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Lokalsport

25. März 2017 | 01:14 Uhr

Fussball-Oberliga : Ein unrühmliches Ende

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Heiko Barthel ab sofort neuer Coach der SV HR / Mannschaft vom Ablauf des Bliemeister-Aus überrascht

Er war gerade mit seinen Töchtern auf dem Ponyhof, als das Handy klingelte. „Ich habe mit allem gerechnet, nur nicht damit“, blickt Heiko Barthel auf jenen Moment am Dienstagabend zurück. An der anderen Leitung: Oliver Berndt, Teammanager des Fußball-Oberligisten SV Halstenbek-Rellingen. Grund für den Anruf: die vakante Trainerposition am Lütten Hall. Wenige Stunden zuvor hatte sich der abstiegsbedrohte Klub nach mehr als acht Jahren von Trainer Thomas Bliemeister, der ursprünglich im Sommer von Barthel abgelöst werden sollte, getrennt (wir berichteten). Ein absoluter Paukenschlag. „Ich ziehe mich nicht aus der Verantwortung und stehe natürlich zur Verfügung“, sicherte der 42-jährige Berufsfeuerwehrmann seine sofortige Hilfe zu. Noch am Dienstagabend richtete er eine Ansprache ans Team.

Zu diesem Zeitpunkt hatten Berndt und Co. ihren Part bereits erledigt. „Hans Jürgen Stammer (1. Vorsitzender, Anm.d.Red), der stellvertretende Fußball-Spartenleiter Horst Boockhoop und ich waren nach intensiven Gesprächen zum Entschluss gekommen, einen neuen Weg einzuschlagen. Wir danken Thomas Bliemeister für die Arbeit der vergangenen Jahre“, so Berndt. Angesichts der sportlichen Krise – Absturz auf Rang 16 – sei man jedoch zum Handeln gezwungen gewesen. „Diese Trennung ist mir extrem schwer gefallen, wir hatten allerdings nicht mehr das Gefühl, dass Thomas die Mannschaft erreicht“, erklärte Stammer.

Die aktuelle Zerfahrenheit innerhalb des Klubs belegt die Tatsache, dass ein in der vergangenen Woche vorgesehenes Gespräch zwischen dem Dreiergespann Stammer, Boockhoop und Berndt mit Bliemeister nicht zu Stande kam. Stattdessen wurde dem 60-Jährigen unmittelbar vor dem Dienstagstraining die Entlassung mitgeteilt.

Eine Vorgehensweise, die auch innerhalb der Mannschaft für Irritation sorgte. „Der Ablauf war alles andere als optimal, das habe ich auch den Verantwortlichen gesagt. Großen Respekt an dieser Stelle an Matthias Reincke, der eingesprungen ist und das Training geleitet hat“, sagte Benjamin Brameier aus dem HR-Mannschaftsrat. Co-Trainer Reincke, der wie Bliemeister ursprünglich den Verein zum Saisonende verlassen sollte, hat sich hinsichtlich seiner eigenen Zukunft Bedenkzeit erbeten. „Wir werden uns die Tage erneut zusammensetzen“, teilte Berndt nach dem gestrigen Vier-Augen-Gespräch mit. Der geschasste Übungsleiter wollte sich indes nicht zu den Vorkommnissen äußern. „Kein Kommentar“, blockte Bliemeister trocken ab. Eine Ära am Lütten Hall nimmt somit ein unrühmliches Ende.

Für die Akteure sowie Übungsleiter Heiko Barthel gehe es indes nun darum – ungeachtet der Nebenkriegsschauplätze – den Blick nach vorne zu richten. „Das Team steht nun noch mehr in der Pflicht, wir müssen liefern“, sagt Brameier, der im vergangenen Jahr beim VfL Pinneberg hautnah miterlebte, was ein Trainerwechsel bewirken kann. Damals schafften die Pinneberger dank einer furiosen Rückrunde den Klassenerhalt. Gedanken an etwaige Siegesserien sind Barthel aktuell fremd. „Es geht erst einmal darum, die Köpfe der Spieler freizubekommen“, so der 42-Jährige, der nun auch an der Linie als Feuerwehrmann gefragt ist.

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erstellt am 16.Mär.2017 | 16:00 Uhr

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