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Lokalsport

06. Dezember 2016 | 22:47 Uhr

Triathlon : Noch bei Tageslicht im Ziel

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die beiden Nordfriesen haben es geschafft: Bei den IronMan-Weltmeisterschaften auf Hawaii erreichten Eike Petersen und Andreas Dosdrowski das Ziel und genossen dabei die einmalige Atmosphäre auf der Pazifikinsel.

Schweiß und Anstrengung auf Extrem-Niveau und zugleich Südsee-Feeling und Gänsehaut-Momente – diesen emotionalen Cocktail bietet wohl kein anderes Sportereignis so intensiv wie die IronMan-Weltmeisterschaften auf Hawaii. Beim großen Treffen der härtesten Triathlon-Cracks auf der Pazifikinsel meisterten auch zwei nordfriesische Ausdauer-Asse die große Herausforderung aus 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen. Eike Petersen von Fri Ööwingsfloose erreichte nach 10:58:00 Stunden überglücklich das Ziel und gehörte damit noch zum stolzen Kreis der „Daylight“-Finisher, die vor Sonnenuntergang den Zielstrich überquerten.

Kurz vor der 32-jährigen Triathlon-Aufsteigerin aus Risum-Lindholm hatte Andreas Drosdowski von der LAV Husum das Ziel erreicht. Dem 45-Jährigen war trotz verletzungsbedingten Trainingsrückstandes in 10:20 Stunden ein starker Triathlon gelungen. Drosdowski lief als 864. der Gesamtwertung (122. Platz M  45) von über 2000 qualifizierten Athleten über die Ziellinie in Kailua-Kona, wo wenige Stunden zuvor die deutschen Cracks um Jan Frodeno, Sebastian Kienle und Patrick Lange den deutschen Dreifach-Erfolg gefeiert hatten. Eike Petersen landete auf dem 144. Platz der Frauenwertung (30. Platz W  30).

Beide Nordfriesen zeigten sich tief beeindruckt von der Landschaft und der Atmosphäre beim Ausdauer-Spektakel im Mekka der Triathlon-Szene. „Der Zieleinlauf auf dem Alii Drive war für mich das schönste Sporterlebnis – sowohl von der Kulisse als auch der inneren Zufriedenheit“, schwärmte Andreas Drosdoswki, dessen IronMan-Start nach seinem Radunfall im Juni lange fraglich gewesen war. „Dass es mit Start und Finish doch klappte, bestärkt für mich das Ironman-Motto ,Anything is possible‘ nochmals“, befand der glückliche IronMan-Finisher, der nach seinen Verletzungen erst Mitte August wieder das Training aufnahm und sich dank seiner Routine noch rechtzeitig in Form bringen konnte. Drosdowski kam nach 1:08 Stunden aus den Wellen des Pazifiks und war auf der windigen Radstrecke 5:40 Stunden unterwegs, ehe er bei brütender Hitze 3:42 Stunden für den abschließenden Marathon benötigte. Die Taktik des laufstarken Husumers sollte sich als richtig erweisen: „Ich hatte mir vorgenommen, kontrolliert Rad zu fahren und dann nach Gefühl zu laufen. Das ging dann auch auf“, erklärte Drosdowski den geglückten Rennverlauf.

Einen geradezu perfekten Tag ohne echten Krisen-Moment bei einem der härtesten Rennen der Welt erlebte Eike Petersen, die nach ihrem Debüt im Sommer in Frankfurt auf Hawaii erst ihren zweiten Langdistanz-Triathlon bestritt. Für die Schwimmstrecke benötigte Petersen 1:09 Stunden, spulte die 180 Radkilometer durch die Lava-Landschaft dann in 5:50 Stunden ab und wurde auch beim Marathon (3:52 Std.) nicht wirklich müde. Das Schwimmen im warmen Meer fiel der Nordfriesin unerwartet leicht („Der hohe Salzgehalt macht es wohl einfacher“), ehe sie trotz aller Erfahrung aus der auch nicht gerade unwindigen Heimat in Südtondern auf dem Rad richtig arbeiten musste. Aufgrund des drehenden Windes hatten die Athleten fast 150 km lang mit Gegenwind zu kämpfen.

„Wow, das war hart. Der Wind hat mir echt zu schaffen gemacht“, staunte die Nordfriesin, deren Beine sich allerdings von den Strapazen nur wenig beeindruckt zeigten. „Ich konnte locker loslaufen und fühlte mich auf der ganzen Strecke unglaublich gut. Irgendwann war ich am Energy Lab und dann schon auf dem Rückweg. Auch auf der letzten Meile ging es mir total gut, und ich konnte jede Sekunde genießen“, schwärmte Eike Petersen. Kurz vor dem Ziel drückte ihr Vater ihr die Nordfriesland-Fahne in die Hand, die sie stolz jubelnd auf der Ziellinie schwenkte, ehe kurz danach die Sonne über Hawaii unterging, während der Großteil des Feldes noch auf der Strecke war.

Von der Atmosphäre beim berühmtesten Triathlon zeigte sich die Debütantin schwer beeindruckt. „Es war ein unglaubliches Erlebnis mit der facettenreichen Insel und den vielen Begegnungen mit den Sportlern“, begeisterte sich Petersen auch nach dem Wettkampf, den ihre Muskeln offenbar sehr schnell wegsteckten. „Wenn nicht die Blasen unter den Füßen wären, könnte ich gleich noch mal starten. Ich fühle mich überhaupt nicht fertig und habe immer noch total viel Bock auf Sport“, sagt die Ausdauersportlerin.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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