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Taekwondo : Gezielte Tritte mit einem Lächeln auf den Lippen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Von wegen Mini: Lea Minnie ist mit 1,70 Meter eine Große für ihr Alter. Beim Taekwondo kämpft die Schülerin im Schwergewicht – und hatte vor ihrer ersten Teilnahme an Deutschen Meisterschaften Probleme, Gegnerinnen zu finden.

Wenn Lea Minnie beim Training in der Kiebitzreiher Mehrzweckhalle in Richtung der Pratzen tritt, scheint sie zu lachen. Der Eindruck mag täuschen, denn mit zunehmender Intensität wird auch die Miene im Gesicht verkniffener. In jedem Fall vermittelt dieses Bild aber eins: Die 13-Jährige hat Spaß am Taekwondo. Und ganz nebenbei ist die Schülerin aus Uetersen auch noch richtig erfolgreich. Am Wochenende kämpft sie erstmals bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend. „Mein größtes Talent“, hat ihre Trainerin bei Rot-Weiß Kiebitzreihe, Denise Liedtke, als Jugendliche selbst nationale Titelträgerin, einmal gesagt. Zumindest ist Minnie die Jüngste, die vergangenes Jahr einen Taekwondo-(Kinder)-Meistergrad errungen hat. Der heißt aufgrund ihres Alters noch nicht Dan, und der Gürtel, auf dem ihr Name eingestickt ist, ist nicht schwarz, sondern schwarz-rot.

„Die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften war mein großes Ziel“, sagt Lea Minnie und erzählt: „Dafür haben wir nach den Sommerferien richtig angefangen uns vorzubereiten und jeden Tag trainiert.“ Mit „uns“ ist gemeint: Auch die zwei Jahre jüngere Jule Martens, die für den ETSV Fortuna Glückstadt startet, war die ganze Zeit als Partnerin dabei. Auch sie startet am Wochenende in Schwabach bei Nürnberg.

Das Programm hatte es in sich: Sonnabends Kampftraining in Neumünster, anschließend noch eine halbe Stunde Schwimmen. Sonntags: Laufen im Liether Wald. Montags: Kampftraining in Hamburg. Dienstags: Training bei RWK, unter anderem auch mit dem amtierenden deutschen Senioren-Meister Matthias Gehrmann. Mittwochs: Eigene Trainertätigkeit beim jüngsten Nachwuchs, anschließend eine Stunde Einzeltraining bei Denise Liedtke. Donnerstags: Kampftraining in Neumünster. Freitags: Formenlauf mit den Schwarzgurten bei RWK. Anstrengend ja. „Aber es macht Spaß“, unterstreicht Lea Minnie.

Die Formen, das sind bei der koreanischen Kampfkunst die Technikübungen, bei denen bestimmte Tritte und Schläge in einer festgelegten Reihenfolge gegen einen imaginären Gegner ausgeübt werden. „Den Formenlauf braucht man für die Prüfungen, aber ich kämpfe lieber“, sagt die Uetersenerin, die im Alter von sieben Jahren während der Ferienbetreuung der Leibniz-Schule erstmals mit Taekwondo in Berührung gekommen ist.

Bei den schleswig-holsteinischen Landesmeisterschaften hat sie ihren ersten Kampf nach 30 Sekunden gewonnen und im Finale auf dem Weg zum Titel zuletzt nur noch taktisch zurückhaltend gekämpft. Bei den Berlin Open wurde sie Dritte. Nur bei den Norddeutschen Meisterschaften vor zwei Wochen in Pinneberg musste Lea zuschauen: In der Gewichtsklasse über 59 Kilogramm fand sich keine Gegnerin. „Schade, denn ein Übungskampf wäre sicher hilfreich gewesen“, meinte Liedtke, die auf die geringe Sportlerdichte im Norden hinwies. Zu hochrangigen Turnieren müssten die RWK-Taekwondoka zumeist in den Süden Deutschlands oder ins benachbarte Ausland fahren – was mit Kosten verbunden ist: „Hier kommen aber pro Start zirka 500 bis 1000 Euro für Startgeld, Hotel, Fahrtkosten und Verpflegung auf die Sportler und Trainer zu“, so Liedtke. Fürs Wochenende ist aber alles klar und Lea will wieder Spaß haben – am liebsten, wenn sie in Schwabach einen Tritt richtig, am besten am Kopf der Gegnerin anbringt.

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erstellt am 06.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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