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Lokalsport

08. Dezember 2016 | 01:17 Uhr

Fitness : Schwitzen bei 128 Beats pro Minute

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der TSV Achtrup hat als erster Verein im Kreis Nordfriesland das Trainingsprogramm Kantaera im Angebot und mit Heike Külpmann die einzige lizenzierte Trainerin. Die Gruppe, die seit November 2015 trainiert, hat schon 30 Mitglieder.

Die Gesichter der neun Frauen sind gerötet, ihre Sportshirts durchgeschwitzt. Nach einer Stunde Kantaera gehen sie schnurstracks zu ihren Trinkflaschen und nehmen erst einmal einen kräftigen Schluck, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. „Ich bin klatschnass, das ist Schweiß treibender als Aerobic“, sagt Solveig Hansen. „Durch die langsamen Bewegungen trainiert man viel intensiver“, ergänzt Beate Thomsen, die ebenfalls über Erfahrungen im Fitness-Studio verfügt. „Kantaera mit dem Wechselspiel von Bewegung, Anspannung und Druck bringt unheimlich Spaß.“

Seit November 2015 gibt es Kantaera im Angebot des TSV Achtrup. Derzeit ist der kleine Dorfverein der einzige in Nordfriesland, der dieses Trainingsprogramm anbietet, und der TSV Achtrup ist der einzige Club im Kreis, der mit Heike Külpmann (Foto) eine lizenzierte Kantaera-Trainerin hat.

Aber was ist eigentlich Kantaera? Das Trainingsprogramm ist ein Cardio-Workout, die Übungseinheiten gehen stets über 60 Minuten und sind in drei Einheiten unterteilt: Warm-up, Hauptteil und cool down. „Erfinder“ ist der Westafrikaner Sekou Kante, der mehrere Jahre Fitness-Trainer in den USA war und seit 2000 in Deutschland lebt. Er entwickelte dieses Programm aus der Motivation heraus, auf harmonische und sanfte Weise traditionelle asiatische Kampfkunst-Techniken und einfachste Aerobic-Elemente miteinander zu verbinden. Kantaera gilt als Wohlfühl-Training und stärkt schonend die Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit, die Muskelkraft-Ausdauer und die Koordination. Das Training wird stets von Musik begleitet. Mit einem Tempo von 128 Beats pro Minute liegt Kantaera dabei unter der Geschwindigkeit eines normalen Aerobic-Trainings. Dadurch werden Bewegungspräzision und Bewegungskontrolle, also gelenkschonende Übungsausführung, besonders betont – auch bei den ansatzweise schnellkräftigen Bewegungen der Kampfsport-Elemente. Durch fließende Übergänge und durch die geringe Belastung der Gelenke ist Kantaera für alle Altersgruppen geeignet. Das zeigt sich auch beim TSV Achtrup. „Unsere Teilnehmerinnen sind zwischen 18 und weit über 50 Jahre alt“, sagt Heike Külpmann. „Aber auch noch Ältere könnten problemlos mitmachen.“

Külpmann kam vor vier Jahren mit ihrem Mann von Hamburg nach Achtrup und betrieb bis zum vergangenen Sommer aktiv das aus Lateinamerika stammende Fitness-Programm „Zumba“. „Aber nach vier Jahren wollte ich mal was Neues ausprobieren“, berichtet sie. Und wurde im Internet fündig – bei „YouTube“. Dort entdeckte sie ein Kantaera-Video und war begeistert. „Ich fand Kantaera genial, genau richtig für mich.“ Die Suche nach Trainingsmöglichkeiten blieb allerdings erfolglos. Also warum nicht selbst Trainerin werden – bei Kantaera nennt man das „Instructor“ – fragte sie sich. Hamburg bot eine Möglichkeit dazu. Külpmann meldete sich an und absolvierte die Ausbildung. „Das war echt hart, machte aber unheimlich Laune“, erzählt Külpmann. Zu diesem Zeitpunkt war der TSV Achtrup, den Külpmann mit ihrer Idee begeistert hatte, schon mit im Boot und unterstützte sie finanziell bei der Ausbildung. Ein neues Angebot könnte neue Mitglieder bringen – zumal kommerzielle Einrichtungen in der Umgebung Kantaera nicht im Angebot hatten und bis heute auch nicht haben. Der Zulauf war in der Tat gewaltig. Die Gruppe ist inzwischen auf 30 Mitglieder angewachsen. Zwei Mal pro Woche können sie trainieren. „Meistens sind um die 15 Frauen bei jedem Training“, erzählt Külpmann.

Das Kantaera-Training beim TSV Achtrup ist nicht nur auf Vereinsmitglieder beschränkt. „Auch andere können kommen und einen Kurs buchen wie in einem Fitness-Studio“, sagt Külpmann. „Einmal reinschnuppern ist natürlich kostenlos.“ Beim TSV Achtrup nehmen bislang ausschließlich Frauen am Kantaera-Training teil – obwohl das Trainingsprogramm auch für Herren geeignet ist. „Zwei Männer haben einmal ein Schnupper-Training mitgemacht, sind aber nicht dabei geblieben“, bedauert Külpmann. Aber vielleicht ändert sich das ja noch.

Nähere Infos zum Kantaera-Training auf der Interseite und der Facebook-Seite des TSV Achtrup

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erstellt am 01.Jun.2016 | 06:00 Uhr

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