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Lokalsport

09. Dezember 2016 | 06:54 Uhr

Fussball-Verbandsliga : Entgleisung: VfR Horst sperrt Spieler

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Verein zieht Konsequenzen aus rassistischer Beleidigung während des Spiels beim VfR Neumünster II.

Zwei fatal-falsche Worte haben für einen 21 Jahre alten Fußballer des VfR Horst Konsequenzen. Als „Scheiß Nigger“ hatte er in der Nachspielzeit des Verbandsligaspiels der Steinburger am Sonntag beim VfR Neumünster II als Ersatzspieler seinen dunkelhäutigen Kontrahenten im Gerangel um einen Ball beschimpft. Dafür hatte er die Rote Karte gesehen. Neben der zu erwartenden Sperre durch den Verband hat der VfR Horst den Mittelfeldakteur bis auf Weiteres vom Spiel- und Trainingsbetrieb ausgeschlossen. Das gab VfR-Sprecher Marcel Mundt am späten Montagabend nach einer Vorstandssitzung bekannt.

Den vollen Wortlaut der Stellungnahme hat der VfR Horst hier veröffentlich: www.vfr-horst.de

Der Spieler selbst hat bereits unmittelbar nach Schlusspfiff um Entschuldigung gebeten – was von Neumünsteraner Seite aber am Sonntag nicht angenommen wurde. Er wisse selbst nicht, wie ihm das hatte passieren können.

VfR-Trainer Michael Fischer hatte nach dem Spiel gegenüber unserer Zeitung von einer Beleidigung gesprochen, den genauen Wortlaut aber nicht erwähnt, und angemahnt, dass der betroffene Akteur sich besser unter Kontrolle haben müsse. In der offiziellen Stellungnahme des Vereins liest sich das nun so: „Dieses abgrundtief asoziale Verhalten entspricht weder meinem noch dem Charakter meiner Mannschaft.“ Auch der VfR-Vorstand verurteilte die Wortwahl „aufs Schärfste“ und distanzierte sich davon.

Ein Ausschluss des Spielers sei jedoch nie Gegenstand der Diskussion gewesen. „Wir sind uns einig, dass hinter der Aussage des Spielers keine tiefgründige Ernsthaftigkeit steckt und der besagte Satz aus dem Effekt und grenzenloser Dummheit gesagt wurde“, teilte Mundt mit.

Der Spieler selbst hat sich unter anderem per E-Mail an den Vorstand gewandt und eine weitere förmliche Entschuldigung bei der Mannschaft des VfR Neumünster II angekündigt. „Ich bereue es zutiefst, denn ich habe viele Freunde und Bekannte von unterschiedlicher Herkunft und Hautfarben“, schrieb er.

Wie lang die Sperre durch den Verband sein wird, ist noch unklar. Erschwerend kommt aber hinzu, dass der Sünder bereits in der vergangenen Saison seinen einzigen Verbandsliga-Einsatz nach sieben Minuten mit einem mit Rot geahndeten Foul beendete. Damals musste er drei Spiele zuschauen, diesmal dürfte es länger dauern, bis er wieder für den VfR auflaufen darf.

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erstellt am 07.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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