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Lokalsport

28. März 2017 | 00:32 Uhr

Leichtathletik : Milde Temperaturen und wenig Wind

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Beim 45. Husumer Wintermarathon wurden die neuen Landesmeister gekürt. Miguel Molero-Eichwein von Spiridon Schleswig und Sabine Andres vom Borener SV holten sich die Titel. Insgesamt gingen 140 Athleten an den Start.

Der Husumer Nord-Ostsee-Sparkasse-Wintermarathon blieb auch bei seiner 45. Auflage eine Herausforderung besonderer Art, selbst wenn er diesmal nur kalendarisch seinem Titel gerecht wurde. Bei für diese Jahreszeit milden Temperaturen ohne stürmische Winde fühlte sich die Luft beim Lauf durch die Weiten Nordfrieslands fast schon ein wenig frühlingshaft an und bot den Aktiven unerwartet gute Bedingungen auf den 42,195 km zwischen Husum und Breklum.

Insgesamt 140 Aktive schnürten beim nordfriesischen Lauf-Klassiker die Rennschuhe, wobei sich rund die Hälfte der Teilnehmer beim Paar-Marathon oder Halbmarathon (sehe nebenstehenden Artikel) mit der halben Distanz begnügte. Die Veranstalter von der LAV Husum hatten die beiden Zusatz-Wettbewerbe erstmals in das Programm aufgenommen, um auch Lauffreunden ohne Marathon-Ambitionen die Chance zu bieten, den Cracks sportlich aktiv auf der Strecke Gesellschaft zu leisten. Viele Marathonläufer freuten sich, dass das in den vergangenen Jahren etwas ausgedünnte Teilnehmerfeld so wieder etwas dichter besetzt war.

Viele Langstreckenläufer mussten dennoch zahlreiche Kilometer auf dem Weg zwischen Husum, Horstedt, Arlewatt, Ahrenshöft, Bohmstedt, Drelsdorf und Breklum allein bewältigen und mit eigener Motivation Tempo und Laufschritt aufrecht erhalten. Auch an der Spitze des Feldes hatten sich die Konkurrenten schon früh aufgeteilt. Miguel Molero-Eichwein von Spiridon Schleswig war das Rennen zunächst zurückhaltend angegangen, lief dann aber nach zwölf Kilometern zu dem bis dahin führenden Holger Wollny vom SV Fortuna Bösdorf auf, um dann nach ein paar gemeinsamen Metern allein an die Spitze zu gehen und Schritt für Schritt seinen Vorsprung auszubauen.

„Ich konnte meine Marschroute für eine Zeit um 2:40 Stunden lange einhalten, aber ab Kilometer 32 machte sich meine Wade bemerkbar, und ich musste das Tempo drosseln“, beschrieb der 48-jährige Schleswiger seine Eindrücke nach mehr als einem Jahrzehnt Marathon-Pause. Molero-Eichweins reduziertes Tempo ließ dessen Vorsprung auf den letzten Kilometern immer kleiner werden, weil Marathon-Routinier Holger Wollny das Tempo hochhielt und Meter um Meter auf den Führenden wettmachte. Doch Molero-Eichwein behielt die Kontrolle und rannte schließlich nach 2:44:05 Stunden als Sieger und neuer Landesmeister über die Ziellinie.

„Die Experten am Streckenrand riefen mir den Abstand regelmäßig zu, so dass ich eine Orientierung hatte und den Sieg sichern konnte. Der Titel ist mir letztlich mehr wert als die Zeit“, freute sich der wieder erstarkte Straßenlauf-Routinier von der Schlei, dessen Marathon-Bestmarke aus dem Jahr 1993 bei 2:32:48 Stunden liegt. Hinter Holger Wollny, der mit nur 48 Sekunden Rückstand in 2:44:53 Stunden Zweiter wurde, komplettierte Malte Pontoppidan vom SV Freie Waldorfschule Flensburg in 2:58:06 Stunden die Medaillenränge. Als Gesamt-Vierter rannte der alte und neue M-50-Landesmeister Michael Stoll vom Borener SV nach 3:00:48 Stunden über die Ziellinie.

Ähnlich wie bei den Männern musste auch die neue Landesmeisterin der Frauen auf dem letzten Viertel der Strecke um den scheinbar sicheren Sieg bangen. Sabine Andres vom Borener SV hatte sich im Alleingang auf dem langen Weg durch die nordfriesischen Dörfer einen komfortablen Vorsprung auf ihre Konkurrentinnen herausgelaufen, als ihr zehn Kilometer vor dem Ziel Kreislaufprobleme zu schaffen machten. „Ich musste ein Stück gehen, aber ich wollte nicht aufgeben. Dann kam zum Glück Franziska Hansen von hinten und ist die letzten Kilometer mit mir zusammen gelaufen. Das hat sehr geholfen“, berichtete die 37-Jährige über die kritischen Augenblicke des Rennens und die unverhoffte Unterstützung durch ihre Söruper Laufkameradin, die in der Mixedwertung des Paar-Marathons mitrannte.

Die Schwächephase brachte Sabine Andres zwar um die angestrebte schnelle Zeit, doch ihr Polster reichte, um die Führung bis zum Jahnsportplatz in Husum zu verteidigen. Nach 3:28:13 Stunden hatte die neue Landesmeisterin die 42,195 km hinter sich gebracht. „Die Zeit ist nicht so prickelnd, aber ich bin froh, ins Ziel gekommen zu sein“, erklärte die erschöpfte und erleichterte Langstrecklerin von der Schlei nach ihrem anstrengenden Rennen. Anke Rohwer (Ostroher SC/ 3:44:18 Std.) und Beate Kramer (3:54:55 Std.) komplettierten die Podiumsränge, ehe nach 3:57:50 Stunden auch schon W-60-Landesmeistetin Inge Brandts vom MTV Leck als Gesamt-Vierte das Ziel erreichte.

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erstellt am 07.Mär.2017 | 06:00 Uhr

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