noch bei und in Kollmar kickte, konnte ich problemlos selbst am Spieltag noch bis früh morgens im Langeloher Hof den Frauen auf den Hintern gucken oder im Glückstädter Las Palmas bis zum hell werden das Schlechteste von Dr. Alban, Snap und Pur ertragen. Und Getränke dazu hatte ich auch. Wenn ich dann halb taub (das war aber auch laut immer) nach Hause kam und keine vier Stunden unruhigen Schlaf hatte, dann ging es nach einem kleinen Frühstück auch gleich wieder zum Fußball. Mit dem Rad, versteht sich.

Erst Kellerkick mit der Zweiten vom TSV gegen die Oelixdorfer Schützen III oder so mit Anpfiff um 12 Uhr, danach noch Aushelfen bei der Ersten im Spitzenspiel gegen Lägerdorfs Reserve oder irgendeine andere abgespackte Schnauzbarttruppe mit Aggressionshintergrund. Und richtig kaputt war ich danach immer noch nicht. Abends war ich selbstverständlich dann wieder mit dem Drahtesel zur Scheunenfete in Elskop oder zum Zeltfest nach Horst unterwegs. Und die Woche drauf genauso. Hans Dampf auf allen Plätzen und in jeder Disco sowieso.

Heute aber sieht das Ganze anders aus. Zwar bin ich im Kopf keinen Tag älter als damals, aber die Hülle ist dann doch zugegeben schon ein bisschen welk geworden und was früher so nebenbei locker aus der Hüfte ging, ist heute anstrengend und mit Mühe verbunden. Ich spiele schließlich immer noch Fußball, doch ist die Regenerationszeit weitaus länger als in den frühen Neunzigern. Hab ich freitags Fußball, weiß ich das am Dienstag immer noch. Nicht nur, dass ich mich größtenteils dran erinnern kann, ich spüre es quasi auch mit jeder Faser meines Körpers tagelang nach.

Schlimm war es dann kürzlich beim Stadtlauf. Zehn Kilometer sind ja nun keine wirkliche Entfernung und früher bin ich so eine Strecke auch schon mal aus Glückstadt oder Elmshorn und genannten Etablissements nach Hause gedackelt und Getränke hatte ich dazu auch. Doch heute ist das nicht mehr so und tonnenschwer schleppte ich jüngst noch Tage später einen Muskelkatarrh mit mir herum, der sich besonders dann bemerkbar machte, wenn ich mich treppab nur wie ein Breakdancer bewegen konnte und dabei vor Schmerz laut lachen musste.

Und das sogar noch am Mittwochnachmittag und abends stand dann schon wieder Fußball auf dem Stundenplan. Da half nur im Kopf noch mal Mitte 20 sein. Und ein paar Getränke, aber nicht die von damals.

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