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Lokalsport

04. Dezember 2016 | 13:28 Uhr

American Football : Gänsehaut pur

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Ex-Pirates Jan Meininghaus und Dennis Kenzler feiern Deutsche Meisterschaft mit Braunschweig Lions.

Jan Meininghaus und Dennis Kenzler teilen nicht nur die Leidenschaft für den gleichen Sport, seit einigen Jahren auch die gleiche Trikotfarbe, sondern nun auch das gleiche Titelbild in ihrem jeweiligen Facebook-Profil. Es zeigt das Team der Braunschweig Lions in Jubelpose nach dem elften Gewinn des German Bowl, dem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft im American Football. Für den Tornescher Meininghaus und den Kölln-Reisieker Kenzler war es der erste Titel; sie waren zu Saisonbeginn von den Elmshorn Fighting Pirates zum deutschen Rekordmeister nach Niedersachsen gewechselt. Glückwünsche gab’s von vielen alten Teamkollegen und Trainern.

Selbst mit dem Abstand von einigen Tagen zum Endspiel-Sieg über die Schwäbisch Hall Unicorns (31:20) muss Jan Meininghaus sich zwingen, diesen Triumph zu realisieren. „Bei dem Verein zu spielen, war mein Traum. Dass es so erfolgreich geworden ist, ist ein netter Beigeschmack“, sagte er. Oder auch ein bisschen mehr, wie Kenzler schwärmt: „Das hat alles geschlagen, was ich footballerisch je erlebt habe.“ Das schreit nach Wiederholung. Beide wollen gern bei den Lions bleiben; die ersten Gespräche laufen heute beim Teammeeting in Braunschweig.

Überhaupt: Das erste Jahr im Löwenkäfig war voller Erfahrungen und neuer Eindrücke. „Jede Trainingseinheit wurde gefilmt. 30 Minuten später konnte man seine eigenen Fehler analysieren“, erzählt Meininghaus. Und auch über den Gegner wussten die Spieler anhand von Bewegtbildern immer bestens Bescheid. Das war auch vor dem Finale so. „Ich hatte nie das Gefühl, da kommt etwas Überraschendes auf uns zu“, so Meininghaus, der als sechster Linebacker hinter einem US-Amerikaner, drei deutschen Nationalspielern und einem weiteren langjährigen Löwen sich beweisen musste. „Ich habe mehr Spielanteile bekommen als ich gedacht habe“, erzählt der 28-Jährige. Bei eigener Führung habe er teils das komplette letzte Quarter auf dem Platz gestanden. Im Endspiel selbst gehörte er „nur“ zum Punt-Team, wenn sich die Braunschweiger mit einem langen Kick im vierten Versuch vom Ball trennten.

Dennis Kenzler hat es hingegen innerhalb kurzer Zeit in die Startformation gebracht. Der 1,99 Meter große und 119 Kilogramm schwere Athlet war damit eine feste Größe in der Offense-Line, die den eigenen Quarterback (Spielmacher) vor den gegnerischen Verteidigern schützen soll. „Ich habe mich auf dieser Position mit Sören Wendland abgewechselt, so dass ich bei der Hälfte der Spielzüge auf dem Feld war“, sagte er. Das war – vorhersehbar – auch im Endspiel so.

Überraschender war da schon die Rekordzuschauerzahl von 13000 Fans im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark von Berlin. „Das war beim Einlaufen eine bombastische Kulisse – super cool“, schwärmt der 28-Jährige. Davon war beim Warmmachen auf einem Nebenplatz bestenfalls etwas zu erahnen gewesen. Bei Kenzler fallen Adjektive wie „überwältigend“, wenn er davon spricht. Gänsehaut pur eben.

Vielleicht keine fünfstellige Gästezahl, aber dennoch ein volles Haus erwarten die Braunschweig Lions morgen, Sonntag, wenn sie am Eintracht-Stadion Hamburger Straße mit ihren Fans die elfte nationale Meisterschaft und den vierten Eurobowl-Titel der Vereinsgeschichte feiern wollen. Vielleicht gibt das wieder ein Foto, das dann Jan Meininghaus und Dennis Kenzler in den sozialen Netzwerken teilen.

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erstellt am 15.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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