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Handball Schleswig-Holstein-Liga : Ein starkes Team: „Pumpe“ Krieter und die Haie

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

HSG Horst/Kiebitzreihe holt im Abstiegskampf zwei weitere neue Spieler: Torhüter Lennard Danielsen und Mittelmann Monty Schröder

Mittwochvormittag, 10.30 Uhr. Die ideale Zeit, um einen Cappuccino oder einen Becher Kaffee zu trinken und sich über das Jetzt und das Morgen zu unterhalten. Gesprächspartner im kleinen Cafe im Einkaufszentrum in Hamburg-Niendorf ist Haie-Coach Michael Krieter, der seinen Spitznamen „Pumpe“ zum Markenzeichen entwickelt hat. Anders kennt man den einstigen Handballtorwart, der beim THW Kiel seine größten Erfolge gefeiert hat, nicht. Dabei kann Krieter unter anderem auf insgesamt 450 Bundesliga- sowie 95 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft zurückblicken. Als zweiter Gesprächspartner sitzt Holger Bey, Manager des abstiegsbedrohten Schleswig-Holstein-Liga-Klubs HSG Horst/Kiebitzreihe mit am Tisch.

Wie aber kam es, dass ein namhafter Handballer ausgerechnet in der Provinz des Kreises Steinburg als Trainer einsteigt? „Das ist schnell erzählt“, so Krieter, der als selbstständiger Kaufmann im Marketing-Bereich tätig ist und für Herbst ein Event plant. „Ich habe eine Halle und einen Verein gesucht, der dahinter steht“, gesteht Michael Krieter. „Da ich beruflich und privat viel in Hamburg bin, habe ich irgendwann auch von den Haien gehört“, so der 53-Jährige. Er besuchte ein Heimspiel – und war begeistert: „Eine tolle Atmosphäre, ein tolles Umfeld.“ So kamen Krieter und die HSG-Verantwortlichen ins Gespräch. Das war irgendwann Ende 2016, also noch während der Hinrunde in der Schleswig-Holstein-Liga.

Als dann am 17. Februar dieses Jahres der Stein ins Rollen kam, angefangen mit der Auswärtsniederlage der Haie beim Tabellenletzten Büdelsdorfer TSV über den Rücktritt von Werner Zink als Haie-Coach „musste ich handeln“, verrät Holger Bey. „Ich hatte einen Zettel mit drei Namen vor mir liegen, die ich abtelefonieren wollte. Der erste war Michael Krieter“, erzählt er. Mehr als einen Anruf brauchte der stellvertretende HSG-Vorsitzende nicht zu tätigen. Krieter überlegte nicht lange, war Feuer und Flamme, sagte zu – auch weil die privaten Lebensumstände passen. „Es kam mir natürlich gelegen, dass meine Lebensgefährtin in Hamburg wohnt. Immer zwischen Kiel und Horst zu pendeln wäre nicht möglich gewesen.“

Sportlich spürt der erfahrene Krieter aber den Druck, der auf ihm und der Mannschaft lastet. „Eigentlich bin ich stolz auf die Mannschaft“, sagt er und besteht darauf, dass das auch so geschrieben wird. Er hat so gut wie alles umgestellt und umgekrempelt. „Disziplin und einige Selbstverständlichkeiten im Umgang miteinander sind mir wichtig“, so der Haie-Coach, der nunmehr seit sechs Wochen an der Linie steht – und nur noch vier Spiele Gelegenheit hat, die Klasse zu halten und den Abstieg zu verhindern.

Leichter gesagt als getan, denn zu viele Ausfälle über einen bereits längeren Zeitraum haben dieses Unterfangen immer wieder gefährdet. „Auf Alex Witt im Tor sowie Philipp und Thorge Mogge, Marc Hülsemann und auch André Meyer müssen wir auf jeden Fall bis zum Saisonende verzichten“, erklärt Krieter seine personelle Not. Leon Jermies wird zudem aus beruflichen Gründen heute, Freitag, im Heimspiel gegen den TSV Kronshagen (20.30 Uhr, Horst) nicht zur Verfügung stehen können. „Aber ich werde eine hoffentlich schlagkräftige Mannschaft aufstellen“, verrät der Übungsleiter. Und nachdem auch Holger Bey zustimmend genickt hat, kommt er raus mit der Sprache: Neu im Kader sind dann Mittelmann Monty Schröder (22) und im Tor wird Lennard Danielsen stehen. Sebastian Opderbeck mit seiner Erfahrung in der 2. Bundesliga hatte vergangenes Wochenende seinen Einstand gegeben und beim 33:35 gegen die HSG Tarp/Wanderup fünf Tore geworfen.

Mit Schröder hat Krieter bereits beim HC Bremen zusammengearbeitet, der dort in der A-Jugend-Bundesliga gespielt hat. Zurzeit ist Schröder ohne Verein, hält sich aber beim Oberligisten THW Kiel II fit. Danielsen war bis zur letzten Saison Stamm-Torwart beim HSV Hamburg und hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Hanseaten in die Dritte Liga aufgestiegen sind. „Alle drei helfen erst einmal bis Saisonende aus“, lässt Krieter dabei erahnen, welche Priorität er auf die Mission Klassenerhalt legt. „Parallel dazu laufen Gespräche mit dem Vorstand, wie es dann weitergehen kann“, so Krieter – doch darüber mag er zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht viel mehr preisgeben.




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