zur Navigation springen

Lokalsport

08. Dezember 2016 | 11:05 Uhr

1. Itzehoer Box-Störcup : Verletzungspech für Lokalmatador

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Fäuste fliegen beim spannenden Kampfnachmittag mit bitterem Ende für Alexander Kober vom Box-Club Itzehoe.

Den Abschluss des 1. Itzehoer Störcups hatten sich die hiesigen Boxfans sicher anders vorgestellt: Der letzte als einer der Höhepunkte vorgesehene Kampf war bereits nach gut einer Minute beendet. Lokalmatador Alexander Kober vom Box-Club Itzehoe (BCI) musste schwer verletzt aufgeben. Bei BCI-Vorsitzendem Valeri Ziglarski kam deshalb kaum Freude über die ansonsten sehr gelungene Veranstaltung auf, dessen Kämpfe vom Sportwart des Schleswig-Holsteinischen Amateurboxverbandes (SHABV) Hans Korth hervorragend zusammengestellt worden waren. Die knapp 200 Zuschauer hatten jedenfalls zum Teil hochklassige Kämpfe gesehen.

Es waren diesmal zwar keine offiziellen Meisterschaften in der Edendorfer Sporthalle, dafür nutzten aber einige Kämpfer die Veranstaltung, um sich auf die nationalen Titelkämpfe in Köln vorzubereiten. Zwei Junioren, die dort in unterschiedlichen Gewichtsklassen antreten werden, traten in Itzehoe im Halbwelter (-62 kg) an – ein besonderer Leckerbissen und der Höhepunkt des Box-Nachmittags. Der Hamburger Oruc Özer, mit 58 Kämpfen der erfahrenste Boxer im Ring, siegte nach offenem Schlagabtausch knapp mit 2:1 Punkten über den Plöner Imali Ibragimov und erhielt am Ende auch noch den Preis als bester Techniker.

Zuvor war es bereits in einem Sparringskampf hoch her gegangen. Auch der Eckernförder Achrat Godje bereitete sich auf Köln vor und hatte mit David Majewski vom VfB Brunsbüttel einen Gegner, der ihm alles abverlangte. Da es sich um Sparring handelte, gab es jedoch keine Wertung. Insgesamt waren von den zwölf ursprünglich im Programm vorgesehenen Fights vier Sparringskämpfe. Zusätzlich wurde aber spontan noch ein weiteres Sparring als 13. Gefecht aufgenommen. Die Hamburgerin Gina Michaelsen, die zu Beginn der Veranstaltung die Eckernförderin Nerma Martinovic klar besiegt hatte, stellte sich noch einmal gegen die Brunsbüttelerin Nina Witt in den Ring, die ihr dann mehr abverlangte als die reguläre Gegnerin zuvor.

Im Sparring standen sich auch die beiden Superschwergewichtler Nico Totzek vom SC Itzehoe und Christoph Schoop vom VfB Brunsbüttel gegenüber. Für Totzek war es das erste Mal, dass er vor Publikum boxen durfte, während Schoop bereits einen Kampf absolviert hatte. Auch wenn es keine Wertung gab, war der Ausgang des Gefechtes eindeutig: Totzek hatte seinen Gegner über weite Strecken beherrscht und erntete großen Applaus. „Es war ein Superkampf“, freute sich der Itzehoer und sein Gegner schnaufte, es sei nach längerer Wettkampfpause für ihn sehr anstrengend gewesen.

Den größten Beifall hatten aber die Halbschwergewichtsboxer (81 kg) Email Lita (Eckernförde) und Martin Petersen (Flensburg) erhalten. Der Eckernförder preschte gegen den technisch versierteren Flensburger durchweg nach vorn, verteilte kräftig, musste aber auch eine Menge Kontertreffer einstecken. Beide hingen am Ende völlig ausgepowert mit blutigen Nasen in den Seilen. Als Ringrichter Marco Wilzopolski Lita zum 2:1-Punktsieger erklärte, hatten viele aber auch Petersen als Sieger gesehen, der am Ende den Preis als bester Verlierer als Trostpflaster erhielt. Der Marner Wilzopolski hatte im übrigen alle 13 Kämpfen sehr umsichtig geleitet und erntete dafür Lob von allen Seiten. Großen Beifall erhielt auch die Tanzgruppe des TSC Blau Gold „O2P“ für ihre Einlage n im Ring.

Riesenpech hatte am Ende Lokalmatador Alexander Kober, der den abschließenden Kampf im Junioren-Weltergewicht (-66 kg) bestreiten sollte. Bei einer Rückzugsbewegung, erwischte ihn Gegner Aksir Djamshid aus Hamburg so hart an der Schulter, dass diese auskugelte und der Itzehoer mit großen Schmerzen minutenlang vom Heider SHABV-Verbandsarzt Christian Luer behandelt werden musste, bevor er ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Der gut vorbereitete Kober hatte bis dahin sogar Vorteile gegen den Hamburger gehabt. „Das ist unheimlich schade für ihn und wir sind deshalb sehr traurig“, sagte BCI-Vorsitzender Valeri Ziglarski und wünschte seinem Boxer gute Besserung. Der Störcup sei aber trotzdem ein Erfolg für seinen BCI gewesen und soll seine Fortsetzung finden. Voraussichtlich im nächsten Jahr sogar mit offiziellen Titelkämpfen. SHABV-Vorsitzender Peter Johannssen, dessen Frau Ellen die Oberaufsicht als Supervisorin am Ring hatte, kündigte jedenfalls schon mal an, dass im nächsten Jahr wieder Landesmeisterschaften in Itzehoe stattfinden werden.

Ergebnisse
Männer -81 kg: Email Lita BC 78 Eck 2:1-Punktsieg ü. Martin Petersen DGF FL
Frauen -63 kg: Gina Michaelsen AGON 3:0-Punktsieg ü. Nerma Martinovic BC 78 ECK
Junioren 61 kg: Noro Shnavoyan BC 78 ECK 3:0-Punktsieg ü. Harjot Singh AGON HH
Junioren 62 kg: Imali Ibragimov B R Plön 2:1-Punktsieg ü. Oruc Özer AGON HH
Junioren 69 kg: Aksir Djamshid AGON TKO-Verltzg. 1. R. ü. Alexander Kober BC Itzehoe
Kadetten -42 kg: Magomed Sagariev BR Plön 3:0-Punktsieg ü. Simon Rieth AGON HH
Kadetten -56 kg: Aratew Soulim DGF FL 3:0-Punktsieg ü. Daniel Mustafaev DRS Hamburg
Schüler -45 kg: Alexey Schäfer BR Plön 2:1-Punktsieg über Raphael Iordanidis ARGON
Frauen 63 kg: Gina Michaelsen AGON Trainingskampf mit Nina Witt VfB Brunsbüttel
Männer Superschwer: Nico Totzek SC Itzehoe Trainingskampf mit Christopher Schoop VfB Brunsbüttel
WKS Jun ioren -63 kg: Daniel Kadyrov VfB Brunsbüttel mit Rahemi Matitaba BC 78 ECK
WKS Jugend 64 kg: David Majewski VfB Brunsbüttel mit Achraf Godje BC 78 ECK


Karte
zur Startseite

von
erstellt am 01.Nov.2016 | 05:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen